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Arbeiterrechte in Katar: Menschenrechtlerin Sylvia Schenk sieht Fortschritte
Arbeiterrechte in Katar: Menschenrechtlerin Sylvia Schenk sieht Fortschritte © AFP/SID/JOHN MACDOUGALL
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Menschenrechtlerin Sylvia Schenk wirbt für eine differenziertere Sicht auf die Problematik um die Gastarbeiter im Umfeld der WM 2022 in Kata - und sieht Fortschritte..

Menschenrechtlerin Sylvia Schenk, Sportexpertin von Transparency Deutschland, hat für eine differenziertere Sicht auf die Problematik um die Gastarbeiter im Umfeld der Fußball-WM 2022 in Katar geworben und auf Fortschritte hingewiesen.

"Wer leugnet, dass sich in Katar eine Menge getan hat, negiert den Erfolg der Gewerkschaften, und er nimmt auch den Arbeitern ihren Stolz", sagte die 68 Jahre alte Juristin bei einem Pressegespräch des Vereins Frankfurter Sportpresse.#

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"Wenn die WM stattfindet", sagte Schenk, "werden in Nepal, Bangladesch und anderen Ländern viele Arbeiter sitzen und ihren Kindern sagen, diese Stadien habe ich mitgebaut."

Im Zusammenhang mit den Berichten über 6500 tote Gastarbeiter aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka auf katarischen Baustellen sprach Schenk vom "Dilemma der Zahlen", also der Schwierigkeit, die wirkliche Zahl derer zu ermitteln, die im direkten Zusammenhang mit WM-Bauarbeiten verstorben seien. 

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"Ich bitte, sich die Zahlen genau anzuschauen und zu hinterfragen, und nicht stille Post zu spielen", sagte Schenk: "Ich wüsste nicht, gegen was man in Katar protestieren sollte. Es geht darum, den Erfolg der Gewerkschaften anzuerkennen."

Darauf hatte zuletzt schon Regina Spöttl, Katar-Expertin der Menschenrechtsorganisation Amnesty International Deutschland, hingewiesen. Es sei "sehr schwierig zu überprüfen, wie viele Todesfälle es im Umfeld der WM gegeben hat und welche die Ursachen dafür waren", sagte Spöttl dem Nachrichtenportal Watson.

Auch Spöttl hatte eine positive Entwicklung im Land angeführt und sich gegen einen Boykott des Turniers Ende 2022 ausgesprochen. "Es gibt Fortschritte, und mit einem Boykott würden diese um Jahre zurückgeworfen werden", sagte Spöttl.

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