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BVB - Gladbach: Die besten Borussia-Spieler aller Zeiten
BVB - Gladbach: Die besten Borussia-Spieler aller Zeiten © Getty Images
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Der Ex-Nationalspieler und SPORT1-Experte warnt den Bundestrainer davor, beim Neustart nach dem WM-Debakel vor zu großem Aktionismus. Ein starkes Gerüst sei wichtig.

Behutsame Veränderungen statt radikalem Neuaufbau: Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg rät Bundestrainer Joachim Löw nach dem WM-Debakel und dem Absturz des viermaligen Fußball-Weltmeisters Deutschland auf Platz 15 der FIFA-Weltrangliste von einem Hauruckverfahren ab und empfiehlt eine sanfte Tour beim Neustart im September.

"Tabula rasa nach dem Prinzip acht Spieler rausschmeißen, acht neue rein wäre falsch. Der Bundestrainer hat im Gegensatz zu einem Vereinstrainer die Zeit, um nach und nach Veränderungen vorzunehmen, und das sollte er auf dem Weg zur EM-Endrunde 2020 auch für sich nutzen", sagte der 50-Jährige, der am Sonntag (ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) sein Debüt als SPORT1-Experte im CHECK24 Doppelpass gibt.

"Wichtig ist, dass Jogi Löw nach der WM die nötigen Gespräche geführt hat, wie ja auch das Beispiel Kroos zeigt. Man darf jetzt nicht den Fehler machen, alles zu verteufeln. Löw muss sicherlich gewisse Veränderung vornehmen, sollte dabei aber behutsam vorgehen."

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Effenberg rät zu punktuellen Veränderungen

Der Bundestrainer müsse mit Blick auf das erste Saison-Länderspiel am 6. September gegen Weltmeister Frankreich in München "einige punktuelle Änderungen vornehmen und dann nach und nach weitere Veränderungen vornehmen, um wieder in die Erfolgsspur zu kommen".

Dass Toni Kroos frühzeitig bekannt geben hat, dass er seine Karriere im DFB-Team fortsetzt, ist für Effenberg das richtige Signal: "Das ist ein absolut positives Zeichen. Toni Kroos ist für die Zukunft der Nationalmannschaft einer der wichtigsten Spieler. Er zählt aufgrund seiner Erfolge und seiner Erfahrung zu den Spielern, die hauptverantwortlich dazu beitragen können, dass die Nationalelf wieder erfolgreich wird", so der neue Sport1-Experte, der am Sonntag beim Fußball-Stammtisch Doppelpass seine Premiere feiert.

Aber nicht nur Kroos muss seiner Meinung nach bei den Reparaturarbeiten des abgestürzten 2014er-Weltmeisters eine wichtige Rolle übernehmen: "Wir brauchen nach wie vor eine Achse. Und mit Manuel Neuer, Mats Hummels, Jerome Boateng und Kroos hat Löw schon mal ein gutes Gerüst."

Auch DFB und Bundesliga müssen Konsequenzen ziehen

Zudem sei es wichtig, dass auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sowie die Bundesligaklubs aus der nicht nur auf dem Feld desaströsen WM die richtigen Lehren ziehen, wiederholte Effenberg. "Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandschef von Bayern München/Anm. d. Red.) hat das Thema ja auch schon angesprochen. Man braucht im Verband, aber auch in den Klubs eine gewisse Fachkompetenz. Man kann nur gut und erfolgreich arbeiten, wenn an den entscheidenden Stellen Leute mit Fachkompetenz sitzen. Das beweist das Beispiel Bayern München mit Uli Hoeneß und Rummenigge, die sich auch manchmal zoffen. Aber nur durch Reibung kann man die Leistung optimieren und zum Erfolg kommen."

Deshalb begrüßt Effenberg, dass in WM-Kapitän Philipp Lahm "ein Aushängeschild des deutschen Fußballs" im Falle der Vergabe der EM 2024 nach Deutschland Chef des Organisationskomitees wird: "Lahm würde dem DFB ohnehin gut zu Gesicht stehen, da dort bis auf die sportliche Leitung und Oliver Bierhoff zu wenig Fußball-Kompetenz vorhanden ist."

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