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Mönchengladbach - SPORT1 hat Gladbachs Christoph Kramer zum Interview über die Chancen in der Europa League, Coach Dieter Hecking und die Zukunft eines Mitspielers getroffen.

In der UEFA Europa League unterlag Borussia Mönchengladbach unglücklich 0:1 gegen den AC Florenz.

Für das Team um Nationalspieler Christoph Kramer jedoch kein Grund, den Kopf hängen zu lassen.

Im Rückspiel am Donnerstag (ab 19 Uhr LIVE im TV, in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) wollen die Borussen den Einzug ins Achtelfinale doch noch klar machen und eine Aufholjagd starten.

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Im Interview mit SPORT1 verrät der 26-Jährige, woran die Mannschaft im Hinspiel gegen Florenz gescheitert ist, was sich unter Neu-Trainer Dieter Hecking geändert hat und welchen Rat er Kollege Mo Dahoud gibt.

SPORT1: Es gleicht schon fast einem Albtraum, in Italien, dem Land des Catenaccio einen Rückstand aufholen zu müssen. Wie wollen sie das schaffen?

Christoph Kramer: Es wird natürlich nicht einfach. Aber ich denke, wir haben im Hinspiel gezeigt, dass wir den Catenaccio das eine oder andere Mal gut umgangen sind und uns einige gute Tormöglichkeiten erspielt haben. Es wird nicht nochmal passieren, dass wir kein Tor machen, wenn wir über 90 Minuten ähnlich gut spielen. Es ist jetzt quasi Halbzeit und steht 1:0 für den Gegner. Die erste Hälfte war gut, nur das Ergebnis stimmte nicht. Wir dürfen jetzt nicht ins offene Messer laufen, sondern müssen mit ähnlich viel Struktur und Ruhe spielen, wie wir es im Hinspiel gemacht haben. Dann sehe ich große Möglichkeiten, dass wir noch weiterkommen können.

SPORT1: In den letzten Spielen fehlte häufig der berühmte "halbe Meter". Woran liegt das?

Kramer: Wenn jemand als Sieger vom Platz hätte gehen müssen, dann sicherlich wir. Gegen Florenz müssen wir eigentlich 4:0 oder 5:0 gewinnen, ohne die Leistung des Gegners nicht zu respektieren. Da waren wir klar die bessere Mannschaft. Aber im Fußball zählen nun mal Tore. Wir müssen schauen, dass wir diesen Punch setzen. Gegen Leipzig und Florenz war es der Grund, warum wir nicht als Sieger vom Feld gegangen sind.

SPORT1: Das klingt ja fast schon wie eine Kabinenansprache. Jetzt in der Europa League auszuscheiden wäre angesichts der weiteren Mannschaften aber auch sehr ärgerlich, oder?

Kramer: Ja, natürlich. Wir können auch etwas Historisches schaffen. In der Europa League war Gladbach noch nie im Achtelfinale. Wir werden am Donnerstag alles daran setzen, eine Runde weiter zu kommen. Das ist absolut realistisch.

SPORT1: Sie haben unter dem neuen Trainer Dieter Hecking einen starken Start in die Rückrunde hingelegt. Was hat sich für Sie persönlich verändert?

Kramer: Ich finde, er weiß, wie er mit einzelnen, aber auch mit einer Gruppe umgehen muss. Das finde ich sehr angenehm und kommt mir persönlich entgegen. Er hat gut erkannt, dass wir unsere Stärken im Umschaltspiel haben und aus einer sicheren Defensive agieren. Für mich ist das wieder das Gladbach, was wir alle kennen: Die Kompaktheit im Spiel mit wenigen Gegentoren und einem schnellen Umschaltspiel - hoffentlich auch bald wieder mit vielen Toren.

SPORT1: Bietet die Saison damit wieder eine neue Chance?

Kramer: Wir hatten in der Hinrunde alle das Gefühl, dass verschiedene Dinge nicht optimal gelaufen sind. Zudem mussten wir mit Verletzungen kämpfen. Da kam vieles zusammen. Trotzdem haben alle in der Mannschaft wieder das Gefühl, dass wir gefestigter sind und sagen können: So ein 0:4 gegen Barcelona oder Manchester, das passiert uns nicht mehr so schnell. Für die Mannschafft ist das in gewisser Weise ein Neustart. Wir sind sehr fit und gut unterwegs auf dem Platz. In den Pokalwettbewerben wollen wir noch was rausholen - ohne die Liga außer Acht zu lassen. Da haben wir uns schon ein bisschen Luft verschaffen können.

SPORT1: Im Moment gibt es viele Spekulationen um Mo Dahoud. Was würden Sie ihm raten zu tun?

Kramer: Das ist schwer zu sagen. Mo bringt unglaublich viel Talent mit. Ein Wechsel kann immer Fluch oder Segen sein, das muss man ausprobieren. Ich weiß, nicht wie er sich persönlich fühlt. Aber mein Eindruck ist: er fühlt sich hier durchaus wohl. Ich sehe für ihn im Moment auch keinen Grund zu wechseln. Aus meiner Erfahrung würde ich nicht wechseln, aber jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen. Natürlich wäre es eine Freude, wenn er noch ein bisschen länger in Gladbach spielt. Ich mag ihn als Typ.

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