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München - Jedes Turnier bringt neue Stars und Shootingstars hervor - so wird es auch bei der anstehenden EM sein. Welcher junge Spieler könnte diesmal groß rauskommen?

Am Freitag fällt der Vorhang und der erste Akt auf der ganz großen Fußball-Bühne beginnt: Mit dem Eröffnungsspiel Italien gegen die Türkei beginnt die Europameisterschaft. (EM 2021: Italien - Türkei am Freitag ab 21 Uhr im LIVETICKER)

Für viele junge Spieler bedeutet das, dass sie sich auf einem Level beweisen müssen, das ihnen neu ist. Das bedeutet aber mehr Chancen als Risiken. Jedes große Turnier bringt seine Shootingstars hervor. 

Doch welche Namen sollten Sie vor dem Start der EM 2021 kennen und welche noch recht unbekannten Spieler könnten dem Turnier ihren Stempel aufdrücken? SPORT1 hat die Players to watch zusammengetragen. 

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Die Players to watch für die EM 2021 

Jamal Musiala (Deutschland, FC Bayern): In Deutschland dürften ihn die meisten Fußball-Fans bereits kennen, international ist der 18-Jährige aber noch ein recht unbeschriebenes Blatt. Kurz vor der EM entschied sich der Offensivspieler für Deutschland und gegen England - und wurde prompt von Joachim Löw für das Turnier nominiert. Bei den Bayern glänzte der gebürtige Stuttgarter schon in dem einen oder anderen Spiel, die EM könnte einen Durchbruch für ihn darstellen. Auch im DFB-Team wird er aber wohl als Joker eingesetzt. 

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Sandro Tonali (Italien, AC Mailand): In dieser Spielzeit zeigte der tief stehende Spielmacher bei Milan, dass er großes Potenzial besitzt. Am Saisonende endet die Leihe von Brescia, die Mailänder besitzen aber eine Kaufoption, die sie wohl auch ziehen werden. Tonali spielt für Italien also nicht unbedingt um einen neuen Vertrag, der 21-Jährige will aber zeigen, dass er in die Fußstapfen von Andrea Pirlo treten kann. 

Dejan Kulusevski (Schweden, Juventus Turin): "Er ist ein großartiges Talent", sagte Kulusevskis Mitspieler Cristiano Ronaldo schon vor einigen Monaten über den Schweden, der bei Juve als unverkäuflich eingestuft wird. Bei der alten Dame des italienischen Fußballs entwickelte sich der 21-Jährige in dieser Spielzeit immer mehr zu einer Stammkraft auf der rechten Außenseite. Für Schweden absolvierte er bereits 13 Länderspiele (ein Tor). Den Auftakt verpasst er jedoch wegen eines positiven Coronatests.

Neco Williams (Wales, FC Liverpool): Jürgen Klopp hat das große Potenzial von Neco Williams durchaus registriert. Schließlich feierte das Eigengewächs im Juni 2020 sein Premier-League-Debüt im Starensemble des FC Liverpool. Der endgültige Durchbruch lässt allerdings noch auf sich warten, an Trent Alexander-Arnold kommt er nicht vorbei. In der walisischen Nationalelf stellte der Außenverteidiger sein Können allerdings schon in neun Partien unter Beweis - bei der EM werden weitere folgen.

Elif Elmas (Nordmazedonien, SSC Neapel): Mit nur 21 Jahren nimmt er bereits eine große Rolle im Nationalteam von Nordmazedonien ein. Der offensive Mittelfeldspieler hat bereits 27 Länderspiele absolviert, das erste mit zarten 17 Jahren. Seit zwei Jahren spielt Elmas in Neapel, dort hat er sich zu einer guten Alternative von der Bank entwickelt. Mit einer starken EM ist vielleicht bald auch ein Stammplatz bei Napoli oder anderswo drin. 

Jude Bellingham (England, Borussia Dortmund): Ein Shootingstar ist Bellingham schon jetzt, gar keine Frage. Der 17-Jährige könnte nun als jüngster Engländer mit einem EM-Einsatz Geschichte schreiben. Auf der Insel wird sogar heiß diskutiert, ob der zentrale Mittelfeldspieler einen Stammplatz haben sollte. Eine starke EM könnte seiner Karriere den endgültigen Kick geben - für den BVB könnte das bedeuten, dass im Sommer einige Angebote von englischen Top-Klubs auf den Tisch flattern. (Bericht: England streitet um Bellingham)

Mit Pedri könnte neuer Stern aufgehen

Ozan Kabak (Türkei, FC Liverpool): Der Türke erhielt von Schalke die Chance, sich beim FC Liverpool zu zeigen. Der Durchbruch gelang Kabak unter Jürgen Klopp allerdings nicht, weswegen die Reds die Kaufoption nicht ziehen. Im Sommer würde er daher zurück zu den Königsblauen gehen, was nach dem Abstieg allerdings unwahrscheinlich erscheint. Der 21 Jahre alte Innenverteidiger spielt daher bei der EM nicht nur für die Türkei, sondern auch für die Scouts und einen neuen Klub. 

Pedro Goncalves (Portugal, Sporting Lissabon): Dass sich Pedro Goncalves mit 23 Treffern die Torjägerkrone in Portugal aufgesetzt hat, ist den Verantwortlichen von Borussia Dortmund keineswegs verborgen geblieben. Der Shootingstar von Meister Sporting Lissabon, der dort den nach Manchester abgewanderten Bruno Fernandes beerbte, wird neuerdings immer wieder mit dem BVB in Verbindung gebracht. Im Nationalteam hofft Goncalves auf sein EM-Debüt. Welche Rolle er in der hochkarätig besetzten Offensive des Titelverteidigers um Cristiano Ronaldo spielen kann, erscheint aber noch offen.

