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© SPORT1-Grafik/Getty Images
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Kasan - Die deutsche Elf besteht den Charaktertest gegen die ausgebufften Chilenen. Und nutzt die Bühne Russlands im Sinne des Bundestrainers. Der SPORT1-Kommentar.

Es hätte spektakulär schief gehen können. Gegen Chile schon nach sechs Minuten hinten zu liegen, verhieß nichts Gutes.

Die neu formierte deutsche Nationalmannschaft lief in Kasan Gefahr, unter dem Pressing des mit voller Kapelle angetretenen Südamerikameisters zusammenzubrechen.

Doch sie tat es nicht. Und wies damit ihre Wettbewerbshärte nach. 

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Bundestrainer Joachim Löw hat es geschafft, in der Kürze der Zeit ein hungriges Team mit respektablem Defensivverhalten, bisweilen sehenswerten Offensivqualitäten und stabiler Psyche zu kreieren. Gegen Chile hat diese Mannschaft nun die Reifeprüfung bestanden. 

Denn dass eine DFB-Auswahl mit allen Weltmeistern demselben Gegner mehr als einen Punkt abgetrotzt hätte, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Natürlich bleibt in allen Mannschaftsteilen noch Entwicklungsspielraum, und das Halbfinale des Confed Cups ist längst noch nicht erreicht. 

Doch schon jetzt lässt sich feststellen, dass die Spieler die Bühne Russland wie von Löw erhofft nutzen, um auf sich aufmerksam zu machen. Leon Goretzka und Julian Brandt glänzten gegen Australien, Emre Can gegen Chile, und Lars Stindl hatte in beiden Partien seine Momente.

Jungstars wie Turnier-Kapitän Julian Draxler oder Joshua Kimmich wachsen in Führungsrollen. 

Der Konkurrenzkampf um die WM-Tickets für 2018 wird somit auf ein neues Niveau gehoben. Löws Confed-Cup-Plan scheint aufzugehen.  

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