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München - Statt selbst auf dem Rasen zu stehen, analysiert Carolin Simon das Champions-League-Finale im SPORT1-Studio. Vorab spricht die Bayern-Spielerin über die Endspielgegner.

Es hat nicht viel gefehlt und Carolin Simon hätte am Sonntag beim Finale der Champions League selbst auf dem Platz gestanden

Vor einer Woche verlor die 27-Jährige mit dem FC Bayern 1:2 gegen den großen Favoriten Olympique Lyon. Simon hatte den Anschlusstreffer per Freistoß selbst erzielt, später traf Sydney Lohmann noch die Latte.  

Statt im Endspiel auf dem Rasen zu stehen, wird Simon das Finale nun am Sonntag im SPORT1-Studio analysieren - und die Verteidigerin, die bis 2019 bei Lyon unter Vertrag stand, freut sich trotz der knappen Niederlage gegen das französische Überteam auch auf das Duell zwischen den Französinnen und dem VfL Wolfsburg.

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Bei SPORT1 erklärt sie, woran die Bayern scheiterten, warum Lyon das Maß aller Dinge ist - und wieso Wolfsburg dennoch eine Chance hat.

SPORT1: Vor einer Woche haben Sie mit dem FC Bayern die Überraschung knapp verpasst und das Viertelfinale gegen Lyon verloren. Warum hat es am Ende nicht gereicht?

Carolin Simon: Man hat in diesem Spiel gesehen, was für eine individuelle Klasse Lyon hat. Ich finde, wir haben über 90 Minuten gegen solch eine Mannschaft sehr gut verteidigt. Aber trotzdem reichen dem Gegner dann zwei, drei Momente, wenn man es nicht optimal löst. Dafür ist die Qualität von Lyon zu hoch, und sie bestrafen jeden kleinen Fehler gnadenlos.

SPORT1: Am Ende stand das Spiel auf Messers Schneide, es gab sogar noch einen Lattentreffer für die Bayern. Haben Sie sich sehr geärgert, dass Sie den Favoriten nur zum Wanken, aber nicht zu Fall gebracht haben?

Simon: Ja, schon. Gerade in den letzten 20 Minuten nach dem Anschlusstreffer waren wir am Ausgleich dran. Wir hatten viel Ballbesitz, mehr Zug nach vorne, hatten neben dem Lattentreffer noch zwei, drei Situationen, die wir besser lösen mussten. Das war schon ärgerlich, mit ein bisschen mehr Glück wäre der eine oder andere Ball ins Netz gegangen.

"Gegen Lyon muss zu 100 Prozent alles klappen"

SPORT1: Sie haben bis zum Sommer 2019 für ein Jahr bei Olympique Lyon gespielt. Kann man das Team als Non-Plus-Ultra im Frauenfußball bezeichnen?

Simon: Meiner Meinung nach schon. Das war Wahnsinn, wenn man sich die Trainingseinheiten vor Augen führt. Rundherum auf dem Platz stehen nur Top-Stars, das Trainingsniveau war unfassbar hoch. In dieser Breite habe ich das bisher noch nicht erlebt, und ich glaube, dass es das momentan nirgendwo anders gibt. Ich denke, dass Lyon von den Einzelspielerinnen am besten aufgestellt ist. Es war eine tolle Erfahrung, für eine Saison Teil davon zu sein.

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SPORT1: Auf welche Spielerin muss der VfL Wolfsburg am Sonntag vor allem achten?

Simon: Ich finde es tatsächlich schwierig zu sagen, auf wen man besonders aufpassen muss. Jede Spielerin hat auf ihrer Position ihre Qualitäten. Selbst wenn es aus dem Spiel heraus mal hapert, dann kommen sie mit ihrer Standardstärke, ihren überragenden Schützen wie Wendy Renard. Wenn man gegen Lyon gewinnen möchte, dann muss zu 100 Prozent alles klappen - und man braucht noch ein bisschen Glück.

SPORT1: Was trauen Sie dem VfL Wolfsburg im Finale am Sonntag zu?

Simon: Der VfL Wolfsburg ist auch schon erfahren, was Champions-League-Finals angeht. Sie haben auch den Titel geholt und standen schon öfter gegen Lyon auf dem Platz. Sie haben auch super Spielerinnen in ihren Reihen und müssen sich nicht verstecken. Ich bin gespannt, und hoffe, es wird ein richtig gutes Spiel - vor allem für den Frauenfußball. Für den deutschen Fußball wäre es ebenfalls schön, wenn es einen deutschen Sieger gibt - auch wenn es mir ein bisschen weh tut, dass der FC Bayern das nicht ist.

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SPORT1: Vor 15 Monaten standen Sie mit Lyon selbst im Champions-League-Finale. Welche Erinnerungen haben Sie an das Endspiel?

Simon: Die kompletten 24 Stunden waren total aufregend. Es war mein erstes Finale, der ganze Trubel drumherum, die ganze Aufmerksamkeit der Medien - das war ein riesiges Erlebnis. Ich bin wirklich dankbar, dass ich es miterleben durfte, und konnte mir vorher nicht vorstellen, wie das abläuft. Jetzt weiß ich es - und ich will es unbedingt noch mal erleben. Darum beneide ich die Spielerinnen am Sonntag schon.

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