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Bundestrainer Joachim Löw und Toni Kroos erklären den Plan für das Spiel in der EM-Qualifikation gegen die Niederlande - die Pressekonferenz zum Nachlesen.

Am Freitagabend (EM-Qualifikation: Deutschland - Niederlande, Fr. ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) trifft die deutsche Nationalmannschaft in Hamburg auf die Niederlande.

Bisher lief die EM-Quali für das DFB-Team nach Maß, mit drei Siegen aus drei Spielen liegen die Männer von Bundestrainer Joachim Löw auf Rang zwei - vor den Niederlanden. Auch das Hinspiel gegen Oranje lief erfolgreich, mit 3:2 setzte sich die Löw-Elf Ende März dieses Jahres in Amsterdam durch.

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Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel sprach Löw über das erneute Duell mit den Niederlanden, den Umbruch in der deutschen Nationalmannschaft - und er verriet, welcher Bayern-Profi bei ihm immer gesetzt sei.

Die Pk mit Löw und Toni Kroos zum Nachlesen im Ticker.

+++ Löw über das Rauchen +++

Das Rauchen habe ich nun schon länger aufgegeben. Ob ich es durchstehe, weiß ich nicht, aber ich gehe mal davon aus.

+++ Löw über den Fall Metzelder +++

Da ich die ganze Sachlage jetzt nicht aus erster Hand weiß und nur das, was wir alle wissen, kann und möchte ich heute nicht dazu äußern. (Alle aktuellen Informationen zum Fall Metzelder lesen Sie hier.)

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+++ Löw über die Niederländer +++

Man kann sie vergleichen mit der Mannschaft von Ajax. Deren Fußball ist fast identisch mit dem Fußball, den die Nationalmannschaft spielt. Das ist die Ajax-Schule, mit schnellen Spielern nach vorne. Was sie auch gut machen: Sie verändern ihre Positionen ständig, pflegen ein schnelles Kombinationsspiel, und bei Ballverlust sind sie schnell. Ajax und auch Holland. Sofort suchen die den Weg in die Spitze. Wir müssen die Konzentration hochhalten. Wir haben Gegenlösungen gegen das schnelle Spiel. Wenn du einfache Ballverluste hast, hat Holland Raum und Platz, und dann setzen sie ihre schnellen Spieler ein. Wichtig ist: Aufmerksamkeit in letzter Reihe.

+++ Löw über die Stärke des DFB-Teams +++

Vor der WM haben wir gegen Spanien gespielt, das fand ich das beste Testspiel, das ich je erlebt habe. Auf allerhöchstem fußballerischen Niveau. Es gab keine Anzeichen, dass die Mannschaft die Leistung nicht mehr abrufen könnte. Bei der WM hat sie sie nicht abgerufen. Was uns stark gemacht hat, haben wir nicht mehr ausgespielt. Die wichtigste Erkenntnis: Wo war unsere Torgefahr? Den Gegner in Gefahr bringen können wir jetzt wieder besser. Ein Titelaspirant zu werden ist ein Weg. Nächstes Jahr ist Frankreich wieder da, Spanien, Kroatien, Italien, das Turnier wird wahnsinnig eng. Ich habe das Gefühl, wir sind auf einem guten Weg, und die Mannschaft kann sich entwickeln und kann die nächsten Jahre einiges erreichen.

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+++ Löw über Sanés Ausfall +++

Was ich bei Analysen festgestellt habe: Unsere Mannschaft lebt seit Jahren von einer Raumaufteilung, in der Defensive und der Offensive, und von mannschaftlicher Geschlossenheit. Das war immer unsere große Stärke. Wenn wir das nicht machen, sind wir nicht so gut. Jeder Spieler muss sich an diese Aufgaben halten. Eins-gegen-Eins-Spieler sind sehr, sehr wichtig, aber unsere Lösung ist mannschaftliche Geschlossenheit. Wir stellen nicht um, weil ein Spieler kommt oder geht.

+++ Löw über Havertz +++

Im Moment haben wir es geschafft, dass wir die Positionen doppelt besetzen. In der Partie in den Niederlanden kamen Ilkay (Gündogan, d. Red.) und Marco Reus rein und haben das Spiel zum Positiven gewendet. Das macht die Stärke einer Mannschaft aus. Kai Havertz, das sieht man im Training, hat große Fähigkeiten. Sein großer Vorteil: In seinem Alter hat er schon drei Jahre Bundesliga gespielt. Er muss sich noch entwickeln, aber was er zeigt, ist schon klasse. Er hat sozusagen die U21 übersprungen. Es gab wenig Spieler, die die U21 übersprungen haben. Das ist schon auch eine große Wertschätzung. Jederzeit kann der bei uns auch von Anfang spielen. Für den finden wir auf jeden Fall einen Platz, klar, in den nächsten Jahren wird er sich durchsetzen.

+++ Löw über Weltranglistenplatz 15 +++

Die Weltrangliste interessiert mich eigentlich gar nicht. Darauf schau ich nicht, und das wurmt mich auch nicht. Dass wir nach der schlechten WM irgendwo unten beginnen, war klar.

