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Eintracht Frankfurt verliert klar. Borussia Mönchengladbach kassiert eine historische Pleite. Einzig der VfL Wolfsburg gewinnt. Die Stimmen zur Europa League.

Eintracht Frankfurt hat zum Auftakt der Europa League eine Niederlage verkraften müssen. Gegen den FC Arsenal unterlag das Team von Trainer Adi Hütter mit 0:3.

Für Sportvorstand Fredi Bobic fiel die Niederlage etwas zu hoch aus, er sagte deshalb, das Ergebnis sei "so komisch". Dennoch räumte er ein, dass die Eintracht "zu naiv" gewesen sei.

Stürmer Bas Dost, der von Beginn an spielte, regte sich indes über die Gelb-Rote Karte gegen Dominik Kohr auf und sprach von "lächerlich".

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Borussia Mönchengladbach verlor ebenfalls sein Auftaktspiel - und musste zugleich die höchste Europapokal-Pleite seiner Geschichte hinnehmen. 0:4 ging die Mannschaft von Trainer Marco Rose beim Wolfsberger AC baden.

Sportdirektor Max Eberl war anschließend angefressen und sagte, "wir müssen die ganze Mannschaft kritisieren." (Ergebnisse und Spielplan)

Einziger deutscher Sieger des Abends: der VfL Wolfsburg. Die Wölfe besiegten Oleksandria mit 3:1 und waren rundum zufrieden.

SPORT1 hat die Stimmen aus der Europa League von DAZN, RTL Nitro und aus der Mixed Zone zusammengefasst.

Fredi Bobic (Sportvorstand Eintracht Frankfurt): "Das Spielglück hat uns gefehlt. Ich kann mich erinnern, im letzten Jahr im ersten Spiel gegen Lazio Rom war gleich der erste Schuss drin, dann läuft natürlich alles anders. Heute war es schwieriger. Das Ergebnis war heute zu hoch, aber wir wurden sehr cool und effizient ausgekontert."

... über die Höhe des Ergebnisses: "Es ist ja nicht so, dass wir heute vom Platz geschossen worden sind, sondern wir hatten unsere Möglichkeiten. Und deswegen ist das Ergebnis so komisch. Wenn du überlegst, wie viele Möglichkeiten wir hatten, auch in Führung zu gehen. Und zum Schluss kriegst du noch mal so zwei rein durch Konter, was eben passiert mit einem Mann weniger."

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... über die Fans: "Unsere Fans haben ein feines Gespür dafür, was die Mannschaft geleistet hat. Wir wollten das 1:1 noch machen. Deswegen ist das Gespür, das unsere Fans haben, sensationell und klingt nach Eintracht Frankfurt."

... über die eigenen Fehler: "Wir waren in der ersten Halbzeit zu naiv. Das haben wir in der Halbzeit angesprochen. Die Verteilung war nicht gut. So haben wir auch das 0:1 kassiert. Arsenal hatte auch Glück und wir hätten es verdient, zumindest ein Tor zu machen. Auf diesem Niveau muss man eben top performen, um eine Chance zu haben. Das hat heute leider nicht gepasst. Arsenal ist bekannt für sein Spiel, wenn Platz da ist."

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... über die Lehren aus dem Spiel: "Man muss auch solchen Niederlagen lernen. Aber die Jungs sind eigentlich auch erfahren genug. Silva und Dost werden noch besser werden. Beide brauchen noch etwas Zeit, aber alles, was sie machen, hat Sinn. Die Jungs haben das wirklich über große Strecken sehr gut gemacht, das Ergebnis passt nicht zu dem Spielverlauf, aber das ist eben Fußball."

