Nach WM-Aus: Löw fordert klare Veränderungen
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Ex-Bundestrainer Berti Vogts schlägt dem DFB vor, Jürgen Klopp und einige weitere Trainer einzuladen. Er glaubt dennoch, dass Löw der Richtige für den Job ist.

Ex-Bundestrainer Berti Vogts schlägt dem DFB unkonventionelle Wege vor, um die richtigen Konsequenzen aus dem WM-Debakel in Russland zu ziehen.

"Es macht keinen Sinn, jetzt irgendwelche Schnellschüsse zu machen", sagte der Europameister-Macher von 1996 im Interview mit der Rheinischen Post: "Es wäre sinnvoll, sich das Wissen von Experten zu eigen zu machen. Warum lädt man nicht Jürgen Klopp, David Wagner, Gernot Rohr und andere einfach mal zu einem Austausch in die Verbandszentrale ein und hört sich ihre Meinung an?"

Vogts hält Bundestrainer Joachim Löw immer noch für den "Richtigen für den Job". Der langjährige DFB-Chefcoach rät dem DFB: "Man darf sich nicht immer nur in seiner Komfortzone bewegen, sondern muss sich immer wieder neu justieren, wenn man oben mitspielen will."

Der letzte Platz in der WM-Vorrundengruppe F hinter Schweden, Mexiko und Südkorea habe die Defizite deutlich vor Augen geführt. "Der deutsche Fußball hat in den vergangenen Jahren in der Ausbildung ganz grundlegende Dinge verpasst", betonte Vogts.

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Vogts: Junge Trainer müssen ins Ausland

Er vermisst in der Trainerausbildung, dass junge Coaches "Erfahrungen im Ausland sammeln und dort Praktika machen. Das erweitert immer den Horizont und gibt neue Impulse", so der 96-malige Nationalspieler und Weltmeister von 1974.

Auch in den Akademien werden Fehler begangen. Vogts: "Das habe ich immer wieder gesagt. Und diese Fehler werden nicht erst seit ein paar Wochen begangen, sondern bereits vor 2014."

Wenn man in Deutschland etwas Kritisches sage, bekomme man direkt böse Blicke. "Dann heißt es schnell", so Vogts, "der will sich nur wichtig tun. Auf der anderen Seite stehen große TV-Sender, die für die Übertragungsrechte sehr viel Geld bezahlt haben und die dann aus der Bundesliga die stärkste Liga der Welt machen. Naja. Die Spiele sprechen ja für sich."

Vogts forderte, alles auf den Prüfstand zu stellen, "sonst wird der Abstand zur internationalen Spitze immer größer".

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