Burgstallers Tänzchen bringt S04 ins Halbfinale
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Gelsenkirchen - Schalke 04 ringt im Viertelfinale des DFB-Pokals den VfL Wolfsburg nieder. Ein frühes Tor von Guido Burgstaller reicht den Königsblauen.

Nicht schön, aber effektiv: Der FC Schalke 04 ist trotz einer weitestgehend enttäuschenden Leistung erstmals seit sieben Jahren wieder ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen.

Die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco setzte sich gegen den VfL Wolfsburg mit 1:0 (1:0) durch und folgte Rekordsieger Bayern München, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt in die Runde der besten Vier. Dort benötigt Schalke aber eine deutlich bessere Leistung als am bitterkalten Mittwochabend in Gelsenkirchen. (Ergebnisse und Spielplan)

Stürmer Guido Burgstaller (10.) schoss die Schalker, die zuletzt in der Saison 2010/11 das Viertelfinale überstanden hatten und damals auch den fünften Titel im Pokal holten, in einem schwachen Spiel zum Sieg.

"Wir haben in der ersten Halbzeit ganz gut gespielt, haben es aber verpasst, das zweite Tor zu machen. So war es bis zum Schluss spannend", sagte Burgstaller in der ARD.

Coach Domenico Tedesco sah bei der Leistung seines Teams noch Luft nach oben. "Da ist noch mehr drin, das ist auch unser Ansporn. Es gibt noch einige Sachen zu verbessern, zum Beispiel den Gegner besser zuzustellen und den zweiten Ball nicht so oft zu verlieren", sagte der Coach.

Burgstaller sorgt für frühes Highlight

Nach einem Steilpass von Marko Pjaca stürmte der Österreicher Burgstaller verfolgt von Jeffrey Bruma aufs Wolfsburger Tor zu, tanzte den Niederländer dann im Strafraum mit einer Körpertäuschung aus und schob überlegt ins lange Eck ein. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

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Für Wolfsburg vergab Yunus Malli (24.) die beste Chance auf den Ausgleich, als er nur die Latte traf. Daniel Didavi scheiterte in der Schlussphase mit einem Kopfball am auf der Linie klärenden Leon Goretzka (85.).

"Wir haben in der zweiten Halbzeit komplett die Zielstrebigkeit vermissen lassen, so kann man auch kein Tor schießen", sagte Wolfsburgs Kapitän Maximilian Arnold bei Sky.

Frühes Gegentor lähmt Wolfsburg

S04-Trainer Tedesco hatte von seinen Spielern mehr Torgefahr gefordert - und die Worte kamen offenbar an. Nach einem unnötigen Ballverlust von Arnold schalteten die Schalker schnell um. Burgstaller nutzte die erste Chance zur Führung.

Für Wolfsburg war es das erste Gegentor im laufenden Wettbewerb - und es zeigte zunächst Wirkung. Schalke war in den folgenden Minuten obenauf, doch der VfL kämpfte sich zurück ins Spiel. Mallis Direktabnahme flog über S04-Torhüter Ralf Fährmann hinweg an die Unterkante der Latte. Der Keeper, der jüngst im Ligaspiel gegen Werder Bremen (1:2) gepatzt hatte, wäre wohl chancenlos gewesen.

S04 zog sich mit der Führung im Rücken weit zurück und überließ Wolfsburg meist den Ball. Der VfL tat sich aber schwer, Tempo ins Spiel zu bringen und Lücken in der Schalker Defensive zu finden. Einzig Malli ließ immer wieder seine Klasse aufblitzen, aber auch dem türkischen Nationalspieler gelang nicht alles. Stattdessen verflachte die Partie immer mehr und auf beiden Seiten häuften sich die Fehler.

Viele Fouls - wenig Spielfluss

Auch die Pause brachte keine Besserung - beide Teams stellten die 50.642 Zuschauer vor eine echte Geduldsprobe. Wolfsburg kam kaum strukturiert nach vorne, Schalke tat nicht mehr als nötig, um die Führung zu verwalten und den VfL vom eigenen Tor fernzuhalten.

Es häuften sich die Fouls - doch auch die Standards brachten nichts ein. So beschränkten sich die Fans darauf, die wenigen gelungenen Aktionen zu bejubeln: etwa eine starke Grätsche von Max Meyer im Mittelfeld oder einen gewonnenen Zweikampf von Abwehrchef Naldo. 

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