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Bas Dost (Eintracht Frankfurt): "Wir haben gut angefangen, hatten genug Chancen. Aber der Gegner ist natürlich nicht schlecht, hat viel kreiert. Hat am Ende drei Tore gemacht. Am Ende haben die trotzdem verdient gewonnen. Aber wir müssen auch Tore schießen. Wir hatten in der ersten Halbzeit zwei, drei richtig gute Möglichkeiten. Keine Ahnung, warum wir kein Tor gemacht haben. Ich arbeite jeden Tag und bin noch nicht da, wo ich sein muss, aber ich komme immer weiter. Es freut mich einfach, dass ich heute gespielt habe. Wieder 60 Minuten in den Beinen habe. Jetzt kann es weitergehen. Man kann gegen Arsenal verlieren, weiter geht’s."

.. über die Gelb-Rote Karte: "Die Rote Karte ist lächerlich, das hatte natürlich auch Einfluss auf das Spiel."

Hübner: "Heiß auf die Spiele"

Bruno Hübner (Sportdirektor Eintracht Frankfurt): "Das Ergebnis ist ernüchternd, aber das Spiel hat vom Verlauf eigentlich mehr hergegeben. Uns hat heute das Spielglück in den entscheidenden Momenten gefehlt. Wir hatten viele Torchancen. Wenn wir frühzeitig ein Tor machen, hätte das den notwendigen Ruck für die Mannschaft gegeben."

über die Dinge, die ihn an dem Spiel am meisten geärgert haben: "Dass wir nachher das 2:0 und das 3:0 bekommen haben, bleibt natürlich in Erinnerung. Auch die Gelb-Rote Karte von Dominik (Kohr Anm. d. Red.). Da muss er vielleicht einfach wegbleiben. Das war natürlich gefährlich, weil Arsenal die individuelle Qualität hat, uns auskontern zu können. Ansonsten haben wir ein gutes Spiel gemacht. Wir hatten sehr viele Großchancen, die wir einfach nicht genutzt haben."

… über einen möglichen Dämpfer der Europapokal-Euphorie: "Das glaube ich nicht. Die Fans sind einfach heiß auf die Spiele und wir als Mannschaft auch. Mann muss auch immer überlegen, was für Gegner man hat, Wir hatten Arsenal und nicht eine Mannschaft, die noch nichts nachweisen kann. Das ist eine Mannschaft, die eine unheimlich hohe Qualität hat. Und den Spielverkauf haben sie heute eiskalt ausgenutzt."

… über das nächste Spiel gegen den BVB: "Ich glaube, dass es am Sonntag ein ganz anderes Spiel wird. Dortmund hat zwar eine ähnlich hohe individuelle Klasse wie Arsenal, aber trotzdem werden wir ein gutes Ergebnis am Sonntag erzielen."

Sead Kolasinac (FC Arsenal): "Es war uns von Anfang an klar, dass es ein sehr schwieriges Spiel werden würde. In der Pause haben wir genau analysiert, was wir besser machen können. Wir wussten, dass die Eintracht in den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte noch einmal alles versuchen wird. Wir haben sehr gut dagegengehalten und die Konter super ausgespielt."
… zur Atmosphäre: "Ich habe mich gefreut, mal wieder in Deutschland zu spielen. Das ist schön zu hören, wie ein Team nach einem 0:3 noch gefeiert wird. Dieser Zusammenhalt mit den Fans zeichnet die Eintracht aus."

Eberl: "Bescheidenes Spiel"

Max Eberl (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach): "Es war ein gebrauchter Tag. Ich habe vor dem Spiel hier gestanden und mich gefreut. Aber wir sind ganz, ganz böse erwacht. Ich hoffe nicht, dass irgendeiner den Wolfsberger AC unterschätzt hat und nicht mit der nötigen Akribie und Aggressivität in das Spiel gegangen ist. Dann kassierst du drei Tore und hast natürlich schön den Deckel auf. Wir haben heute ein bescheidenes Spiel gemacht. Da haben wir viel zu analysieren."

... über die Einstellung und Leistung der Mannschaft: "Wir müssen keinen spezifischen Spieler nennen, die Mannschaft hat heute verloren. Wir müssen die ganze Mannschaft kritisieren. Wir sind das Spiel nicht so angegangen wie gegen Köln. Marco Rose hat drei Tage auf die Aggressivität von Wolfsberg hingewiesen, er kennt sie wie kein anderer. Vielleicht hat nicht jeder zugehört und geglaubt, wir spielen einfach ein bisschen Fußball und werden sie besiegen. Das haben wir nicht getan. Und nicht nur verloren, sondern auch richtig verloren. Dementsprechend sollten wir jetzt alle mal in der Kabine sitzen und Gedanken machen, was gerade passiert ist, und dann die Schlüsse ziehen."

