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Amsterdam - Für Manuel Neuer ist das Duell in der EM-Qualifikation gegen die Niederlande ein wegweisendes Spiel. Der DFB-Kapitän muss seinen Stammplatz im Tor gegen Marc-Andre ter Stegen behaupten.

Entscheidet der Holland-Hit über Manuel Neuers Zukunft im DFB-Tor?

Joachim Löw hat bereits nach dem 1:1 gegen Serbien am Mittwoch unmissverständlich klar gemacht, dass Neuer beim Auftakt zur EM-Qualifikation gegen die Niederlande (EM-Qualifikation: Niederlande - Deutschland, So. am 20.45 Uhr im LIVETICKER) im Tor stehen wird.

Am Samstag auf der abschließenden Pressekonferenz wiederholte er seine Entscheidung, allerdings ließ der Bundestrainer aufhorchen als er sagte: "Manuel war in der ganzen Zeit immer professionell. Auch als er unangefochten die Nummer eins war."

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Ist Neuer also nicht mehr unangefochten? Ja, aber noch hat der DFB-Kapitän die Nase vorn.

Für Herausforderer Marc-Andre ter Stegen bleibt vorerst nur die Bank. Für die unangefochtene Nummer eins des FC Barcelona eine bittere Entscheidung. Er hoffe darauf, dass ihm Löw in den wichtigen Duellen das Vertrauen schenke, sagte ter Stegen bei RTL, nachdem er - wie Neuer - 45 Minuten gegen Serbien gespielt hatte. Auch sonst erhob der 26-Jährige zuletzt mächtig Anspruch auf die Nummer eins im DFB-Tor - sportlich wie medial.

Löw: "Neuer sehr fokussiert"

Neuer hingegen verzichtete auf die Konfrontation. Der Kapitän gab sich in Interviews diplomatisch und zeigte sich auch in den Tagen in Wolfsburg zurückhaltend und konzentriert. "Wenn man ihn im Mannschaftshotel und mit den Spielern im Training erlebt, ist und war er sehr fokussiert. Es braucht bei ihm auch keinen Konkurrenzkampf, um seine Konzentration hochzuhalten", stellte Löw auf SPORT1-Nachfrage fest.

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Manuel Neuer in Amsterdam
Manuel Neuer in Amsterdam © SPORT1

Dennoch: Neuer weiß, dass er fortan der Gejagte ist. Fehler sind verboten.

Löw hält an seinem Weltmeister-Keeper von 2014 auch deshalb noch fest, weil er um Neuers Bedeutung für das Mannschaftsgefüge weiß. Zusammen mit Toni Kroos, Marco Reus und Joshua Kimmich führt er die sich im Umbruch befindende Mannschaft an. Sein Wort hat Gewicht.

Löw stärkte Neuer nach Fehlern

Löw stärkte ihn auch als er zuletzt beim FC Bayern Unsicherheiten am Ball zeigte oder - wie gegen Liverpool - patzte. Insgesamt stabilisierte sich Neuer in den vergangenen Monaten aber und trug maßgeblich dazu bei, dass die Bayern wieder im Titelrennen mitmischen.

"Er war jahrelang unsere Nummer eins und hat über viele Jahre super Leistungen gezeigt. Ich glaube er kann mit der Situation sehr gut umgehen", ergänzte der Bundestrainer zum Torwart-Duell in der DFB-Auswahl.

Das Prestige-Duell gegen Holland kann für Neuer jedoch wegweisend sein. Mit einem fehlerfreien Spiel würde er die vereinzelten Rufe nach seiner Ablösung durch ter Stegen vorerst verstummen lassen. Wackelt der viermalige Welttorwart in Amsterdam, wird der Druck auf Löw in der Torwart-Frage weiter zunehmen.

"Ich denke die Tendenz geht dahin, dass es zeitnah den Wechsel gibt", sagte SPORT1-Experte Stefan Effenberg im CHECK24 Doppelpass.

Kroos schwärmt von deutschem Torhüter-Duo

Wie sieht die Mannschaft das Torwart-Duell?

Die Bayern-Fraktion ist klar auf Seiten ihres Mitspielers. Leon Goretzka bezeichnete Neuer unlängst noch immer als "weltbesten Torwart."

Spanien-Legionär Toni Kroos hat mit ter Stegen wöchentlich in der Liga zu tun. Auf SPORT1-Nachfrage sagte der Madrilene: "Wir können glücklich sein, dass wir die beiden haben, aber am Ende muss man sich für einen entscheiden. Ich sehe Marc-Andre natürlich sehr oft und leider auch manchmal zu gut, aber auch über Manuel brauchen wir nicht diskutieren. Insofern kann es da keine falsche Entscheidung geben."

Die richtige Entscheidung für Löw lautet vorerst Neuer. Er allein hat sein Schicksal sprichwörtlich in den eigenen Händen.

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