Griezmann wehrt sich gegen Arroganz-Vorwurf
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Kurz vor WM-Beginn bleibt Topfavorit Frankreich gegen die USA vieles schuldig. Auch Spanien müht sich, besiegt Tunesien erst auf den letzten Drücker.

Frankreich hat seine Rolle als einer der Topfavoriten für die Weltmeisterschaft in Russland (14. Juni bis 15. Juli) bei der Generalprobe nicht gerechtfertigt. In Bestbesetzung kam der Vize-Europameister gegen die USA, erstmals seit 1986 nicht bei der Endrunde dabei, nur zu einem 1:1 (0:1).

Auch Spanien bleibt gegen Tunesien vieles schuldig, kam gegen Tunesien mit Ach und Krach zu einem 1:0 (0:0). 

In Decines-Charpieu vor den Toren Lyons brachte Julian Green von Zweitligist Greuther Fürth die USA im Duell mit Les Bleus in der 44. Minute in Führung. Sturm-Megatalent Kylian Mbappe vom französischen Meister Paris Saint-Germain glich in der 79. Minute auf Vorlage des eingewechselten Stuttgarters Benjamin Pavard zumindest noch aus.

Alles in allem offenbarte das französische Starensemble um EM-Torschützenkönig Antoine Griezmann und Paul Pogba aber erhebliche Schwächen im Torabschluss. (SERVICE: Der WM-Spielplan als PDF zum Ausdrucken)

In der Defensive war der Weltmeister von 1998 zudem durchaus angreifbar: Vor dem 0:1 bekam Innenverteidiger Samuel Umtiti vom FC Barcelona den Ball nicht unter Kontrolle, Torhüter und Kapitän Hugo Lloris ließ sich anschließend von Green in der kurzen Ecke düpieren.

Frankreichs Milliardentruppe greift nach dem WM-Titel

Corentin Tolisso vom deutschen Rekordmeister Bayern München wurde im Verlauf der zweiten Halbzeit eingewechselt. Aufseiten der USA kamen neben Green noch die Deutschland-Legionäre Bobby Wood (Hamburger SV) und Weston McKennie von Vizemeister Schalke 04 zum Einsatz.

Spanien zittert lange

Titelkandidat Spanien feierte nach seiner Ankunft in Russland im letzten Vorbereitungsspiel für die WM erst durch ein spätes Tor ein 1:0 gegen Tunesien. Iago Aspas von Celta Vigo erzielte beim Duell der WM-Teilnehmer in Krasnodar acht Minuten nach seiner Einwechslung den einzigen Treffer (84.).

Thiago vom deutschen Rekordmeister Bayern München kam in der ersten Halbzeit für die Spanier zum Einsatz, auch Sergio Ramos und Isco von Champions-League-Sieger Real Madrid gehörten zur Startformation.

Bayern-Auszeit: Spanien macht Thiago glücklich

Die Spanier waren am Donnerstag in Russland gelandet, die Ankunft wurde live im russischen Fernsehen übertragen. Der frühere Weltmeister trifft in der Gruppenphase auf Europameister Portugal, Iran und Marokko. Die Tunesier spielen gegen Belgien, Neuling Panama und England.

Serbien mit Kantersieg

Serbien hat sich dagegen gut eine Woche vor WM-Beginn in Torlaune präsentiert. Beim letzten Länderspiel in der Vorbereitung auf das Turnier gewann die Mannschaft von Nationaltrainer Mladen Krstajic in Graz 5:1 (4:0) gegen Bolivien.

Aleksandar Mitrovic vom englischen Premier-League-Klub FC Fulham traf dreifach (4., 23., 68.), für die weiteren Tore der Serben sorgten Adem Ljajic (19.) und Branislav Ivanovic (42.). Filip Kostic vom Hamburger SV spielte durch, Luka Jovic von DFB-Pokalsieger Eintracht Frankfurt und Milos Veljkovic von Werder Bremen kamen nicht zum Einsatz.

Serbien trifft bei der Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli) in Gruppe E auf Rekordweltmeister Brasilien, die Schweiz und Costa Rica.  (SERVICE: Der WM-Spielplan)

Marokko kommt in Form

Auch WM-Teilnehmer Marokko hat in seinem letzten Testspiel viel Selbstvertrauen gesammelt. Die "Löwen vom Atlas" setzten sich in Tallinn mit 3:1 (2:0) gegen Gastgeber Estland durch. 

Der Ex-Schalker Younes Belhanda (11.), Hakim Ziyech (38./Elfmeter) und Munir (72.) trafen für die Mannschaft von Trainer Herve Renard, Ats Purje (76.) erzielte für die Nummer 94 der Weltrangliste das 1:3. 

Amine Harit von Vizemeister Schalke 04 stand wie der Ex-Münchner Medhi Benatia in der ersten Hälfte auf dem Feld. Stürmer Aziz Bouhaddouz von Zweitligist FC St. Pauli kam in der 51. Minute für Torschütze Ziyech in die Partie.  

Im ersten von drei Länderspielen vor der Endrunde waren die Marokkaner Ende Mai gegen die Ukraine nicht über ein torloses Unentschieden hinausgekommen, vier Tage darauf folgte ein 2:1 gegen die Slowakei.

In Russland trifft Marokko bei seiner ersten WM-Teilnahme seit 1998 in der Gruppe B auf den Iran, Europameister Portugal sowie Ex-Weltmeister Spanien.

Australien holt nächsten Sieg

Nach dem klaren Sieg gegen Tschechien hat die australische Nationalmannschaft auch ihr zweites Länderspiel vor WM-Beginn gewonnen. Sieben Tage vor ihrem Auftaktspiel gegen Frankreich setzten sich die Socceroos in Budapest gegen die Auswahl von Gastgeber Ungarn mit 2:1 (0:0) durch.  

Der eingewechselte Daniel Arzani (74.) erzielte die Führung der Gäste, ehe zwei Eigentore für eine kuriose Schlussphase sorgten: Zunächst überwand Australiens Trent Sainsbury (88.) den eigenen Schlussmann, dann sorgte Ungarns Tamas Kadar mit einem weiteren Eigentor in der zweiten Minute der Nachspielzeit für die Entscheidung. 

Vor rund einer Woche hatte die Mannschaft des früheren niederländischen Bundesligatrainers Bert van Marwijk auch dank zweier Tore des Berliners Matthew Leckie die Tschechen mit 4:0 geschlagen. In Ungarn stand Leckie wie Robbie Kruse (VfL Bochum) erneut in der Startaufstellung der Gäste. 

Bei der WM kämpft Australien in der Gruppe C gegen Vize-Europameister Frankreich, Dänemark und Peru um den Einzug ins Achtelfinale. 

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