+++ Löw über die Stimmung +++

Die Stimmung ist wirklich verdammt gut. Die Jungs kennen sich ja auch viel, die 96er, 95er, 97er Jahrgänge kennen sich aus der U19, haben zusammen gespielt. Die haben richtig Bock, die nächsten Jahre einen erfolgreichen Weg zu gehen. Die Mannschaft steht wirklich am Anfang. Die Mannschaft weiß und versteht, dass sie in dieser Zusammensetzung die nächsten Jahr einiges erreichen kann. Viele haben vielleicht auch die eigene EM 2024 im Sinn, was der Höhepunkt ihrer Karriere sein kann. 

+++ Löw über seine verpassten Länderspiele +++

Im Juni habe erstmals überhaupt ein Spiel verpasst. Die Situation daheim auf dem Sofa war echt unangenehm. Die Anspannung war irgendwie größer, obwohl die Gegner wie Weißrussland durchaus im Bereich des Möglichen für uns liegen. Als ich wieder bei der Mannschaft war, das ist schon das bessere Gefühl.

+++ Löw über Gnabry und verpasste Länderspiele +++

Serge Gnabry hat (beim FC Bayern, d. Red.) nicht gespielt, er hatte muskuläre Probleme. Ich habe mit Niko Kovac ausgiebig telefoniert. Serge Gnabry spielt, Serge Gnabry spielt immer bei mir. Serge hat Tempo zum Tor, er kann verschiedene Ebenen spielen, ist für den Gegner schwer zu greifen. Er wird morgen spielen.

+++ Löw über das System +++

Was wir beibehalten wollen: drei wirkliche Stürmer, die die Tiefe suchen. Das war unser Problem bei der WM 2018, wenig Tiefe, wenig Raumgewinn.

+++ Löw über Ersatz für Leroy Sané +++

Leroys Spiele waren geprägt von viel Freude, Einsatz und unheimlicher Torgefahr. Jetzt ist er verletzt. Wir haben viele Spieler, die diese Rolle einnehmen können. Leon (Goretzka, d. Red.) beherrscht das Pendel zwischen Angriff und Verteidigung sehr gut. Julian Brandt hat in Dortmund und auch hier im Training einen sehr guten Eindruck gemacht. Und Timo Werner hat jetzt fünf Tore erzielt, hat einen sehr guten Lauf. Von daher habe ich mehrere Möglichkeiten. Julian und Timo, mal sehen, wie das Training läuft, sind die ersten Optionen.

+++ Löw über das Torwartduell +++

Auf Manuel Neuer haben wir uns für dieses Spiel festgelegt. Letztes Jahr nach der WM war ich mit Andy Köpke in Barcelona, wir haben ein längeres Gespräch mit Marc-André ter Stegen geführt. Es gilt die Zusage, dass er auch in den Qualifikationsspielen diese Chance erhält. Wir werden dann eine Entscheidung treffen für den nächsten Montag. (EM-Qualifikation, Nordirland - Deutschland, Mo. ab 20.45 Uhr im LIVETICKER)

+++ Löw über die aktuelle Lage +++

Zuletzt haben wir drei Mal gegen die Niederlande gespielt, mit allen Höhen und Tiefen. Ganz unterschiedliche Spiele. Eins war immer zu sehen: immer eine hohe Intensität. Dass die Holländer sich in den letzten Jahren enorm entwickelt haben, war auch zu sehen. In den letzten Spielen hat man gesehen, dass wir den Umbruch gut hinbekommen haben. In den Spielen im März und im Juli hat man gespürt, dass manche Automatismen besser greifen, dass das Zusammenspiel besser geworden ist. Das war auch Thema zuletzt, in vielen Einzelgesprächen.

Was heute Morgen ein Wermutstropfen war: Dass der Leon Goretzka eine leichte Einblutung an der Stelle hat, an der er schon länger Probleme hatte. Das heißt für mich, in andere Richtungen zu denken. Das ist schade. Für eine junge Mannschaft ist es wichtig, häufig in ähnlicher Besetzung aufzulaufen. Leroy (Sané, d. Red.) ist verletzt, Julian (Draxler), Thilo (Kehrer), Rüdi (Antonio Rüdiger), Leon - bis auf Julian Draxler haben die anderen relativ viel gespielt. Die muss man ersetzen, da werden wir schon vor Probleme gestellt.

+++ Kroos über seine Pause bei Länderspielen +++

Nach so einer negativen Saison ist man müder als sonst. Deswegen war es im Sommer eine sehr gut Gelegenheit, nicht zu spielen. Zusätzlich hatte ich Probleme, die ich über die letzten Monate mitgenommen habe. Mit Beginn des EM-Jahres haben wir Spiele, die gute Gradmesser sind, bei denen ich konstant dabei sein sollte und will.

