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Gelsenkirchen - Schalke 04 bleibt auch im Pokal-Spiel beim VfL Wolfsburg erfolglos. Dennoch macht die Niederlage Mut für den bevorstehenden Abstiegskampf in der Bundesliga.

Nein, mit 0:1 hätte der FC Schalke 04 dieses Pokalspiel beim VfL Wolfsburg nun wahrlich nicht verlieren müssen. Matthew Hoppe (45./85.) und Mark Uth (73.) allein hatten drei richtig gute Chancen, mit denen sie das Spiel durchaus in eine andere Richtung hätten lenken können.

"Wir haben unsere Chancen leider nicht verwertet", sagte Trainer Christian Gross, der aber stolz nachschob: "Wir haben eine Schalker Mannschaft gesehen, die an sich glaubt. Das stimmt mich zuversichtlich für die nächsten Wochen."

Schalke hat Weghorst im Griff

In der Tat kann, ja muss, die Pokalpleite im Achtelfinale den abstiegsbedrohten Schalkern Mut für die Bundesliga geben.

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Die Königsblauen machten - trotz großer Personalsorgen - ein richtig gutes Spiel, standen hinten bisweilen gut, hatten Top-Stürmer Wout Weghorst im Griff und erarbeiteten sich vorne eigene Torchancen.

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Auch nach dem Rückstand ließ sich Schalke nicht aus der Bahn werfen. Die Mannschaft zerfiel nicht - wie so oft in der Vergangenheit - in ihre Einzelteile. Sie blieb wehrhaft und mutig. (Spielplan und Ergebnisse des DFB-Pokals)

Lob gab es für diesen couragierten Auftritt sogar vom Gegner. "Das Spiel hat eine große Bedeutung auch für die Schalker, weil sie versucht haben, daraus Selbstvertrauen zu ziehen", sagte VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke am SPORT1-Mikro.

"Sie hatten seit langer Zeit mal wieder ein Spiel, bei dem sie nicht den Ballast der Tabelle mitschleppen mussten, sondern wo es darum ging hier weiterzukommen. Das haben sie über weite Strecken gut gemacht. Man hat auch gemerkt, dass sie freier als in der Liga agiert haben."

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Harit kämpft mit den Tränen

Dass Amine Harit, dem immer wieder nachgesagt wird, innerlich schon mit Schalke abgeschlossen zu haben, und Timo Becker nach dem Ausscheiden auf dem Platz in Wolfsburg sogar mit den Tränen kämpften, zeigt: Die Spieler sind offenbar doch noch mit Herz und Leidenschaft dabei. Harit schrieb nach dem Spiel auf Instagram: "Wenn die Dinge am schlimmsten sind und einfach gar nichts funktioniert, glaube daran, dass es dich eines Tages nur stärker macht."

Trainer Gross freut diese Einstellung: "Fußball ist ein Sport, der von Emotionen geprägt ist", so der 66-Jährige. "Ich finde gut, dass sie Emotionen zeigen."

Natürlich wäre man, führte der Trainer darüber hinaus aus, gerne eine Runde weitergekommen. "Jetzt müssen wir unsere Kräfte sammeln und bündeln und uns voll auf die Liga konzentrieren."

Denn da zählt es! Schalke, das als Schlusslicht neun Punkte von den Rängen 15 und 16 (Hertha und Bielefeld) trennt, hat nun 15 Endspiele vor der Brust.

Hoffnung macht für das Heimspiel am Samstag gegen Leipzig (15.30 Uhr) - neben dem guten Auftritt in Wolfsburg - auch die Rückkehr der zuletzt angeschlagenen Klaas-Jan Huntelaar, Suat Serdar und Benito Raman. "Sie werden einsatzfähig sein", sagt Gross, der dadurch in der Offensive wieder mehrere Optionen hat.

Auch möglich, dass Weltmeister-Zugang Shkodran Mustafi (Arsenal) eine Option ist. "Ich hoffe, dass er uns zur Verfügung steht und für uns die wertvolle Verstärkung sein wird, die wir brauchen", sagt Gross.

Aus der Pokalpleite in Wolfsburg, das findet auch SPORT1-Experte Stefan Effenberg, kann Schalke in vielerlei Hinsicht Selbstvertrauen für den Überlebenskampf ziehen: "Das macht Hoffnung für die nächsten Wochen. Sie haben über 90 Minuten vernünftig gespielt, hatten die besseren Chancen, die haben sie liegenlassen. Dann verlierst du. Das kann Mut machen für die nächsten Wochen."

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