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Sotschi - Der WM-Rekordschütze ist der prominenteste Weltmeister der Reisegruppe von Bundestrainer Joachim Löw. In seiner neuen Rolle geht er völlig auf.

Miroslav Klose vermisst nichts. Im Gegenteil.

Im Sommer 2016 hat der WM-Rekordtorschütze seine Karriere beendet. "Es kribbelt wirklich gar nicht mehr", meint der 39-Jährige nun.

Denn er hat seine neue Bestimmung gefunden: "Trainer zu werden, das wird mein Weg sein."

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Beim FIFA Confederations Cup ist Klose offiziell Praktikant im Trainerstab von Joachim Löw und kümmert sich in dieser Rolle in Russland vornehmlich um die Angreifer.

Löw: Klose ist in der Lernphase

"Mir geht's sehr gut“, sagt der prominenteste der Weltmeister im deutschen Tross.  "Ich bin voll integriert. Wir tauschen uns aus. Ich kann viele Fragen an meine Trainerkollegen stellen."

Klose sei zunächst in einer Lernphase, betont Bundestrainer Joachim Löw. "Egal, wie viele Länderspiele du als Spieler absolviert hast, Trainer zu sein ist eine ganz andere Rolle."

Mit 71 Toren in 137 Partien ist Klose der erfolgreichste Torjäger der DFB-Geschichte - aber mit seiner Position als Trainer-Azubi vollkommen zufrieden.

Klose fehlt noch ein Trainerschein

Schließlich hat er zwar seinen ersten Trainerschein erworben, den nötigen zweiten geht er allerdings erst ab September an.

In den Tagen im russischen Sommer gewinnt er nun Einblicke, die ihm als Spieler verborgen geblieben waren.

"Bei Joachim Löw habe ich mich immer gefragt: Wie macht er das?", erzählt Klose: "Jetzt sehe ich, wie akribisch er arbeitet. Das ist unglaublich. Ich habe natürlich gewusst: Von nichts kommt nichts. Aber im Detail, welche Gedankengänge er hat - da kann ich nur profitieren. Das ist für mich Gold wert."

Strikter Tagesplan für den Trainer-Azubi

Dass der Arbeitstag als Teil des Trainerteams deutlich länger ist als als Spieler früher, stört ihn nicht.

"Wir haben viele Sitzungen. Nach dem Spiel arbeiten wir die Partie auf: Was haben die Jungs gut und was nicht so gut gemacht? Was können wir ihnen für das nächste Spiel mit auf den Weg geben?", erläutert er.

"Dann folgt die Vorbereitung auf den nächsten Gegner und die der Trainingseinheiten, ausgerichtet an der Frage: Was wollen wir umsetzen?" Daraus ergebe sich für ihn ein strikter Tagesplan.

Can: "Klose mehr als ein Co-Trainer"

Aus reiner Nächstenliebe allein hat Löw Klose übrigens nicht mitreisen lassen. "Er soll den Spielern aus seinem riesigen Erfahrungsschatz heraus Tipps geben", sagt der Bundestrainer über seinen Praktikanten, der bei der aktuellen Spielergeneration hervorragend ankommt.

"Gerade die jungen Spieler schauen zu ihm auf und haben großen Respekt vor seiner fußballerischen Leistung, seiner Persönlichkeit." Klose sei "mehr als ein Co-Trainer“, sagt daher zum Beispiel Emre Can.

Brandt erhofft sich bessere Torquote

Besonders die Stürmer profitieren von der Zusammenarbeit mit dem früheren Weltklasse-Torjäger. "Wenn er spricht, saugt man alles auf", bekennt Lars Stindl.

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Julian Brandt erhofft sich konkrete Hilfestellung in Sachen Abschluss: "Ich kann einiges von Miro lernen, da ich noch zu wenig Tore aus meinen Chancen mache."

Wenn er einen Laufweg mache, "der nicht so zielführend ist, kommt er auf mich zu und sagt, was ich besser machen kann", schildert Timo Werner. "So etwas hilft uns jungen Spielern enorm." 

Klose: "Ich bringe mich ein"

Kommt es zum Thema Aufstellungen, ist Klose innerhalb des Trainerteams bereits ein gleichberechtigter Gesprächspartner.

"Natürlich bringe ich mich da ein, sonst wäre ich nicht hier", sagt er dazu. "Maskottchen spiele ich nicht."

Ob er auch im kommenden Jahr Teil der Reisegruppe nach Russland sein wird, ist aber noch offen: "Wir setzen uns nach dem Confed Cup mal zusammen und ziehen da ein Fazit. Ich würde gerne bis zur WM dabei bleiben. Wenn ich nebenbei noch meinen Trainerschein machen kann, wäre das für mich fantastisch."

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