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Dortmund - Gegen Argentinien avanciert Emre Can zu einem der stärksten DFB-Spieler. Bei SPORT1 lobt ihn Joachim Löw über den Klee und macht ihm Hoffnung auf die EM-Teilnahme.

Ein größeres Lob kann es für Emre Can wohl kaum geben!

Beim 2:2 gegen Argentinien stand der 25-Jährige auch aufgrund der zahlreichen Ausfälle in der Startelf. Jedoch nicht auf seiner Wunschposition im zentralen Mittelfeld, sondern rechts in der Dreierkette.

Can spielte aber stark, haute seinen wuchtigen Körper immer wieder in Zweikämpfe rein, verfügte über eine gute Spieleröffnung und hatte auch immer wieder gefährliche Aktionen in der Offensive.

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"Es war eines der besten Spiele, die ich von Emre bei uns erlebt habe", schwärmte Joachim Löw anschließend im Gespräch mit SPORT1. Dem Bundestrainer imponierte vor allem die Spielweise des gebürtigen Frankfurters: "Extrem körperbetont und zweikampfstark. Er hat gegen die Argentinier richtig dagegengehalten, die immer mit viel Körper und Vollspannung spielen. Er hat klasse gespielt."

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Damit konfrontiert sagte Can zu SPORT1: "Das tut unheimlich gut. Es freut mich unheimlich, denn bis jetzt war es für mich keine einfache Saison. Ich habe das erste Mal von Anfang gespielt. Es war ganz in Ordnung, aber ich weiß, dass es noch besser geht."

Abwehr-Bulle Can – plötzlich ist er eine EM-Hoffnung!

SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg (r.) im Gespräch mit Joachim Löw
SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg (r.) im Gespräch mit Joachim Löw © SPORT1

Can hat schwere Zeit hinter sich

Der letzte Startelfeinsatz vor dem Testspiel gegen die Argentinier lag ein Jahr zurück – im Oktober 2018 bei der Nations-League-Pleite in Holland (0:3). Anschließend folgte der Umbruch.

Seitdem fiel er wegen Krankheit aus oder wurde von Löw nicht mehr nominiert. Erstmals dabei war er wieder in diesem September. Gegen die Holländer beim 2:4 saß er 90 Minuten auf der Bank. Gegen Nordirland (2:0) kam er nur zu einem fünfminütigen Einsatz.

Auch im Verein lief es in dieser Saison bis jetzt nicht erfolgreich. Entgegen vorheriger Zusagen strich ihn Juventus Turin überraschend aus dem Kader der Champions League. Can zeigte sich darüber, zuletzt im Kreise der Nationalmannschaft, extrem verärgert. In sieben Liga-Spielen kam er bislang auch nur auf 78 Minuten Einsatzzeit unter Neu-Trainer Maurizio Sarri.

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Can überzeugt durch Flexibilität

Löw hingegen brachte ihn, auch mangels Optionen, gegen die Argentinier von Beginn an. "Es fühlt sich gut an, dass Vertrauen vom Trainer zu haben", sagte Can erleichtert, dessen Vorteil die Vielseitigkeit ist. Der Ex-Münchner kann sowohl in der Dreier- als auch in der Viererkette spielen, macht aber keinen Hehl aus seiner Wunschposition: "Am liebsten spiele ich im Zentrum."

Dort allerdings hat Löw die Qual der Wahl und Joshua Kimmich, sowie Toni Kroos, sind ohnehin gesetzt. In der Dreierkette jedoch hat sich Löw noch nicht festgelegt. Cans unmittelbarer EM-Konkurrent könnte Matthias Ginter sein, der aktuell wegen einer Schulterverletzung ausfällt.

Dass er diesen Part beherrscht, zeigte er vor allem in der Vorsaison bei Juventus Turin und in seiner Zeit beim FC Liverpool. "Ich kenne mich da aus in der Dreierkette”, erklärte Can: "Mir ist nicht egal, wo ich spiele, aber wenn ich der Mannschaft da hinten helfen kann, dann mache ich das gerne."

Wechsel im Winter?

Seine Chance, nun wieder dauerhaft beim DFB dabei zu sein und es auf den EM-Zug zu schaffen, schätzt Can im Gespräch mit SPORT1 als "gut" ein. Löw bestätigte die Einschätzung des echten EM-Kandidaten mit einem "Ja".

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Nicht ausgeschlossen, dass er für seinen EM-Traum im Winter den Verein wechselt, um Spielpraxis zu bekommen. Wenngleich er hofft, nach seiner Italien-Rückkehr wieder öfter zum Zug zu kommen. "Ich bin nicht zufrieden zurzeit", machte Can abermals klar. "Ich spiele wenig, habe aber letztes Jahr, vor allem in den wichtigen Spielen, gut gespielt. Ich glaube aber, dass ich wieder Chancen bekomme, wenn ich zum Verein zurückkomme."

Seine Chance unter Löw hat er gegen Argentinien jedenfalls genutzt.

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