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München - Trotz ihrer dritten WM Teilnahme ist für Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus die internationale Bühne immer noch ein besonderes Highlight.

Die Spiele in der Bundesliga der Männer sind für Bibiana Steinhaus längst zum Alltag geworden.

"Den besonderen Kick", schwärmt die Schiedsrichterin aber, erlebt sie auf ihren internationalen Reisen - wie jetzt bei der Frauen-Weltmeisterschaft in Frankreich. "Wenn ich die Mannschaften auf das Feld führe und die Nationalhymnen höre, dann ist das ein absoluter Gänsehautmoment", sagt die 40-Jährige. 

Steinhaus blickt auf beeindruckende Karriere

Nach 2011 und 2015 nun zum dritten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein, sei "das Allergrößte", betont die Hannoveranerin. Sie spürt große Vorfreude auf eine einmal mehr "super aufregende" und "total spannende" Zeit.

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Die ist es für Steinhaus immer noch, obwohl sie in 20 Jahren als Unparteiische schon vieles erlebt hat. Unter ihrer Führung ging 2017 das Champions-League-Endspiel der Frauen über die Bühne, auch bei der WM in Deutschland leitete sie 2011 das Finale, ein Jahr später folgte das Olympische Frauen-Endspiel in London. 2017 schrieb sie Fußball-Geschichte, als sie als erste Frau ein Spiel in der Männer-Bundesliga pfiff. Bis heute folgten 14 weitere.

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"Das ist das größte Kompliment für mich"

"Wir stehen kaum noch in der Aufmerksamkeit, das ist das größte Kompliment für mich und mein Team. Am Ende des Tages zählt die Leistung", sagt die siebenmalige DFB-Schiedsrichterin des Jahres. Wie oft sie nun in Frankreich auf dem Feld stehen darf, hängt nicht nur von ihrem Auftritt, sondern auch vom Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft ab.

Ihr Vorbereitung auf die WM-Spiele unterscheidet sich nicht von ihrem normalen Alltag im deutlich schnelleren Männer-Fußball. Steinhaus beschäftigt sich mehrere Stunden mit der Taktik, den wichtigsten Akteuren auf dem Platz sowie dem Spielsystem - ob Bundesliga oder Frauen-Länderspiel. "Das sind meine Routinen, und Routinen verlässt man ja ungerne. Die Vorbereitung läuft daher tatsächlich vollkommen identisch", sagt sie.

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Steinhaus mit viel Videobeweis-Erfahrung

Steinhaus' Vorteil in Frankreich: Sie weist deutlich mehr Wettkampferfahrung mit dem Video-Assistenten vor als ihre Kolleginnen auf dem Feld. Das Hilfsmittel kommt in Frankreich wie schon im Vorjahr bei der Männer-WM erstmals zum Einsatz. Das sei nur "konsequent", sagt die Schiedsrichterin. "Die Weltmeisterschaft in Russland war für den Video-Assistenten ein wirklich großer Erfolg, daran möchte die FIFA anknüpfen."

15 Video-Kollegen, die schon in Russland im Einsatz waren, werden vor den Bildschirmen unterstützen. Aus Deutschland wurden Felix Zwayer (Berlin), Bastian Dankert (Rostock) und Sascha Stegemann (Niederkassel) nominiert. "Das wird völlig unproblematisch, da bin ich mir sicher. Die Kollegen im Video-Raum sind sehr erfahren und wissen genau, wie die Abläufe funktionieren", sagt Steinhaus, die sich seit Ende Mai in Paris auf ihre Einsätze vorbereitet.

Auf dem Feld wird mit WM-Debütantin Riem Hussein eine zweite deutsche Unparteiische im Einsatz sein, als Schiedsrichter-Assistentin wurde Katrin Rafalski berufen. Insgesamt wurden 27 ausschließlich weibliche Referees aus allen Konföderationen berufen.

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