+++ Kroos über EM-Chancen +++

Das sehen wir unmittelbar vor dem Turnier. Wie das Jahr verläuft. Das letzte Jahr würde ich als positiv beschreiben. Ich sehe uns besser als im Vorfeld zur WM- Bei der WM hört sich immer lustig an. Uns fehlt noch ein bisschen Eingespieltheit. Wir sind sehr jung, einige Spieler sind nicht dabei. Wie wir Rückschläge verkraften können, wird man sehen. Mein grundsätzliches Gefühl ist positiv.

+++ Kroos über den Gegner +++

Wir sind durch unsere Veränderungen noch nicht am Ende, noch nicht am Limit. Es kann immer mal wieder Rückschläge geben, Niederlagen. Auch die Niederlande hat sich extrem verbessert. Das ist eine Mannschaft, die jedem Gegner wehtun kann. Das gilt es zu verhindern.

+++ Kroos über Stolz +++

Nein, nicht wirklich. Natürlich bewertet man, wie es auf dem Platz aussieht. Wenn es schnelle Spielzüge kommen und Tore fallen, verbindet man das mit Freude. Das heißt aber nicht, dass das vorher nicht gegeben war. Wenn man das Beispiel Thomas Müller nimmt: Der ist der Letzte, den man vorwerfen könnte, dass er keine Freude oder keinen Stolz verspürt hätte.

+++ Kroos über seine veränderte Rolle +++

Auch ich will in erster Linie erfolgreich spielen und bin immer gern bereit, mich anzupassen. Wer unsere Spiele gesehen hat: Es ist ja nicht so, dass wir den Ball nicht mehr haben wollen. Es geht darum, wie die Vorbereitung ist, zum Tor zu kommen. Die ist vielleicht direkter. Aber wir reden von den Spielern, die den Gegner im Eins-gegen-Eins wehtun können, doch die musst du erst in diese Momente bekommen. Auch das muss vorbereitet werden. Das sind im Schnitt vielleicht ein paar Pässe weniger, auch das geht nur über Ballbesitz.

+++ Kroos über Löw +++

Er hat sich als Typ extrem entwickelt. Über ein Jahrzehnt lief fast alles durchweg positiv, das Abschneiden bei den Turnieren war zufriedenstellend. So ein Turnier wie letztes Jahr war ungewohnt für alle. Ich glaube, er hat sich Gedanken gemacht, was der beste Weg ist, weiterzumachen. Natürlich wäre die Entscheidung, einige Spieler auszusortieren, bei einer erfolgreichen WM nicht gefallen.

+++ Kroos über Dreierkette gegen stärkere Gegner +++

Es kommt nicht darauf an, ob stark oder schwach, sondern wie der Gegner spielt, und wie unsere Idee ist, wie wir damit am besten klarkommen. Es stimmt, in Holland haben wir es mit drei Schrägstrich fünf [Spielern in der Defensivkette, d. Red.], über weite Strecken richtig gutgemacht.

+++ Kroos über den Druck +++

Natürlich ist es tabellarisch so, dass Holland vielleicht ein wenig mehr unter Druck steht als wir. Ich sehe uns aber immer unter Druck, allein wegen der Erwartungshaltung, die da ist. Unser Anspruch ist, das Spiel morgen zu gewinnen und ein gutes Spiel zu machen.

+++ Kroos zum Umbruch +++

Kann es bislang nur positiv bewerten. Der Aufschrei war ja recht groß, als der Trainer einen Einschnitt gemacht hat. Sind noch nicht am Ende, was ganz normal ist. Man kann immer mal wieder mit Rückschlägen rechnen. Aber ich finde, dass wir uns von unserem Spiel her verbessert haben - im Vergleich zur WM, was jetzt nicht so schwer war. Ich sehe uns auf einem guten Weg. Für so viele Veränderungen waren die letzten Spiele ziemlich gut.

+++ Kroos über das Duell mit den Niederlande +++

Grundsätzlich erwarte ich ein interessantes Spiel. Kennen sie gut, haben oft gegen sie gespielt. Man kennt sich gegenseitig sehr gut. Kein Geheimnis: Haben sich verbessert. Ich fand, dass die Spiele immer auf sehr hohem fußballerischem Niveau waren, immer gepaart mit der Möglichkeit für uns, zu gewinnen.

+++ Los geht's +++

Toni Kroos hat auf dem Podium Platz genommen - es kann mit leichter Verspätung losgehen.

+++ Reus lockt Havertz zum BVB +++

Gestern sprach unter anderem Marco Reus auf der Pressekonferenz. Im Gespräch mit SPORT1 schickte er eine Kampfansage an den FC Bayern München. "Ich werde alles versuchen, ihn nach Dortmund zu lotsen", erklärte Reus und bezog sich damit auf Leverkusen-Juwel Kai Havertz. Das hatte ja schließlich schon bei Julian Brandt gut funktioniert, der sich im Sommer dem BVB anschloss.

Doch ist ein BVB-Transfer von Havertz überhaupt realistisch? Und wie stehen die Chancen? SPORT1 macht den Check.

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+++ Um 12.30 Uhr soll's losgehen +++

Für 12.30 Uhr ist die DFB-Pressekonferenz mit Joachim Löw und Toni Kroos angekündigt.

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