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Wolfsburg - Leroy Sane, Ilkay Gündogan und Antonio Rüdiger kommen mit breiter Brust aus der Premier League zur Nationalmannschaft. Trotzdem haben sie viel Arbeit vor sich.

England-Power für die Nationalmannschaft!

Mit Leroy Sane und Ilkay Gündogan von Manchester City sowie Antonio Rüdiger vom FC Chelsea berief Joachim Löw drei Top-Stars der Premier League für die anstehenden Länderspiele gegen Serbien (Testspiel: Deutschland - Serbien, Mi. ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) und die Niederlande (EM-Qualifikation: Niederlande - Deutschland, So. ab 20.45 Uhr im LIVETICKER).

Das große Plus: Alle kommen mit breiter Brust. Sane (38 Pflichtspiele in dieser Saison/14 Tore/17 Assists) und Gündogan (39/5/7) kämpfen mit den Citizens um die Meisterschaft und den Titel in der Champions League. Rüdiger (39/1/0) ist in einer schwierigen Saison der Blues einer der wenigen Lichtblicke, kann aber mit Chelsea noch die Europa League gewinnen.

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"Jeder weiß, welche Qualitäten Antonio und Ilkay haben, gerade Toni mit seiner Zweikampfstärke und Ilkay mit seinem Positionsspiel und seinen Bällen in die Tiefe. Mit beiden Spielern und generell allen in unserem Team haben wir auf jeder Position sehr, sehr gute Qualität", lobt sie Sane auf SPORT1-Nachfrage.

Und über Sane sagt Löw: "Er hat außergewöhnliche Fähigkeiten. Im Moment kommen sie sowohl bei uns als auch bei Manchester City sehr gut zur Geltung. Er hat aber noch viel mehr Potenzial."

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Rüdiger soll stabilisieren

Die Frage ist, wie sie der Bundestrainer einplant. Rüdiger (29 Länderspiele/1 Tor) wird den Platz neben Niklas Süle einnehmen - entweder in der Innenverteidigung oder in der Dreierkette halblinks. Seine große Stärke ist neben dem Zweikampfverhalten die Schnelligkeit.

Zulegen muss der 26-Jährige im Spielaufbau, denn im DFB-Dress wirkte er bislang oft nervös, spielte Fehlpässe. Rüdiger wird gefordert sein, sich zu steigern, denn als SPORT1 Löw zum Thema Spielaufbau fragt, sagt er: "Ich möchte keine langen Bälle, sondern das Spiel aus der Abwehr heraus." Löw traut beiden aber einiges zu: "Sie haben schon etwas mehr Erfahrung. Sie können die Stabilisatoren in der Abwehr dieser neu formierten Mannschaft sein."

Gündogan hat Kroos und Kimmich vor der Nase

Gündogan (29/4) hingegen hat es schwer. Löws 3-4-3-System sieht zwei Positionen im defensiven Mittelfeld vor. Der 28-Jährige kann im Zentrum alles spielen, aber der Bundestrainer erklärte am Dienstagmittag: "Kimmich wird bei uns auf jeden Fall auf der Sechs spielen. Das hat sich in der Nations League etabliert. Mit Kroos zusammen ein spielstarkes Mittelfeld zu haben, hat sich bewährt."

Beide können sich des Stammplatzes aber nicht sicher sein, schließlich ist man in der Nations League abgestiegen und vor allem Kroos hat offenbart, in der Rückwärtsbewegung Probleme zu haben.

Sane (17/2) hingegen hat seinen Stammplatz sicher – vorrangig auf der linken Außenbahn. In den vergangenen beiden Länderspielen traf der 23-Jährige je einmal.

Löw mit neuem Spielstil

Spannend wird zu sehen sein, wie vor allem die beiden Schützlinge von City-Trainer Pep Guardiola mit der Löw-Taktik harmonieren. In England sind sie unter Guardiola einen extremen Ballbesitz-Fußball gewöhnt. Viele kurze Pässe, Kombinationen bis in den gegnerischen Strafraum, viele Läufe auf die Grundlinie.

Löw hingegen, der mit dem Ballbesitz-Spiel bei der WM in Russland krachend scheiterte, setzt fortan auf Tempofußball, schnelle Umschaltmomente und auch auf Konter. Ganz aufgeben will er den Fokus auf Ballbesitz aber nicht, denn auch er weiß, wie erfolgreich Top-Klubs wie ManCity und der FC Barcelona damit noch sind. "Wir brauchen Ballbesitz, aber wir müssen ihn auch in die richtige Entschlossenheit und ins richtige Tempo ummünzen", fordert der 59-Jährige.

Sane sieht in der Umstellung kein Problem. "Gerade für Spieler auf unserem Niveau sollte es möglich sein, dass wir mit beiden Taktiken und Trainern gleich gut umgehen können. Ich persönlich habe jedenfalls kein Problem damit. Ich mag es auch genauso zu spielen, wie es Jogi Löw tut."

Der Bundestrainer wird das gerne hören. Ebenso kann er sich sicher sein, dass seine drei "Engländer" dabei helfen können, den geforderten Tempofußball auch in die Tat umzusetzen, denn die Intensität der Premier League sucht in Europa ihresgleichen. Löw meinte: "Unsere Spieler, die bei Bayern oder wie Toni Kroos auch bei Real Madrid spielen, können diese Intensität aber auch gehen."

Vor allem Sane, Gündogan und Rüdiger mit ihrer England-Power.

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