So plant Wenger das Ende seiner "Liebesgeschichte"
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München und Madrid - Der FC Arsenal kämpft bei Atletico Madrid um den Final-Einzug in der UEFA Europa League. Scheitert Arsene Wenger, hat auch sein Nachfolger ein Problem.

Arsene Wenger wählte romantische Worte vor dem großen Entscheidungsspiel des FC Arsenal in der UEFA Europa League.

"Wenn mein Job bei Arsenal beendet ist, muss ich sehen, wie es für mich weitergeht", erklärte er bei der Pressekonferenz vor dem Halbfinal-Rückspiel bei Atletico Madrid (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESTREAM und LIVETICKER):

"Aber ich möchte, dass diese Liebesgeschichte ein gutes Ende nimmt."

Der 68-Jährige ließ diesmal allerdings galant aus, dass diese Liebesgeschichte zuletzt auch ihre Schattenseiten hatte. Und dass die Trennung zum Saisonende auch nicht ganz einvernehmlich war.

An einem guten Ende haben nun dennoch beide Seiten Interesse - Arsenal letztlich ein noch weit größeres als Wenger.

Nur mit einem Erfolg bei Atletico können Mesut Özil und seine Teamkollegen nämlich verhindern, dass der Neustart ohne Wenger erheblich erschwert wird.

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Letzte Champions-League-Chance

Ein Titelgewinn in der Europa League ist für Arsenal die letzte verbliebene Möglichkeit, in der kommenden Saison in der Champions League dabei zu sein.

In der Premier League ist die Qualifikation für den Tabellen-Sechsten außer Reichweite, weshalb Wenger zuletzt sogar schon das Prestige-Duell mit Jose Mourinhos Manchester United praktisch abschenkte.

Wengers Fokus liegt darauf, dass in Madrid nach dem unglücklichen 1:1 im Hinspiel ein Sieg (oder ein torreiches Remis) gelingt - um damit die Chance auf einen Finalsieg in Lyon (am 16. Mai LIVE im TV auf SPORT1) zu wahren.

Es wäre ein wertvoller letzter Dienst für den Klub, den er nun 22 Jahre lang betreut hat.

Sieg würde Suche nach Wenger-Nachfolger erleichtern

Die Champions-League-Qualifikation würde die Fliehkräfte bremsen, die nach Wengers Aus auf den Klub wirken: Sie wäre für potenziell wechselwillige Spieler ein Anreiz zu bleiben bzw. zu den Gunners zu wechseln.

Was wiederum auch Arsenals Chancen verbessert, einen hochkarätigen Nachfolger für Wenger zu gewinnen - welchen auch immer der Klub im Auge haben mag.

In England fokussieren sich seit kurzem die Spekulationen auf Zeljko Buvac, den langjährigen Assistenten von Jürgen Klopp, der sich beim FC Liverpool mit ihm überworfen haben soll.

Ansonsten werden Juventus Turins Erfolgscoach Massimiliano Allegri und der frühere Barca-Trainer Luis Enrique prominent gehandelt.

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FC Arsenal vor Umbruch

Wer immer den Zuschlag erhält: Auf ihn wartet so oder so eine komplizierte Aufgabe. Arsenal hat in den letzten Jahren unter Wenger - trotz zuletzt durchaus teurer Transfer-Investitionen - den Anschluss an die nationalen und internationalen Topteams verloren.

Ihn wiederherzustellen wird vornehmliche Aufgabe seines Nachfolgers sein.

Wenger kann sie ihm noch spürbar erleichtern.

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