Billy Gilmour (Schottland, FC Chelsea): Der Schotte machte zwar nur zwölf Pflichtspiele für die Blues, sorgt an der Stamford Bridge allerdings für Begeisterung. Das Potenzial des 19-Jährigen, der aus der Jugend von Chelsea kommt, ist in seinem Heimatland wohl bekannt. Daher kam er am 2. Juni auch zu seinem Länderspieldebüt. Gilmour könnte ein Kreativposten im Mittelfeld sein, der den Schotten seit einiger Zeit fehlt. 

Ryan Gravenberch (Niederlande, Ajax Amsterdam: Es gibt kaum einen europäischen Topklub, der Ryan Gravenberch noch nicht auf dem Zettel hat. Juventus Turin, Manchester United und allen voran der FC Barcelona sollen längst ihre Fühler nach dem neuen Juwel aus der Talentschmiede von Ajax Amsterdam ausgestreckt haben. Kein Wunder, als Stammspieler im zentralen Mittelfeld war der 19-Jährige einer der Eckpfeiler auf dem Weg zur Meisterschaft. Bei der EM-Generalprobe gegen Georgien (3:0) erzielte er sein erstes Tor für die Elftal.

Pedri (Spanien, FC Barcelona): Der Marktwert des 18-Jährigen wird auf unglaubliche 70 Millionen Euro geschätzt (Quelle: transfermarkt.de). Der offensive Mittelfeldspieler wurde bei Barca zum jüngsten Akteur mit 50 Pflichtspielen aller Zeiten. Er dürfte die Zukunft des spanischen Fußballs mitbestimmen. Bei der anstehenden EM hat er zum ersten Mal die Chance, sich auf internationaler Bühne einen Namen zu machen.

Anatoliy Trubin (Ukraine, Shakhtar Donetsk): Der 19-Jährige könnte bei der EM den erfahrenen Andriy Pyatov im Tor der Ukrainer ablösen und eine neue Ära einläuten. Bei Shakhtar sammelte der junge Keeper bereits Erfahrung in der Champions League. Bei der EM könnte er sich für eine der Top-Ligen Europas empfehlen. (Transfermarkt Die heißesten Gerüchte im Transferticker)

Phil Foden (England, Manchester City): Mit Sicherheit einer der jungen Spieler, die dem Turnier ihren Stempel aufdrücken könnten. Der 21-Jährige hat bei den Citizens in dieser Saison seinen Durchbruch geschafft. Der Liebling von Coach Pep Guardiola will nun mit den Three Lions um den Titel mitspielen. Zu übersehen ist er schon aufgrund seiner frisch blondierten Haare ohnehin nicht.

Hier können Sie sich den PDF-Spielplan der Fußball-EM 2021 herunterladen und im Anschluss ausdrucken

Valakari als großer Unbekannter

Donyell Malen (Niederlande, PSV Eindhoven): Der Mittelstürmer gilt schon seit einigen Jahren als riesiges Talent. Bei dieser EM kann der 22-Jährige nun zeigen, was in ihm steckt. Malen spielte mit 27 Treffern in 45 Partien eine bärenstarke Saison für PSV. Vielleicht ist nach der Europameisterschaft ja die Zeit für eine neue Station gekommen. In diesem Zusammenhang wurde auch immer wieder der BVB als möglicher nächster Karriereschritt gehandelt.

Ethan Ampadu (Wales, FC Chelsea): Der 20-Jährige stand bereits bei RB Leipzig unter Vertrag, konnte in Sachsen allerdings noch keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. In dieser Spielzeit sammelte der gebürtige Engländer viel Erfahrung bei Sheffield United, am Saisonende kehrt er zu Chelsea zurück. Bei Wales ist der Innenverteidiger schon länger gesetzt, hat in jungen Jahren bereits 22 Länderspiele absolviert.

Der Waliser Ethan Ampadu (r.) steht beim FC Chelsea unter Vertrag
Der Waliser Ethan Ampadu (r.) steht beim FC Chelsea unter Vertrag © Imago

Onni Valakari (Finnland, Pafos FC): Vielleicht der unbekannteste Name dieser Liste. Der gebürtige Schotte verdient in Zypern bei einem mäßig erfolgreichen Klub in der ersten Liga sein Geld. Dort machte der offensive Mittelfeldspieler mit 13 Toren und sieben Vorlagen in 36 Ligaspielen aber durchaus auf sich aufmerksam. In einem Freundschaftsspiel im November 2020 erzielte Valakari gegen Weltmeister Frankreich sein erstes Länderspieltor. Er könnte eine der ganz großen Überraschungen des Turniers werden. 

Jérémy Doku (Belgien, Stade Rennes): Belgien geht - wie so oft - als Mitfavorit auf den EM-Titel in das Turnier. Doku könnte sich als ein Puzzleteil erweisen, das dem ambitionierten Team sonst gefehlt hat. Der 19-Jährige ist pfeilschnell und hat eine gute Saison in Rennes hinter sich. In acht Länderspielen hat er für die Roten Teufel schon zwei Treffer erzielt.

Nuno Mendes (Portugal, Sporting Lissabon): Der 18-Jährige wird schon von Top-Klubs in halb Europa gejagt. Bei Sporting hat er als Linksverteidiger einen Stammplatz. In Portugal halten Fans und Experten gleichermaßen große Stücke auf Mendes. Seine Ausstiegsklausel liegt bei 70 Millionen Euro - vielleicht will diese nach der EM ein Klub bezahlen. 

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Mit Material des Sport-Informationsdienstes (sid)

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