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Luca Waldschmidt (r.) erzielte sein zweites Länderspieltor
Luca Waldschmidt (r.) erzielte sein zweites Länderspieltor © Imago
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Leipzig - Die ersatzgeschwächte Nationalmannschaft setzt sich knapp gegen Tschechien durch. Bundestrainer Joachim Löw ist zufrieden, hadert aber mit der Chancenverwertung.

Die Leistung seiner zusammengewürfelten jungen Garde stimmte Bundestrainer Joachim Löw positiv.

"In der Konstellation werden wir wahrscheinlich nicht mehr zusammenspielen. Trotzdem muss man sagen, dass sich die Jungs echt reingehängt haben und ein intensives Spiel gezeigt haben. Man kann zufrieden sein", sagte Löw nach dem 1:0 (1:0)-Sieg gegen eine ebenfalls ersatzgeschwächte tschechische Mannschaft. (Die SPORT1-Einzelkritik)

Löw: "Man hat gespürt, dass wir den Sieg wollten"

Gerne hätte Löw neben Luca Waldschmidts Treffer (13.) nach Vorarbeit von Debütant Philipp Max aber auch noch weitere Tore seiner Auswahl gesehen: "In der ersten Halbzeit hatten wir mehr gute Aktionen. Wir haben versäumt, das 2:0 zu machen. In der zweiten Halbzeit sind ein paar Fehler mehr passiert, auch im Spielaufbau. Insgesamt haben wir das 1:0 verteidigt. Man hat gespürt, dass wir den Sieg wollten, daher können wir auch zufrieden sein." (Stimmen zum Spiel)

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Ohne die geschonten Bayern-Stars um Kapitän Manuel Neuer gelang der Nationalmannschaft im sechsten Länderspiel des Jahres zumindest der zweite Sieg. Erstmals seit knapp einem Jahr (4:0 gegen Belarus am 16. November 2019) blieb Löws Team dabei ohne Gegentor - auch dank Kevin Trapp, der in der Schlussphase gegen Matej Vydra (82.) glänzend parierte. (Spielplan und Ergebnisse)

"Man hat schon gesehen, dass wir so noch nie zusammengespielt haben. Aber wir haben das gut verteidigt. Jetzt wollen wir am Samstag definitiv gegen die Ukraine gewinnen", sagte der starke Gladbacher Florian Neuhaus, der mit einem Schuss ans Lattenkreuz einen weiteren Treffer nur knapp verpasste (77.). (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

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"Ich glaube das war ein guter Test, für diese zusammengewürfelte Truppe auch kein leichter", sagte Ilkay Gündogan. "Wir haben es verpasst, das zweite oder dritte Tor nachzulegen. Dementsprechend macht man es sich am Ende schwer, weil das Spiel noch eng ist. Dass Fehler passieren, ist ganz normal. Das sollte man auch den Jungspunden, die heute auf dem Platz standen und teilweise ihr erstes Länderspiel gemacht haben, verzeihen können. Am Ende sind wir zufrieden, dass wir das Spiel gewonnen haben."

Bayern-Stars werden geschont

Sehr viele Erkenntnisse konnte Löw, der in Ridle Baku einen weiteren Debütanten aufgeboten hatte, aus seinem insgesamt 70. Testspiel als Bundestrainer aber nicht ziehen. Schon am Samstag (20.45 Uhr) im vorletzten Nations-League-Spiel an selber Stelle gegen die Ukraine wird eine völlig andere Mannschaft auf dem Platz stehen. Dann stoßen auch die  geschonten Münchner Triple-Gewinner um Kapitän Neuer und andere Stammspieler zum Team. Mit einem Erfolg kämpft die DFB-Auswahl zum Jahresabschluss am kommenden Dienstag in Sevilla gegen Spanien um den Gruppensieg in der Nationenliga.

Nicht im Kader stand am Mittwoch Torhüter Oliver Baumann. Der Profi der TSG Hoffenheim verließ nach zahlreichen Coronafällen bei seinem Klub das Team-Quartier und begab sich als Vorsichtsmaßnahme in häusliche Quarantäne. Deutlich schlimmer hatte es jedoch Tschechien erwischt, der Weltranglisten-45. beklagte zahlreiche Ausfälle durch positive Tests und Verletzungen.

Trotzdem tat sich die neuformierte deutsche Mannschaft anfangs schwer, im Spielaufbau fehlte es eindeutig an den Automatismen. England-Legionär Ilkay Gündogan, der in seinem 40. Länderspiel zum zweiten Mal die Kapitänsbinde trug, war in seinem 45-Minuten-Auftritt zwar um Organisation und kreative Ideen bemüht. Doch die erste Torchance hatten die Tschechen durch Kapitän Borek Dockal (5.). 

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DFB-Team mit Chancenwucher

Der Führungstreffer gab dem jungen DFB-Team etwas Schwung, der auch von der verletzungsbedingten Auswechslung von Jonas Hoffmann nach 20 Minuten nicht gebrochen wurde. Gündogan (28.) und vor allem Julian Brandt (32.) sowie der eingewechselte Nadiem Amiri (42.), die ihre Großchancen fast kläglich vergaben, hätten für eine beruhigendere Halbzeitführung sorgen können.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Spiel kaum etwas, Deutschland blieb spielbestimmend, ohne den ganz großen Zug zum Tor zu entwickeln. Die Tschechen, bei denen der starke Bremer Jiri Pavlenka das Tor hütete, hatten zwar nun öfters den Ball, doch sie wussten damit nur selten etwas Vernünftiges anzufangen. Die DFB-Abwehr, in der Robin Koch in zentraler Position als aufmerksamer Organisator und starker Zweikämpfer herausragte, hatte kaum Probleme. 

Trapp verhindert Ausgleichstor

In der 51. Minute hatte das Löw-Team Pech, als ein klares Handspiel des Tschechen Tomas Soucek im Strafraum nicht mit Elfmeter geahndet wurde. Ein Video-Schiedsrichter wurde bei dem Testspiel nicht eingesetzt. Später vergab der eingewechselte Mahmoud Dahoud (60.) freistehend. 

Gegen Ende geriet die DFB-Elf doch unter Druck, Löw schimpfte an der Seitenlinie, doch sein Team rettete den knappen Vorsprung ins Ziel.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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