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Rainer Koch reagiert bei SPORT1 auf die deutlichen Kritik von Karl-Heinz Rummenigge. Der kommissarische DFB-Präsident will keinen Keil zwischen Amateur- und Profifußball.

Nach dem Rücktritt von Reinhard Grindel als DFB-Präsident haben Rainer Koch und Reinhard Rauball interimsweise den Posten als Doppelspitze übernommen. 

Die beiden Verbandsfunktionäre sollen nun, ähnlich wie nach dem Rücktritt von Wolfgang Niersbach vor vier Jahren, den DFB wieder auf Kurs bringen, bevor der nächste Präsident im kommenden September gewählt wird. 

Allerdings bekam Koch, der vor allem die Interessen des Amateurfußballs vertritt, zuletzt Gegenwind aus dem Profilager. "Mit dem Duo Reinhard Grindel und Rainer Koch ist da Gift reingeflossen, das ist nicht von Reinhard Grindel passiert", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag bei Sky.

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"Darauf entgegne ich nicht, weil das vor vier Jahren auch so war, als Wolfgang Niersbach zurückgetreten ist", sagte Koch vor dem Duell zwischen der SpVgg Unterhaching un Kickers Würzburg im Toto-Pokal bei SPORT1. "Da hatte sich Karl-Heinz Rummenigge sich zunächst auch etwas emotional zu Wort gemeldet - warum, weiß ich gar nicht. Aber ich glaube, dass Reinhard Rauball und ich den DFB vor vier Jahren in ruhiges Fahrwasser gebracht. Das wird uns dieses Mal auch gelingen."

Wer wird neuer-DFB-Präsident? 

Es gelte, einen Streit zwischen dem Amateur- und dem Profilager zu vermeiden", sagte Koch. " Es hat überhaupt keinen Sinn, wenn Amateur- und Profifußball zwar an einem Seil, aber in unterschiedliche Richtungen ziehen. Ich glaube, da wird auch Rummenigge sehr schnell erkennen, dass er ins gemeinsame Boot einsteigt. Wir an der Spitze des DFB und der DFL sind jedenfalls völlig einig, dass es nur gemeinsam geht. Und ich bin sehr sicher, dass wir auch dieses Mal einen gemeinsamen Kandidaten finden." 

Dass erneut das Duo Rauball/Koch für einige Monate den Posten an der DFB-Spitze übernehme, empfindet Koch als Vorteil. "Normalerweise sind Wiederholungsspiele im Fußball nicht so toll. In diesem Fall ist es aber vielleicht doch von Vorteil, dass Dr. Reinhard Rauball und ich vor vier Jahren schon einmal für sechs Monate die Zeit nach dem Rücktritt von Wolfgang Niersbach gut überbrückt haben. Wir werden es auch dieses Mal genau so angehen."

Etwaige Kandidaten für den Posten des DFB-Präsidenten wollte Koch nicht nennen. "Wir diskutieren momentan noch nicht über Namen, sondern darüber, welche Anforderungen und Eigenschaften ein Präsident oder eine Präsidentin haben muss, um in der Lage zu sein, den DFB in eine gute Zukunft zu führen. Das werden wir in den nächsten Wochen tun, dann werden wir uns anschließend um einzelne Personen kümmern und schauen, wer in Frage kommt. Wir haben nicht, aber ausreichend Zeit, denn Ende Juli muss nominiert werden."

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