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Borissow und München - Manuel Neuer bestätigt beim DFB-Team seine starke Leistung aus dem Pokalfinale - auf seine eigene Art und Weise. Damit punktet er im internen Konkurrenzkampf.

Manuel Neuer macht wieder Dinge, die nur Manuel Neuer macht.

In Höhe der Eckfahne ließ der Torhüter der Nationalelf beim 2:0-Sieg in Weißrussland Angreifer Yuri Kovalev ganz alt aussehen. Mit geschickten Körpertäuschungen tanzte der "Schnickser" seinen Gegenspieler gleich zweimal aus.

"Er könnte bei uns auch auf der Sechs oder ein bisschen weiter vorne spielen, so kreativ wie er da hinten rumgeschnickt hat", sagte Joshua Kimmich: "Man sieht, dass er Selbstvertrauen hat und Bock zu spielen. Das tut uns als Mannschaft sehr gut."

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Neuer ist wieder "Manu, der Libero"

"Manu, der Libero" klärte schon in den Anfangsminuten aufmerksam weit außerhalb seines Sechzehners vor dem heranstürmenden Kovalev. Doch am meisten Applaus - auch von den staunenden weißrussischen Fans - brachte ihm sein Ausflug in der 32. Minute beim Stand von 1:0 ein.

"Ich habe gedacht: Wahrscheinlich hat er ein bisschen Langeweile gehabt. Das war recht mutig bei dem Spielstand", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff.

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Lob gab es von Ersatz-Bundestrainer Marcus Sorg: "In dem Augenblick war es die richtige Entscheidung", sagte der Vertreter von Joachim Löw am RTL-Mikrofon. Hätte Neuer den Ball einfach ins Seiten-Aus geschlagen, wäre sein Tor bei einem schnellen Einwurf verwaist gewesen. "Deswegen hat er intuitiv alles richtig gemacht", ergänzte Sorg.

Neuer: "War nichts Geplantes"

Die Ruhe am Ball, die Neuer in dieser außergewöhnlichen Aktion auszeichnete, strahlte er auch bei seiner anschließenden Analyse aus.

"Ich wollte nicht dribbeln, aber ich hatte keine direkte Anspielmöglichkeit", erklärte Neuer, "deshalb habe ich nochmal aufgezogen. Beim zweiten Mal war immer noch niemand da, das hat sich einfach so ergeben, war nichts Geplantes."

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Dass der 33-Jährige auch ein guter Feldspieler geworden wäre, ist keine neue Erkenntnis, doch seine technischen Fähigkeiten überraschen immer wieder. "Ich habe einiges gelernt von meinen Mitspielern in der Vergangenheit, da kann man sich schon was abschauen", sagte der Bayern-Keeper.

Auch auf der Linie gewohnt sicher

Neuer, betonte Bierhoff, könne derartige Situationen "gut einschätzen - und natürlich war es eine tolle Aktion für ihn." Der Torwart spiele "immer gerne mit und ist ganz froh, wenn er ein bisschen Action hat."

So wie in der 30. Minute, als er beim Kopfball von Nikita Naumov seinem eigentlichen Job nachging: Bälle halten. Auch dies in überragender Manier.

"Man hat gesehen: Er ist bereit", sagte Bierhoff über die Nummer eins.

Neuer punktet im Duell mit ter Stegen

Dabei geriet gerade dieser Status als unangefochtener Stammtorhüter zuletzt etwas in Gefahr. Konkurrent Marc-André ter Stegen untermauerte seine Ambitionen auf den Platz zwischen den Pfosten im DFB-Tor mit konstant starken Leistungen im Trikot des FC Barcelona. Auch Bundestrainer Löw rief daher Anfang März einen offeneren Konkurrenzkampf aus.

Dass ter Stegen die EM-Qualispiele in Weißrussland und gegen Estland (EM-Qualifikation: Deutschland - Estland, Mittwoch 20.45 Uhr im LIVETICKER) wegen Knieproblemen absagen musste, spielte Neuer in die Karten. Dabei hatte er selbst die Schlussphase der Bundesligasaison wegen eines Muskelfaserrisses verpasst und erst im Pokalfinale beim Triumph der Bayern über RB Leipzig sein Comeback gefeiert.

Schon in Berlin hatte er mit starken Paraden gezeigt, dass er wieder ganz der Alte ist. Und die Dinge, die nur ein Manuel Neuer macht, verlernt ein Manuel Neuer sowieso nie.

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