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Udine - Nach dem verlorenen EM-Finale fühlt der Bundestrainer mit dem Nachwuchs. Dessen Zukunftsperspektive stimme, ohne dabei ein Selbstläufer zu sein.

Joachim Löw konnte die Enttäuschung der deutschen U21 nach dem 1:2 im Endspiel der UEFA U21 EM 2019 verstehen.

"Man kann es nachfühlen, wenn man selbst mal ein Finale verloren hat", sagte der Bundestrainer nach der Partie in Udine am SPORT1-Mikrofon. "Aber das Turnier insgesamt war klasse von diesen Jungs, es war echt ein geiles Turnier."

Der Nachwuchs habe "eine gute Visitenkarte für Deutschland abgegeben". Die Grundlage dafür sieht Löw darin, "dass man nicht nur gute Individualisten hat, sondern auch ein gutes Teamwork. Spieler, die sich miteinander und untereinander sehr gut verstehen."

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Löw: Kuntz lebt Leichtigkeit vor

Auch von der Arbeit von U21-Coach Stefan Kuntz zeigte sich Löw begeistert. Kuntz und seinen eigenen Assistenten Marcus Sorg brachte Löw als mögliche Nachfolger für den Posten des Bundestrainers ins Gespräch. "Wir haben zwei Trainer beim DFB, die absolut die Fähigkeiten haben, Bundestrainer zu werden: Stefan Kuntz und Marcus Sorg", sagte er der Bild. Löws Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) läuft noch bis zur WM 2022 in Katar.

"Stefan hat nicht nur fachliche Kompetenz, sondern vor allem eine sehr gute Empathie und einen Zugang zu den Spielern", lobte Löw am SPORT1-Mikro. Er lebe trotz aller Konzentration und Disziplin Leichtigkeit und Fröhlichkeit vor.

Kuntz (56) blockte Nachfragen zum Thema bei der U21-EM, wo er mit seiner Mannschaft das Finale gegen Spanien verlor (1:2), als "respektlos" gegenüber Löw ab. Sorg (53) betonte bei den EM-Qualifikationsspielen in Weißrussland und gegen Estland im Juni, als er Löw vertrat, er trachte Löw nicht nach dem Job.

Müssen Kuntz und Sorg die Nachfolge untereinander auskämpfen? "Das ist ja am Ende nicht meine Entscheidung – sie haben beide große Fähigkeiten", sagte Löw der Bild. DFB-Direktor Oliver Bierhoff ergänzte: "Wir sehen, dass wir in den eigenen Reihen gute Trainer haben. Marcus Sorg hat Löw hervorragend vertreten, als der krank war. Stefan Kuntz hat internationale Erfahrung. Über den Ernstfall mache ich mir aktuell keine Sorgen."

DFB-Nachwuchs droht Qualitätsproblem

Löw freute sich derweil erstmal über die aktuelle Generation. Der aktuelle U21-Jahrgang gebe laut Löw für die Zukunft berechtigten Anlass zur Hoffnung. "Bei uns spielen ja auch sieben Spieler, die normalerweise noch U21 spielen könnten", erinnerte der Bundestrainer.

Die Spieler des frisch gebackenen Vize-Europameisterteams hätten "alle die Fähigkeiten, dass sie mal A-Nationalspieler werden und an die Weltspitze kommen. Es ist immer noch ein langer Weg. Aber ich bin davon überzeugt, dass es einige schaffen."

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Nach den Jahrgängen 1995, 1996, 1997 drohe dem DFB allerdings ein Qualitätsproblem. "Die Jahrgänge darunter, da gibt’s auf manchen Positionen schon noch gewisse Defizite", sagte Löw. "Das muss man auch so sagen, deswegen ist auch unsere Aufgabe beim DFB darüber nachzudenken, was wir in Zukunft noch besser machen können."

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