Neuer, Özil, Boateng: Das sagt Löw über seine Sorgenkinder
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Eppan - Mesut Özil ist nach seiner Rückenverletzung zurück im DFB-Training und wird von Bundestrainer Joachim Löw behutsam aufgebaut. Denn beide haben höchste Ziele.

Drei angeschlagene Spieler stehen im vorläufigen WM-Kader der deutschen Nationalmannschaft:

Jerome Boateng (Muskelbündelriss im linken Oberschenkel), Manuel Neuer (nach Mittelfußbruch wieder im Mannschaftstraining) und Mesut Özil, der aber seine Rückenverletzung ausgestanden hat.

Wegen eben dieser Verletzung fiel das 29 Jahre alte Mittelfeld-Ass vom FC Arsenal in den vergangenen drei Ligaspielen aus.

Seinen letzten Pflichtspiel-Einsatz bestritt Özil am 3. Mai im Halbfinal-Rückspiel gegen Atletico Madrid in der Europa League.

Insgesamt bringt es der Spielmacher auf 35 Arsenal-Pflichtspiele und rund 3000 Einsatz-Minuten in dieser Saison.

Löw über Özil: "Muss noch aufholen"

"Er ist wieder voll belastbar aber muss vielleicht noch ein bisschen aufholen. Das ist bei Mesut aber kein Problem, weil er keine gesundheitlichen Beschwerden hat", sagte Bundestrainer Jogi Löw.

Beim Vormittagstraining der deutschen Elf am Donnerstag war genau das zu sehen: Der gebürtige Gelsenkirchener mischte bei diversen Pass-Übungen und auch in Spielformen auf dem Kleinfeld mit und lachte viel.

Zusammen mit Sebastian Rudy, Jonathan Tah und Marco Reus schob Özil später noch eine Zusatzschicht. Auch da stand Passspiel und Koordination im Vordergrund.

Löw beobachtete auch diese Einheit ganz genau, lobte Özil oft und motivierte ihn. Streicheleinheiten, die sein unumstrittener Stammspieler braucht und auch genießt. Danach verließ Özil in Badeschlappen den Platz.

"Ich weiß, wie man mit Mesut umgehen muss und wie man ihn dahinführt, dass er körperlich in der Lage ist, ein gutes Tempo zu gehen. Seine Grundkondition ist eh super. Da machen wir uns keinen Kopf", sagte Löw.

Der Bundestrainer unterstreicht damit einmal mehr Özils Bedeutung im Kader der Nationalmannschaft. Oft kritisiert für seine nach außen lethargisch wirkende Körpersprache, wird der Linksfuß vor allem von Löw gestärkt.

22 Tore in 89 Länderspielen

Zweifel an seinem Spielmacher lässt der Bundestrainer nicht aufkommen.

Denn Löw war es, der Özil am 11. Februar 2009 beim 0:1 gegen Norwegen debütieren ließ. Seitdem absolvierte er 89 Länderspiele, schoss 22 Tore und gab 40 Assists. 2014 wurden die beiden Weltmeister in Brasilien.

Auffällig: Bevor Löw auf Özil verzichtet, setzt er ihn lieber auf ungeliebter Position ein, wie bei der WM 2014 auf dem linken Flügel statt im Zentrum.

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In Topform Schlüssel zum Titel

Löw weiß, dass ein Özil in Topform bei der WM in Russland dringend benötigt wird. Vor allem, um das zu schaffen, was zuvor noch nie einer deutschen Nationalmannschaft gelang: Die Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft.

Auch deshalb moderiert Löw Aufreger-Themen wie die jüngste Zusammenkunft mit Özil und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gekonnt weg.

Einen endgültigen Schlussstrich zog Löw am Donnerstagnachmittag: "Es ist kein Thema mehr. Jetzt werden die sportlichen Dinge in den Fokus gerückt."

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