Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

Rottach-Egern und München - Uli Hoeneß erklärt, dass er seine harte Kritik an Mesut Özil nicht bereut. Der Boss des FC Bayern hätte sich eine Entschuldigung von Özil gewünscht.

Uli Hoeneß hat seine harsche Kritik an Mesut Özil bekräftigt und sich im gleichen Zug gegen Rassismus-Vorwürfe an seine Person gewehrt.

"Kein Wort" seiner emotionalen Abrechnung mit Özil wolle er zurücknehmen, sagte Hoeneß nach einer CSU-Veranstaltung unweit des Trainingslagers des FC Bayern in Rottach-Egern im Gespräch mit SPORT1.

"Um ehrlich zu sein, interessiert es mich nicht, was alle so schreiben. Jeder, der bei dem Interview dabei war, weiß, dass ich nur den Sportler Mesut Özil kritisiert habe. Das Thema Integration und Rassismus haben in diesem Zusammenhang überhaupt keine Rolle gespielt. Dass meine Worte dann von der einen oder anderen Seite in irgendeine Richtung benutzt werden, dafür kann ich nichts - und das ist mir auch ziemlich egal", so der Bayern-Präsident.

Anzeige

Hoeneß: "Özil hat nur Dreck gespielt"

Hoeneß hatte vor einer Woche vor dem Abflug den FC Bayern auf die USA-Reise den Rücktritt Özils aus der Nationalmannschaft begrüßt und dem Arsenal-Spielmacher die sportliche Qualität abgesprochen.

"Für mich ist Mesut Özil seit Jahren ein Alibi-Kicker gewesen, der der deutschen Mannschaft überhaupt nicht geholfen hat. Es ist nur konsequent, wenn er jetzt die Konsequenzen zieht", polterte der 66-Jährige. "Er hat sich jetzt schön hinter der Erdogan-Geschichte verstecken können. Er hat seit Jahren einen Dreck gespielt und jetzt sollen Grindel, Löw oder Bierhoff schuld sein".

Hoeneß: Özil hätte sich entschuldigen müssen

Bereits während der Veranstaltung, bei der auch Bayerns stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner anwesend war, hatte sich Hoeneß zum Thema Özil geäußert.

"Ich habe nie darüber nachgedacht, ob er türkische Wurzeln hat, wo er geboren wurde, oder an was er glaubt. Meine Meinung dazu wird kein Mensch der Welt mehr ändern", erklärte der Bayern-Boss: "Beim DFB hat man sich von den Medien und seinem Umfeld eine politische Diskussion aufdrängen lassen. Da haben auch viele Politiker populistisch mitgemacht."

Özil selbst hätte der Diskussion den Wind aus den Segeln nehmen können, meint Hoeneß: "Das Grundproblem ist doch: Der Spieler hat mit dem Erdogan-Foto einen Fehler gemacht. Er hätte sich entschuldigen müssen und gut wäre es gewesen."

Uli Hoeneß bei einer Veranstaltung der CSU
Uli Hoeneß bei einer Veranstaltung der CSU © SPORT1

Hoeneß lobt Bayern-Trainingslager

Keinen Fehler hat der FC Bayern dagegen mit der Wahl des Trainingslagers in Rottach-Egern gemacht. Erstmals seit 2013 ist der deutsche Meister wieder am Fuße des Wallbergs zu Gast.

"Da hatte ich überhaupt keinen Einfluss darauf. Das hat Hasan Salihamidzic gemeinsam mit dem Trainer und Teammanagerin Kathleen Krüger beschlossen. Wir haben hier fantastische Möglichkeiten und sind nahe an München falls etwas passiert", lobte Hoeneß bei SPORT1 und  kündigte an, die Mannschaft zum Essen einzuladen.

Der Weltmeister von 1974 ist sicher, dass den Münchnern ein echtes Trainingslager ohne Marketing-Verpflichtungen zugutekommen wird.

"Dieses Jahr hat der Trainer, auch durch das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft, viel früher die Möglichkeit mit der ganzen Mannschaft zu trainieren. Das müsste sich meiner Meinung nach im Laufe der Saison auszahlen."

Nächste Artikel
previous article imagenext article image