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Germany Women v Chile Women - International Friendly
Germany Women v Chile Women - International Friendly © Getty Images
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Der Frauen-Nationalmannschaft steht mit der WM das erste große Turnier unter Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bevor. Bei der Titelmission hilft auch Joachim Löw.

Die butterweiche Ballannahme hat Martina Voss-Tecklenburg immer noch drauf. Auf dem Trainingsplatz macht die Bundestrainerin ihren Schützlingen in Perfektion vor, was sie erwartet.

Und sie erwartet viel. Denn: Die Hoffnungsträgerin soll die deutschen Fußballerinnen nach Krisenjahren wieder zum Titelanwärter formen. Gerade mal ein halbes Jahr hatte die 51-Jährige Zeit, den zweimaligen Weltmeister auf die Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) vorzubereiten.

"Ich denke schon, dass die Trainerin mit Mut vorneweg marschieren muss", lautet die Überzeugung der gebürtigen Duisburgerin, die im vergangenen Herbst Interimstrainer Horst Hrubesch ablöste, nachdem sie mit den Schweizerinnen die erneute WM-Qualifikation knapp verpasst hatte.

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Bundestrainerin hat klaren Plan

Empathisch, erfahren, ehrlich - Voss-Tecklenburg ist eine leidenschaftliche Trainerin, die einen klaren Plan verfolgt. Von ihren neuen Schützlingen will sie mutigen Offensivfußball sehen, mit Spielerinnen, die Verantwortung übernehmen. Als 125-malige Nationalspielerin, viermalige Europameisterin und Vize-Weltmeisterin weiß sie all das überzeugend zu vermitteln.

Überzeugend vor allem, weil auch sie Widerstände überwinden musste. So wollte ihr die Mutter das Fußballspielen verbieten, die kleine Martina ging heimlich trotzdem zum Training. Später arbeitete sie als Nationalspielerin Vollzeit als Bürokauffrau, und zog nebenbei ihre Tochter Dina groß. Schwere Verletzungen, das Ende im Nationalteam im Streit - nichts konnte Voss-Tecklenburg umwerfen.

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Nun ist sie nach Stationen als Verbandstrainerin, in Vereinen der Frauen-Bundesliga sowie als Nationaltrainerin der Schweiz bei ihrem Traumjob angekommen. Mit ihrer Kompetenz hat sie sogar Begehrlichkeiten im Männer-Fußball geweckt: Als sie schon beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) unterschrieben hatte, hatte der FC Luzern seine Fühler nach ihr ausgestreckt.

Austausch mit Löw und Klopp

Akribisch wie "MVT" ist, schaut sie gerne über den Tellerrand hinaus und nutzt Synergien. Einst hospitierte sie bei Jürgen Klopp in Dortmund, kürzlich griff sie vor dem Länderspiel in Schweden (2:1) zum Telefon, um sich mit ihrem Kollegen Joachim Löw über taktische Details zur Dreierkette auszutauschen.

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"Vor unserem Schweden-Spiel habe ich Jogi Löw angerufen und gefragt: 'Habe ich das richtig gesehen, wie ihr das gegen Holland gemacht habt?' Weil wir auch mit der Dreierkette gegen Schweden spielen wollten. Da tauscht man sich aus", schildert Voss-Tecklenburg.

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Voss-Tecklenburg will langfristigen Erfolg

Vier Spiele, drei Siege, ein Remis - Voss-Tecklenburgs Start verlief vielversprechend. Nebenbei integrierte sie im Eiltempo große Talente wie Lena Oberdorf (17) und Klara Bühl (18), die nun bei der "Tour de France" erste Turniererfahrung sammeln dürfen. Schließlich denkt und handelt die neue Chefin, die einen Vertrag bis zur EM 2021 unterzeichnet hat, bei allem Erfolgsdruck immer langfristig.

Unter den Spielerinnen weiß Alexandra Popp wohl am besten, wie die Bundestrainerin tickt. Voss-Tecklenburg machte die junge "Poppi" in Duisburg zur Nationalspielerin, nun ernannte sie die 28-Jährige zur Spielführerin. "Sie ist sehr kommunikativ, offen und sagt dir ganz klar, woran du bist und was sie von dir erwartet", sagt die Angreiferin. Gern auch per Demonstration auf dem Trainingsplatz.

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