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Martin Hinteregger trifft mit Frankfurt in der Europa League auf Ex-Klub Salzburg. Zuvor gesteht der Österreicher einstige Probleme im Umgang mit Druck.

Den Ex-Klub vor Augen, die Champions League im Kopf.

Wenn Eintracht Frankfurt am Abend den Gast aus Salzburg empfängt, ist es für Martin Hinteregger ein Wiedersehen mit der Vergangenheit.

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Der Österreicher wurde in der Jugend der Salzburger ausgebildet, reifte dort zum Nationalspieler, bevor es ihn 2016 nach Deutschland zu Borussia Mönchengladbach verschlug.

Hintereggers Reaktion auf Salzburg: "Bitte nicht"

Nun holt ihn die Vergangenheit ein. "Ich dachte im ersten Moment: Oh nein, bitte nicht!", erklärte der Innenverteidiger im DAZN-Interview seine Gedanken, als der Gegner für die Zwischenrunde der Europa League feststand (Europa League: Eintracht Frankfurt - RB Salzburg, 18.55 Uhr im LIVETICKER). Besonders bitter: Hinteregger wird der Eintracht im Hinspiel nicht helfen können, er muss eine Gelbsperre absitzen.

Der 27-Jährige ist froh, dass seine Eintracht nicht im vergangenen Herbst gegen die Bullen spielen musste. "Im Herbst waren sie in einer brutalen Verfassung, da wäre es richtig schwer für uns geworden. Das ist jetzt immer noch so, aber ohne Erling Haaland und Takumi Minamino sind sie schon etwas geschwächt", erklärte er. Haaland wechselte im Winter zu Borussia Dortmund, Minamino zum FC Liverpool.

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Dennoch warnt Hinteregger vor seinem Ex-Klub: "Das Kollektiv ist immer noch fantastisch. Der Trainer und ich müssen unserer Mannschaft beibringen: Das ist zwar Österreich, aber die sind verdammt gut!"

Gut war auch die vergangene Spielzeit der Frankfurter. In der Europa League kämpfte sich das Team bis ins Halbfinale vor, verlor nur äußerst unglücklich im Elfmeterschießen gegen den späteren Titelträger FC Chelsea.

Hinteregger träumt von Champions League

In der aktuellen Spielzeit ist die Leistung der Hessen nach Abgang der "Büffelherde" deutlich durchwachsener. "Unsere Saison verläuft wellenförmig, wir haben große Siege wie gegen die Bayern, Leverkusen, Leipzig oder Arsenal und dann wieder ganz schwache Auftritte. Wir sind wohl eine Wundertüte", meinte Hinteregger zu den Leistungsschwankungen.

Das Ende der Fahnenstange muss bei den Adlern aber trotz der schwierigen Saison noch lange nicht erreicht sein. Hinteregger hat mit der Eintracht hohe Ziele. Und die spricht er auch aus: "Jeder in Frankfurt träumt auch mal von der Champions League, wir haben selbst auch hohe Ziele. Wir wollen uns jedenfalls in den nächsten Jahren oben festsetzen. Ein Titelgewinn mit Frankfurt wäre etwas sehr Besonderes. Und mit dem Nationalteam möchte ich eine gute Rolle bei der EM spielen."

Das Leben als Fußballprofi hat nicht nur schöne Seiten, das erfuhr Hinteregger am eigenen Leib. "Es gab Phasen, da habe ich einen Monat lang vielleicht eine oder zwei Stunden am Tag geschlafen. Das war reinstes Kopfkino im Bett, das macht einen fertig. So konnte es nicht weitergehen", offenbarte er Einblicke in sein Innerstes.

Schlafprobleme belasten Frankfurt-Verteidiger

Schließlich suchte er sich professionelle Hilfe. "Die Gespräche mit einer Psychologin haben mir gut getan. Jetzt habe ich wieder ein normales Schlafverhalten."

Inzwischen hat der österreichische Nationalspieler gelernt, mit dem Druck, der auf einem Fußballprofi lastet, umzugehen. "Ich habe Druck, aber ich bin kein Top-Star. Wie geht einer wie Cristiano Ronaldo mit Druck um? Oder Toni Kroos? Oder die Spieler vom FC Bayern? Dann beruhige ich mich wieder. Ich spiele bei Frankfurt, das ist gut so, aber ich bin kein Star", erklärte Hinteregger. Es gebe so viele Sportler, die zehnmal so viel Druck wie er hätten. Das helfe ihm.

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Das mentale Wohlbefinden ist Hinteregger sehr wichtig. Auch aus diesem Grund fühlt er sich in Frankfurt so wohl. "Ich fühle mich hier zu Hause, ich mag die Leute, die Mannschaft und den Trainer. Es gibt ein riesiges Vertrauen vom Verein. Das alles beeinflusst die Leistung. Ich bin ein extremer Kopfmensch. Wenn es dem Kopf gut geht, kannst du auch deine Leistung bringen", sagte der Abwehrspieler.

Bei den Hessen gilt "Hinti" als "Kult-Profi", Fans dichteten bereits einen Song über den zweikampfstarken Abwehrspieler. Er selbst sieht sich aber gar nicht als besonders ungewöhnlich.

"Eigentlich bin ich ganz normal, ich gehe auch mal mit einer Jagdjacke und diesem komischen Hut in die Kabine", berichtete Hinteregger, "und wenn ich dann neben Kevin Trapp oder Timothy Chandler stehe, die immer gut gekleidet sind, dann schaut das vielleicht schon schräg aus".

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