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München - Die DFB-Frauen tun sich in ihrem WM-Auftaktspiel gegen China lange schwer. Als ein Fehlstart droht, sticht ausgerechnet eine Debütantin heraus und wird zum Matchwinner.

Es lief bereits die 66. Minute im Roazhon Park in Rennes.

Die deutschen Frauen ackerten trotz der heißen Temperaturen wie wild, rannten jedoch immer wieder gegen die "Chinesische Mauer" an, es war einfach kein Durchkommen. Der Gegner legte zudem eine äußerst harte Gangart an den Tag, trat um sich. Zwei Spielerinnen auf dem Feld waren angeschlagen, eine war bereits verletzt ausgewechselt worden.

Das WM-Auftaktspiel des Mitfavoriten drohte zum Fehlstart zu werden – bis sich eine der "jungen Wilden" im Team ein Herz fasste! Nach über einer Stunde Zittern erlöste die erst 19 Jahre alte WM-Debütantin Giulia Gwinn die DFB-Damen und bescherte mit ihrem Treffer den deutschen Sieg in einem schwierigen Auftaktspiel.

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Gwinn trifft bei ihrem WM-Debüt

Nach einer Ecke von Dzsenifer Marozsan war der Ball durch den verunglückten Kopfball von Spielführerin Alexandra Popp direkt vor den Füßen Gwinns gelandet, die nicht lange fackelte und aus gut 16 Metern draufhielt. "Es ist natürlich schön, zum Auftakt der WM so ein Tor zu schießen. Das gibt Selbstvertrauen", sagte die überglückliche Torschützin nach der Partie am ARD-Mikrofon.

Dabei musste sie zum Zeitpunkt ihres Treffers eine eher ungewohnte Position bekleiden. Nachdem sie die erste Halbzeit auf dem rechten Flügel agiert hatte, ersetzte sie im zweiten Durchgang die angeschlagene Linksverteidigerin Carolin Simon – drehte aber auf dieser Position erst so richtig auf.

Nach der Partie wurde Gwinn folgerichtig zum "Player of the Match" gekürt. Eine Auszeichnung, die ihr durchaus schon bekannt vorkommt. Auch bei ihrem Debüt bei der U17-WM und der U20-WM wurde sie zur besten Spielerin der Partie gewählt.

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Giulia Gwinn
Giulia Gwinn © instagram/giuliagwinn

Pokalfinalistin Gwinn von Freiburg zum FC Bayern

Ihre Torjäger-Qualitäten stellte die Flügelspielerin vom Bodensee bislang in der Frauen-Bundesliga beim SC Freiburg unter Beweis. In 83 Spielen erzielte sie 29 Treffer für die Breisgauerinnen, das ist im Schnitt ein Tor in jeder dritten Partie.

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Dass großes Talent in Gwinn steckt, hat auch der FC Bayern München mitbekommen und die 1,70 Meter große Spielerin ab der kommenden Saison für drei Jahre fest verpflichtet. "Offensiv wie defensiv hat sie große Stärken, bringt auf der rechten Außenbahn eine enorme Schnelligkeit mit und ist zudem sehr torgefährlich", sagte Bayerns Teammanagerin Bianca Rech über den Neuzugang.

Während Gwinn die Bundesliga-Saison mit Freiburg auf Platz sieben abschloss, erreichte sie mit ihrem Team im DFB-Pokal sogar das Endspiel, das knapp mit 0:1 gegen den VfL Wolfsburg verloren ging.

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Gwinn tritt in Prinz' Fußstapfen

Das Highlight dieser Spielzeit war für Gwinn aber sicherlich die Nominierung in den WM-Kader durch Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. Ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft gab sie bereits vor fast zwei Jahren unter Steffi Jones, am 24. November 2017 im Testspiel gegen Frankreich. Seitdem stand ihr aus acht Einsätzen ein Treffer zu Buche.

Das zweite Tor im Nationaltrikot erzielte Gwinn gegen China und tritt damit in große Fußstapfen: Nach Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz und Ariane Hingst ist Gwinn die dritte Teenagerin, die bei einer WM für die deutsche Nationalmannschaft einen Treffer erzielt.

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