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Lettland soll der DFB-Auswahl vor der EM als Aufbaugegner dienen. Doch schon einmal wurde der Fußball-Zwerg unterschätzt - mit bis heute spürbaren Folgen.

Rudi Völler raufte sich verärgert die graue Lockenpracht, Turnierneuling Bastian Schweinsteiger senkte tief enttäuscht sein wasserstoffblond gefärbtes Haupt.

Das schockierende 0:0 gegen Lettland war für die deutsche Auswahl bei der EURO 2004 der Anfang vom Ende - für den Fußball-Zwerg ist es noch heute "der Höhepunkt in der Geschichte unserer Nationalmannschaft", wie Dainis Kazakevics erzählt.

Zum 100. Verbandsjubiläum hofft der Nationaltrainer der Letten auf eine Wiederholung dieser Sternstunde: Die Nummer 138 der Weltrangliste soll für den dreimaligen Europameister auf dem Weg zur EM am Montag in Düsseldorf zum Stolperstein werden. Allerdings gab es im Vorfeld der Partie nach SPORT1-Informationen einen Coronafall im lettischen Team, die Partie soll aber wie geplant stattfinden. (EM-Testspiel: Deutschland - Lettland, ab 20.45 im LIVETICKER)

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Letten wollen Coup: "Wir haben es einmal geschafft, also ist es möglich"

"Niemand kann zu uns sagen, dass wir Träumer sind", sagte Kazakevics im Interview mit DFB-Aktuell und betonte selbstbewusst: "Wir haben es einmal geschafft, also ist es möglich." (Alle News & Infos zur EM 2021)

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Doch die Zeiten, in denen Sturm-Idol Maris Verpakovskis die gegnerischen Abwehrreihen in Angst und Schrecken versetzte, sind längst vorbei - und daran ist das Highlight von 2004 nicht ganz unschuldig.

Der Erfolg vor 17 Jahren habe manchen Letten "geblendet", sagt Kazakevics: "Es gibt immer noch Leute, die in dieser Ära leben und nicht verstehen, dass sich seither viele Dinge im Fußball und in unserem Land verändert haben." Statt den einzigen Punktgewinn bei der bis heute einzigen Turnierteilnahme zu vergolden, "haben wir Zeit verloren", klagt er.

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Kazakevics gibt sich keinen Illusionen hin

Seit der 40-Jährige sein Amt im Januar 2020 übernommen hat, versucht er sich an der mühsamen Aufholjagd. Er hat den Kader umgebaut und eine neue Spielphilosophie entwickelt, stößt aber an Grenzen. "Wir haben keine unerschöpflichen Ressourcen an Qualitätsspielern", sagt er. (Spielplan & Ergebnisse der EM 2021)

Es gebe da "einige vielversprechende Youngster" wie Daniels Ontuzans (21) von Bayern München II oder den Hoffenheimer Rolands Bocs (17), im Aufgebot für den DFB-Test stehen beide aber nicht - und kein Spieler mit einem siebenstelligen Marktwert.

In der Nations League gab es gegen die Färöer, Malta und Andorra nur einen Sieg, doch zum Auftakt der WM-Qualifikation erkämpften die "11 vilki" (elf Wölfe) ein achtbares 3:3 in der Türkei. Am Freitag wurde Nachbar Litauen 3:1 bezwungen. (Alle Teams der EM 2021)

Doch Kazakevics gibt sich keinen Illusionen hin. "Wir wissen, dass Deutschland eine der besten Mannschaften der Welt ist. Solche Spiele sind harte Herausforderungen für uns", sagt er. Aber die Letten haben ja schon einmal bewiesen, dass sie daran wachsen können.

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