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... über die Herausforderung Europa League: "Wir haben uns alle darauf gefreut. Wir haben ein langes Jahr hinter uns gebracht, um nach Europa zu kommen, und dann möchtest du das erste Heimspiel schon anders angehen. Das haben wir nicht getan und deswegen müssen wir uns alle mal richtig schütteln. Da gibt es einige Lehren daraus zu ziehen. Es hat vieles nicht funktioniert, weder nach vorne noch nach hinten. Heute war nicht so viel Positives dabei."

... über die Chancen in der Europa League: "Wir haben uns in eine Ausgangslage gebracht, die mehr als schwer ist. Aber egal. Wir wollen nach Istanbul fahren, wir wollen dann zu Hause gegen Rom spielen. Wir wollen diese Spiele annehmen und ich gebe diese Gruppe nicht auf."

... über den Bankplatz für Breel Embolo: "Einzelpunkte wie Breel rauszupicken bringt nichts. Wir hatten elf gute Spieler auf dem Platz, die den Wolfsberger AC hätten schlagen können. Gegen Köln haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt und dieses Gesicht müssen wir auch wieder zeigen. Sonst werden wir auch in der Bundesliga keine Spiele gewinnen."

... über die nächsten Spiele: "Wir müssen verdauen, was heute passiert ist, und jeder Spieler muss sich hinterfragen. War jeder so bereit, wie es ein Europapokalspiel nötig macht? Da würde ich sagen: Nein. Da gibt es einige Lehren daraus zu ziehen. Es hat vieles nicht funktioniert, weder nach vorne noch nach hinten. Heute war nicht so viel Positives dabei."

Kramer: "Stecker gezogen"

Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach): "Wir hatten uns viel vorgenommen nach dem Derby und liegen dann schnell mit 0:2 hinten. Es ist schwer, das Ding durchzuziehen. Ich habe den Willen bei jedem Einzelnen gespürt, aber das ist eben auch eine Kopfsache."

... über die Leistung des Gegners: "Wolfsberg war die bessere Mannschaft. Bei uns war der Stecker gezogen. Wenn man seinen Plan nicht durchzieht, kommt man unter die Räder. Das müssen wir uns heute ankreiden."

Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach): "Das war zu wenig von uns heute. Der Gegner hat das gut gemacht, sie haben viel investiert, das Glück zum Teil auch erzwungen. Wir waren vor allem in der ersten Hälfte nicht auf dem Platz. Von der Körpersprache war es zu wenig, vom Zweikampfverhalten war es zu wenig. Am Schluss ein verdienter Sieg für den Gegner, eine Klatsche für uns."

… über die Fehler: "Wir waren auf alles vorbereitet. Wir wussten, dass sie hoch und aggressiv über 90 Minuten anlaufen. Wir wussten, was auf uns zu kommt, haben aber die Lösungen nicht gefunden. Wir waren zu ungefährlich, auch von der Körpersprache."

… über die nächsten Spiele:  "Wir müssen das ansprechen, uns zusammensetzen und dann geht es am Sonntag weiter. Die Bundesliga ist ein ganz anderer Wettbewerb, da müssen wir auch unseren Fans wieder etwas zurückgeben. Toll, wie sie reagiert haben, das war nach so einem Spiel nicht selbstverständlich. Sonntag geht es weiter."

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Wir haben gewonnen, das war wichtig. In der zweiten Halbzeit haben wir die Zügel zu sehr schleifen lassen, da hätten wir resoluter sein müssen - ein Schönheitsfehler."

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Admir Mehmedi (VfL Wolfsburg): "Es war ein gutes Spiel von uns, aber natürlich war nicht alles perfekt."

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