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Kingsley Coman
Kingsley Coman © SPORT1-Montage: Davina Knigge/ Getty Images/ Imago
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München - Im dritten Anlauf will sich Coman endlich in Frankreichs Nationalteam etablieren. Doch im Kampf um einen Stammplatz muss sich der Bayern-Star harter Konkurrenz erwehren.

16 Monate und zwölf Tage: So lange musste Kingsley Coman auf eine Nominierung für Frankreichs Nationalmannschaft warten.

497 verlorene Tage für das vielversprechende Talent, dem schon vor dreieinhalb Jahren eine große Karriere bei "Les Bleus" vorausgesagt worden war. Coman galt bei seinem Debüt im November 2015 als der Nachwuchsstar schlechthin, auf dem heutigen Leistungsträger des FC Bayern - damals noch bei Juventus Turin unter Vertrag - ruhten große Hoffnungen für eine goldene Zukunft in der Equipe Tricolore.

Mehr noch: Coman sollte die Mannschaft zu großen Siegen und Titeln führen.

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Doch wie so oft im Leben sollte es anders kommen.

Coman: Erst ein Tor für "Les Bleus"

Rückblende: Es war der 10. November 2017, als der damals 21-Jährige bei einem Freundschaftsspiel gegen Wales seinen jüngsten Auftritt für Frankreich hinlegte. Sein letztes - und bislang einziges - Tor im Nationaltrikot erzielte Coman bereits am 29. März 2016(!) im Freundschaftsspiel gegen Russland.

Und dazwischen? Vor der jetzigen Nominierung für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele war es eine Odyssee an Verletzungen, die den Offensiv-Wirbler sowohl die Teilnahme an der Weltmeisterschaft inklusive Titel kosteten, als auch den Gruppensieg in der UEFA Nations League verpassen ließen.

Goldene Generation, große Siege, WM-Pokal – alles ohne Shootingstar Coman.

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Der Grund dafür ist mittlerweile ein Dauerthema: Der Knöchel des "King" - eine Leidensgeschichte, die ihresgleichen sucht. Immer wieder stoppte Coman in den vergangenen Jahren das Verletzungspech. Immer wieder war es dabei das stets gleiche Leid mit dem linken Sprunggelenk.

Knöchelverletzungen werfen Coman aus der Bahn

Eine Kapselverletzung im August 2016 (25 Tage Pause) sowie ein anschließender Kapselriss im Sprunggelenk im November 2016 (53 Tage Pause) forderten die erste längere Zwangspause im Nationalteam. Erst nach mehr als einjähriger Abwesenheit konnte der Flügelspieler im August 2017 zu Les Bleus zurückkehren.

Doch auch der zweite Versuch, sich im Team der Franzosen durchzusetzen und festzuspielen, scheiterte abrupt. Nach nur vier Einsätzen in Diensten der Nationalelf folgte im Februar 2018, wieder am selben Sprunggelenk, Syndesmosebandriss Nummer eins, der auch das Aus für die anstehende WM in Russland besiegelte.

Der Rest der Geschichte ist bekannt: Frankreichs von Superstars gespickte Riege holte den Titel, Coman erlebte alles mit Wehmut zuhause vor dem TV.

Doch es kam sogar noch schlimmer: Mitte August 2018 – exakt sechs Monate nach dem ersten Mal - riss das Syndesmoseband abermals. Wieder musste Coman einen Rückschlag verdauen und drei Monate pausieren. Konsequenz: In dieser Zeit verpasste er die komplette Gruppenphase der Nations League, die Frankreich dominierte.

Seit Ende November ist der Bayern-Star zurück auf dem Platz und startet jetzt also den dritten Anlauf, sich in Frankreichs Nationalteam endlich zu etablieren. Coach Didier Deschamps, unter dem Coman im November 2015 auch debütierte, gibt dem Rechtsfuß nach fast anderthalb Jahren Abstinenz die nächste Chance. Und diesmal soll sie endlich auch von Dauer sein. Comans magere Bilanz von 15 Länderspielen aus dreieinhalb Jahren bedarf dringend einer Aufpolierung.

Frankreichs Überangebot auf den Außenbahnen

Die Frage ist nur: Kommt selbst ein gesunder und fitter Coman überhaupt zum Zug? Immerhin drängen sich auf den Außenbahnen im Kader der Franzosen eine Menge an herausragenden Spielern.

Allein auf Linksaußen konkurriert Coman mit keinen Geringeren als Ousmane Dembele vom FC Barcelona sowie Anthony Martial (Manchester United). Noch schwieriger macht es aber der Umstand, dass Deschamps in wichtigen Spielen in der Regel Routinier Blaise Matuidi den Vorzug auf Linksaußen gibt.

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Zwar ist Coman auf den Flügeln flexibel einsetzbar, doch auch auf der rechten Außenbahn hat die Konkurrenz große Namen. Florian Thauvin von Olympique Marseille und Atleticos Thomas Lemar sind dabei sogar noch die niedrigeren Hausnummern - denn gesetzt ist ein gewisser Kylian Mbappe, der durch das Überangebot im Sturm (Antoine Griezmann und Olivier Giroud) auf außen ausweichen muss.

Deschamps fordert: "Coman muss effektiver werden"

Während Coman bei den Bayern sowohl auf dem linken als auch auf dem rechtem Flügel unverzichtbar geworden ist, fordert Deschamps für das Nationalteam angesichts dieser Konkurrenzsituation nicht ohne Grund mehr von ihm. 

"Wie jeder Offensivspieler muss auch er daran denken, seine Statistiken und seine Effektivität zu verbessern", sagte der Nationaltrainer am Montag über den Rückkehrer.

Coman wird alles daran setzen, seinen Chef zufriedenzustellen. Voraussetzung dafür: Der Knöchel des "Kings" muss halten.

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