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Die Zukunft der serbischen Nationalmannschaft sieht rosig aus. Vor dem Duell gegen die DFB-Elf stellt SPORT1 die Mega-Talente der Goldenen Generation vor.

Während Kroatien bei der WM 2018 erst im Finale Frankreich knapp unterlegen war und bei der WM 1998 überraschend Dritter wurde, hinkte der serbische Fußball lange Zeit seinem Nachbarn hinterher. 

Dabei hatte Serbien nach dem Zusammenfall Jugoslawiens auch über Jahre einige Superstars und Mega-Talente wie Dragan Stojkovic, Dejan Savicevic, Peja Mijatovic, Dejan Stankovic, Vladimir Jugovic, Sinisa Mihaljovic, Mateja Kezman oder Nemanja Vidic in den eigenen Reihen.

Der größte Erfolg der Serben war lange Zeit der Junioren-WM-Titel 1987 als jugoslawische Nationalmannschaft. Dieser wird nach der Unabhängigkeit von Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro und des Kosovos dem serbischen Fußball angerechnet (Anm. d. Red: Ähnlich wie bei der Sowjetunion: Dort werden die Erfolge Russland zuteil).

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Beim Titelgewinn 1987 der Jugoslawen im Endspiel gegen Deutschland waren die prägenden Figuren Davor Suker (6 Tore), Zvonimir Boban (3), Mijatovic (3) sowie der beste Spieler des Turniers - Robert Prosinecki.

Anno 2013 feierte Serbien dann endlich auf der großen Fußball-Bühne einen prestigeträchtigen Erfolg, als die U19 den EM-Titel errang. Kurz danach gewann die U20 auch noch den WM-Titel 2015. Diese Generation an Fußballern wird daher in Serbien auch als Goldene Generation gefeiert. Jetzt soll bei der EM 2020 auch die A-Nationalmannschaft davon profitieren und den nächsten Schritt machen.

SPORT1 stellt die vielversprechendsten serbischen Nationalspieler vor.

Nikola Milenkovic/21 Jahre alt/Fiorentina/IV/RV/35 Mio. Euro MW

Das Abwehr-Juwel wird in den Medien bereits als "neuer Vidic" gefeiert. Der 1,95 große Hüne ist ähnlich robust wie der frühere United-Star und spielt am liebsten in der Innenverteidigung. Beim AC Florenz kommt Milenkovic aber vorwiegend als Rechtsverteidiger zum Zug.

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Neben seiner Zweikampfhärte glänzt der Serbe mit einem guten Spielaufbau und ist trotz seiner Größe verdammt schnell. In der Jugend war er 60-Meter-Sprinter, ehe der mittlerweile 21-Jährige sich nur noch auf den Fußball konzentrierte. ManUnited, Juve und Bayern sollen ihn unter anderem auf dem Zettel haben.

Sergej Milinkovic-Savic/24 Jahre alt/Lazio Rom/ZM/OM/75 Mio. Euro MW

Über "SMS" muss man nicht viele Worte verlieren, denn bei der WM 2018 in Russland stellte der Lazio-Star eindrucksvoll unter Beweis, warum zahlreiche Top-Klubs ihn verpflichten wollen. Kein Wunder also, dass die Römer ihren Leistungsträger erst ab einer Ablöse von mindestens 100 Millionen Euro ziehen lassen werden. Bei diesem Preis mussten die interessierten Klubs wie Juventus, Real, PSG und Inter Mailand erstmal schlucken.

Der Podcast "Lazio Lounge" brachte seine Stärken einst schön auf den Punkt: "Er hat alles: Er ist groß, stark, hat eine gute Technik. Er ist wie geschaffen dafür, im modernen Fußball Erfolg zu haben."

Milinkovic-Savic ist ein Mittelfeld-Allrounder, der auf der Sechs, Acht und Zehn als Ballverteiler oder Spielgestalter agieren kann. Aufgrund seiner Größe und Statur spielt er manchmal sogar als hängende Spitze, da er den Ball gut vom Gegenspieler abschirmen und sich in Zweikämpfen - gerade in der Luft - durchsetzen kann. "SMS" ist Serbiens größte Fußball-Hoffnung.

Mijat Gacinovic/24 Jahre alt/Eintracht Frankfurt/ZM/9 Mio. Euro MW

In Frankfurt diktieren Sebastian Haller, Ante Rebic und Luka Jovic die Schlagzeilen, dabei hat Gacinovic einen großen Anteil an der aktuellen Erfolgsgeschichte der Eintracht. Der 24-Jährige hat im Vergleich zur Vorsaison einen großen Leistungssprung gemacht und ist der wohl meist unterschätzte Spieler der Adler. Neun Scorer-Punkte in der Bundesliga und Europa League sind auch nicht ohne.

Der 24-Jährige drückt dem Frankfurter Spiel immer mehr seinen Stempel auf. Im Mittelfeld ist er nicht nur Dauerläufer, sondern der Umschaltspieler schlechthin. Fast jeder Angriff läuft über Gacinovic, der technisch versiert ist und meist den Pass vor dem Pass zum Tor spielt. In der serbischen Nationalmannschaft vertraut Coach Krstajic nun vermehrt auf ihn, obwohl auf seinen Positionen der Konkurrenzkampf am größten ist.

Luka Jovic/21 Jahre alt/Eintracht Frankfurt/ST/55 Mio. Euro MW

36 Spiele, 22 Tore und sieben Vorlagen! Ein besseres Empfehlungsschreiben kann es nicht geben. Kein Wunder, dass sich die Bayern, Barcelona und Real Madrid nach Jovic die Finger lecken. Insbesondere sein alter Förderer, Mentor und Trainer Niko Kovac arbeitet hinter verschlossenen Türen stark daran, das Sturm-Juwel nach München zu locken. Noch sträuben sich die FCB-Bosse aber.

Jovic ist mit 1,81 Metern deutlich kleiner als sein Konkurrent im serbischen Sturm, dafür aber wendiger und technisch versierter als Aleksandar Mitrovic. Durch seine bullige Statur ist der 21-Jährige trotzdem sehr präsent. Der Frankfurter lässt sich gerne mal fallen und sorgt damit für Überzahlsituationen im Mittelfeld. Und vor allem trifft Jovic, wie er will: Mit links, mit rechts, per Kopf - und auch artistisch mit der Hacke. Sky is the limit.

Der serbische Fußball hat neben den oben genannten Spielern noch zahlreiche Mega-Talente wie Milos Veljkovic (23/IV/Werder Bremen), Marko Grujic (22/ZM/Hertha/Liverpool), Nemanja Radonjic (23/LA/Marseille), Andrija Zivkovic (22/RA/Benfica) in seinen Reihen. Wohin die Reise geht, wird sich zeigen.

Im Testspiel gegen Deutschland am Mittwochabend (ab 20.30 Uhr im Liveticker) werden auf jeden Fall einige Scouts auf der Tribüne zu finden sein, die genau hinsehen, wie sich die Goldene Generation in einem echten Härtetest präsentiert.

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