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München - Nur vier Spieler aus dem EM-Kader der deutschen U21 stehen Trainer Stefan Kuntz künftig noch zur Verfügung. Talente wie Götze, Passlack und Arp dürfen hoffen.

Stefan Kuntz freute sich nach der Rückkehr in die Heimat auf ein paar Tage Urlaub.

"Ich strecke erstmal die Füße aus und mache alles, was vier Wochen zu kurz gekommen ist. Wahrscheinlich fahre ich noch in die Sonne", sagte der DFB-Trainer nach der erfolgreichen, aber auch anstrengenden UEFA U21 EM 2019. Doch allzu viel Zeit hat Kuntz nicht. Bis September muss er ein nahezu komplett neues Team an den Start bringen.

Kuntz muss sich dabei wie Sisyphos vorkommen: Zwei Jahre lang er hat er die U21 aufgebaut und geformt, nun beginnt alles wieder von vorn. Ganze vier Spieler bleiben ihm für den Angriff auf die EM 2021 in Ungarn und Slowenien: Torhüter Markus Schubert (zuletzt Dynamo Dresden), der als neue Nummer eins aufgebaut werden soll, sowie Arne Maier (Hertha BSC), Johannes Eggestein (Werder Bremen) und Lukas Nmecha (zuletzt Preston North End, gehört Manchester City). 

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Götze und Passlack können durchstarten

Doch wenn am 10. September mit der Begegnung in Wales die EM-Qualifikation beginnt, braucht Kuntz 19 weitere Namen für seinen Neuanfang. Nominieren darf er Spieler, die am oder nach dem 1. Januar 1998 geboren sind. Gesetzt sein dürfte dann Stürmer Janni Serra von Holstein Kiel, der im vorläufigen EM-Kader stand. Der sogar erst 1999 geborene Kai Havertz (Bayer Leverkusen) ist dagegen kein Thema, hat er doch längst den Sprung zu Joachim Löw geschafft.

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Und dahinter? Der 1998er-Jahrgang gilt in Deutschland nicht als der stärkste, hält aber einige Toptalente bereit. Felix Götze vom FC Augsburg etwa, Bruder von Mario Götze, zuletzt aber mit einer Hüft-Operation außer Gefecht. Oder Felix Passlack von Borussia Dortmund, der jüngste deutsche Torschütze in der Champions League, hinter dem eine enttäuschende Leihe zu Norwich City liegt. Passlack wurde am Dienstag zu Fortuna Sittard in die Niederlande ausgeliehen.

Chance für Arp nach Bayern-Wechsel?

Ebenfalls schon in der Bundesliga aufgetaucht sind die Mittelfeldspieler Dennis Geiger (TSG Hoffenheim) oder Linton Maina von Hannover 96. Ein Thema könnte auch der erst 2000 geborene Jann-Fiete Arp werden, das Sturmtalent hofft nach einem enttäuschenden Jahr in Hamburg auf einen Neustart bei Bayern München. Auch Jordan Beyer von Borussia Mönchengladbach, der Kölner Salih Özcan oder die Itter-Zwillinge Gian-Luca (SC Freiburg) und Davide-Jerome Itter (VfL Wolfsburg) haben schon aufgezeigt.

Sein Potenzial hat der Jahrgang bereits bewiesen, bei der U17-EM 2015 verloren Passlack und Co. erst im Finale gegen Frankreich.

International sieht Kuntz die deutschen Teams von der U17 bis zur U20 zwar im Rückstand, setzt aber auf den Entwicklungssprung in der U21. "Unsere Spieler haben in den Punkten Disziplin, Intuition und Umsetzen von Spielplänen mindestens so ein großes Talent wie andere Nationen in Schnelligkeit oder Dribbelstärke", sagt er.

Erstmals gefordert wird die "neue" U21 am 5. September beim Test in Zwickau gegen Griechenland, fünf Tage später beginnt in Wales die EM-Qualifikation.

Härtester Gegner in der Gruppe dürfte EM-Teilnehmer Belgien werden. Da 2021 allerdings erstmals 16 Teams an der Endrunde teilnehmen, könnte auch Rang zwei reichen.

Sechs Deutsche in der Top-Elf

Zwei Tage nach dem verlorenen Finale durfte sich Kuntz immerhin darüber freuen, dass es gleich sechs seiner Spieler in die Mannschaft des Turniers geschafft haben:

Alexander Nübel, Luca Waldschmidt, Jonathan Tah, Lukas Klostermann, Benjamin Henrichs und Mahmoud Dahoud.

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