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Sotschi - Mustafa Mostafa ist ein Friseur aus Altenessen, Kumpel vieler Spieler und so beliebt, dass der DFB ihn nach Russland einfliegen ließ. SPORT1 sprach mit ihm.

Der Mann ist mit deutschen Spitzenfußballern auf Du und Du. Mustafa Mostafa betreibt das "Haarstudio Sara" im eher wenig glamourösen Essener Stadtteil Altenessen. 

Dort kam ihm irgendwann Sead Kolasinac unter die Schere.

Seither genießt er in der Kickerszene einen hervorragenden Ruf. DFB-Kapitän Julian Draxler zählt er zu seinen Freunden.

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Das führte nun dazu, dass ihn der DFB während des FIFA Confederation Cups nach Russland einfliegen ließ.

Mit SPORT1 sprach Mostafa über den Trip und sein Berufsleben mit den Fußballstars.

SPORT1: Herr Mostafa, Sie waren beim DFB-Team in Kasan, um den Spielern die Haare zu schneiden. Wer hat die Einladung ausgesprochen - Joachim Löw?

Mustafa Mostafa: Die Einladung kam nicht durch den Bundestrainer, sondern durch Julian Draxler. Der ist Stammkunde in meinem Salon in Essen. Wir sind seit circa vier Jahren befreundet. Wenn er dann mal wieder in der Nähe ist, schaut er oft bei mir vorbei. Seine Familie wohnt ja nur zehn Minuten von meinem Studio entfernt. Und durch ihn entstand auch die Verbindung zur Nationalmannschaft.

© instagram/@mustafasi

SPORT1: Wann genau waren Sie denn in Russland zu Besuch?

Mostafa: Ich war zwei Tage dort. Das Spiel gegen Chile war ja am Donnerstag. Das habe ich mir angeschaut. Angereist bin ich Mittwoch und geblieben bis Freitag. Gewohnt habe ich im Mannschaftshotel.

SPORT1: Welchen Spielern haben sie nun in Kasan die Haare geschnitten?

Mostafa: Julian Draxler, Toni Rüdiger, Emre Can, Shkodran Mustafi, Marc-Andre ter Stegen, Sandro Wagner, Kerem Demirbay, Niklas Süle, Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Benjamin Henrichs… Insgesamt waren es elf oder zwölf.

SPORT1: Welcher der Spieler ist denn am pflegeleichtesten?

Mostafa: Ich glaube, wenn Du es drauf hast, dann sind alle recht pflegeleicht (lacht). Und von den genannten Spielern war keiner besonders kritisch oder pingelig. 

SPORT1:  Die heutigen Fußballprofis sind oft sehr modebewusst. Wie oft brauchen die Spieler denn einen neuen Haarschnitt?

Mostafa: Ich würde sagen, so zwischen einer Woche und maximal zehn Tagen.

SPORT1: Was ist mit Joachim Löw, haben Sie seine Haare auch geschnitten?

Mostafa: Nein, leider nicht. Ich glaube, er wollte nicht. Keine Ahnung. Vielleicht hatte er sie schon geschnitten gehabt (lacht). Ihn habe ich nur im Hotel getroffen.

SPORT1:  Wie würde Löws Frisur denn bei Ihnen aussehen?

Mostafa: Da müsste er schon direkt vor mir sitzen und ich mir seinen Kopf mal genauer anschauen. Dann kann man so etwas immer leichter beurteilen.

SPORT1: Schneiden sie den Spielern eigentlich die Haare gratis?

Mostafa:  Bei Julian (Draxler, Anm. d. Red.) ist das ganz klar. Wir sind Freunde. Da verlange ich nichts. Aber ich habe von den anderen auch schon mal was bekommen. Wenn ich kein Geld annehmen möchte, bekomme ich oft eine kleine Gegenleistung. Mal Eintrittskarten, mal Trikots, mal Geschenke. Aber bei der Nationalmannschaft geht es ja auch nicht darum. Es war mir eine Ehre, überhaupt da zu sein und die Jungs frisch zu machen.

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SPORT1: Schneiden sie auch anderen bekannten Persönlichkeiten die Haare?

Mostafa: Ja. Einige Musiker sind auch dabei. Vor allem Deutschrapper, wie zum KC Rebell. Oder auch Boxer. Agit Kabayel (Anm. d. Red.: Europameister der EBU im Schwergewicht) ist zum Beispiel jede Woche bei mir. Dazu kommen auch ein paar YouTuber und noch einige andere. Aber bei mir im Laden wird jeder gleich behandelt, egal ob prominent oder nicht.

SPORT1: Auf Ihrem Instagram-Profil (Nickname: mustafasi) sieht man sie mit den genannten Spielern, dazu Sead Kolasinac von Schalke, Dortmunds Ousmane Dembele oder auch Mesut Özil. Sind sie mit allen befreundet?

Mostafa: Ich kenne manche etwas näher. Und bin mit einigen auch befreundet. Aber mit Mesut Özil nicht direkt. Das kam auch über den DFB zustande. Aber bestimmt bin ich bald mit ihm befreundet, wenn er bei Arsenal bleibt (lacht). Sead Kolasinac wechselt ja dorthin. 

SPORT1: Welchem prominenten Spieler würden Sie denn noch gerne die Haare schneiden? Lionel Messi, Cristiano Ronaldo...

Mostafa:  Genau diesen beiden. Das wär‘s! (lacht)

SPORT1: Was würden Sie denn bei diesen beiden frisurtechnisch verändern?

Mostafa:  Gute Frage. Messi trägt die Haare ja mittlerweile kurz. Das steht ihm in jedem Fall besser. Das passt auch gut zu seinem Bart. Und der Bart zu ihm. Und bei Ronaldo sind die Haare derzeit ganz kurz. Die hat er ja erst nach dem Champions League-Finale geschnitten. Da kann man momentan nicht viel machen. Aber es wäre einfach schon cool, ihm mal die Haare zu schneiden.

SPORT1: Welcher Fußballer sitzt denn als nächstes auf Ihrem Friseurstuhl?

Mostafa:  Mehrere. Ich fliege nun bis Mittwoch zur U21 nach Polen. Die Jungs sind nun auch schon etwas länger zusammen unterwegs und brauchen dringend einen Friseur. Auch da sind einige dabei, die ich schon länger kenne. Deswegen haben sie mich eingeladen. Das wird dann wieder Arbeit und Vergnügen zu gleichen Teilen. Einerseits werde ich die Spieler frisieren. Andererseits darf ich auf Einladung zum Halbfinalspiel am Dienstag gegen England.

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