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Auf die DFB-Frauen wartet mit Spanien der stärkste Vorrundengegner. Der Ausfall von Dzsenifer Marozsán schmerzt. Die Bundestrainerin hat aber Optionen.

Nach dem wenig glanzvollen, aber erfolgreichen Start in die Frauen-WM (1:0 gegen China) wartet heute die erste große Bewährungsprobe auf die DFB-Frauen: das Gruppenspiel gegen Spanien. (Frauen-WM: Deutschland – Spanien, ab 18 Uhr im LIVETICKER)

Dabei geht es nicht nur ums Weiterkommen, sondern auch um den Gruppensieg - dieser würde den Deutschen aller Wahrscheinlichkeit nach ein Achtelfinal-Duell mit den USA ersparen, die ihre Stärke gerade mit dem Rekordsieg der WM-Geschichte (13:0 gegen Thailand) eindrucksvoll zur Schau stellten.

Ausgerechnet gegen die spielstarken Ibererinnen fehlt den deutschen Frauen nun jedoch ihre spielstärkste Spielerin: Dzsenifer Marozsán wird nicht spielen können, sie fällt mit einem Zehenbruch mindestens für die Vorrunde aus.

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Marozsán hat "besondere Fähigkeiten"

"Wir waren alle geschockt und traurig", beschrieb Abwehrspielerin Leonie Maier die Stimmung im Team, nachdem die Diagnose feststand.

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Marozsáns vorläufiges Aus ist tragisch für die Champions-League-Siegerin von Olympique Lyon, die beim WM-Turnier in ihrer fußballerischen Heimat Großes vorhatte - aber auch ein herber Schlag für die Pläne von Martina Voss-Tecklenburg.

"Man kann sie nicht ersetzen, weil sie besondere Fähigkeiten hat", sagte die Bundestrainerin denn auch zur Hiobsbotschaft aus der Klinik.

Auch für SPORT1-Kolumnistin Julia Simic ist Marozsán eine Ausnahmekönnerin und "die technisch beste Spielerin im DFB-Team".

Maier: "Werden für Maro spielen"

Wie also stellt sich das deutsche Mittelfeld auf, um die wegweisende Partie gegen Spanien für sich zu entscheiden?

"Unser Kader ist breit aufgestellt, wir können das kompensieren und werden für Maro spielen", versprach Maier, und auch ihre Trainerin beschwörte die mannschaftliche Geschlossenheit: "Wir müssen das als Mannschaft kompensieren."

Wie genau sie ihr Team umbauen wird, ließ Voss-Tecklenburg noch nicht durchblicken.

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Magull, Goeßling - oder die Jüngste?

"Als Ersatz kämen Lina Magull vom FC Bayern oder Lena Goeßling vom VfL Wolfsburg in Frage", sagt Simic. Eine andere Option wäre, Kapitänin Alexandra Popp aus der Sturmspitze nach hinten zu ziehen und Lea Schüller im Angriff zu bringen.

Womöglich beweist die Bundestrainerin aber auch Mut und ersetzt "die Beste" ausgerechnet mit der Jüngsten im Kader. Die erst 17 Jahre alte Lena Oberdorf ist sowohl im defensiven als auch offensiven Mittelfeld einsetzbar und überzeugte nach ihrer Einwechslung gegen China mit Ruhe am Ball sowie Zweikampfstärke.

"Es sprach für Lena, unsere Jüngste, dass sie uns mit physischer Präsenz Stabilität gegeben hat", lobte Voss-Tecklenburg das Küken des Teams nach dem Auftaktspiel.

Systemumstellung ist wahrscheinlich

Da die 27 Jahre alte Marozsán aber ohnehin kaum 1:1 zu ersetzen ist, erscheint eine Systemumstellung als wahrscheinlich.

So deutete Voss-Tecklenburg etwa Veränderungen des Abwehrverbunds an. Gut möglich, dass sie ihrem Team eine leicht defensivere Grundaufstellung verpasst und gegen Spanien auf Konterfußball setzt. 

"Sie haben eine hohe spielerische Qualität und suchen schnell den Abschluss", lobte "MVT" die heutigen Gegnerinnen, wies aber auch auf deren Schwachpunkte hin: "Sie offenbaren Räume, die wir nutzen müssen."

In welcher Formation auch immer: Die Nationalmannschaft muss sich steigern, um Spanien zu schlagen. Denn, so prophezeite es Voss-Tecklenburg, "es wird ein Spiel auf Augenhöhe werden."

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