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Mit dieser Machtdemonstration hätten dann doch nicht viele gerechnet. Das deutsche B-Team gewinnt den FIFA Confederations Cup - und viele Spieler betreiben Eigenwerbung in Sachen WM 2018. SPORT1 beleuchtet, welche Sieger sich ein WM-Ticket verdient haben - und welche nicht
MÜSSEN MIT ZUR WM - MARC-ANDRE TER STEGEN: Der Schlussmann des FC Barcelona hat sich laut Bundestrainer Joachim Löw "noch einmal weiter entwickelt". Strahlte Ruhe und Souveränität aus, war wichtig als zusätzliche Anspielstation mit dem Fuß. In dieser Form gesetzt als WM-Vertreter von Manuel Neuer
JOSHUA KIMMICH: Entwickelte sich zum Führungsspieler der jungen Mannschaft. Die Konstante auf der rechten Defensivposition, egal ob in der Dreierkette oder davor. Zeigte zudem sein feines Gespür für den präzisen Steil- oder Steckpass im richtigen Moment. Auch seine Flanken sind für jeden Stürmer ein Geschenk. Fixpunkt in Löws WM-Plänen
JONAS HECTOR: Agiert selten wirklich auffällig, aber effektiv. Hinten brennt nichts an, wenn er die linke Seite besetzt. Vorstöße nach vorne streut er dosiert, aber häufig zum richtigen Zeitpunkt ein. Lieferte so Torvorlagen gegen Chile und Mexiko. Wichtig für die Stabilität des Teams. Reist daher nächsten Sommer wieder mit
LEON GORETZKA: DER Durchstarter des Turniers. Sein Timing für Sprints aus der Tiefe in die Spitze ist beeindruckend, ebenso seine Dynamik und die Kälte beim Torabschluss "Leon Goretzka hat das Turnier bei der A-Mannschaft besonders gut getan", findet Bierhoff. So führt an dem Schalker kein Weg vorbei
JULIAN DRAXLER: Der Turnierkapitän wurde nicht nur zum besten Spieler des Turniers gewählt, sondern stieg noch weiter in seinem Standing beim Bundestrainer. "Julian ist an seiner Aufgabe gewachsen. Man hat gemerkt, er führt die Mannschaft an, ist ein Gewinnertyp und sich nicht zu schade, weite Wege zu machen", so Löw
TIMO WERNER: Setzte mit der Vorlage zum entscheidenden Tor im Finale und dem Gewinn des Goldenen Schuhs das Sahnehäubchen auf eine starke WM-Empfehlung. Erst ab dem dritten Spiel von Beginn an dabei, glänzte er mit drei Toren und zwei Vorlagen. Damit war Werner der Topscorer des Turniers
GUTE CHANCEN - ANTONIO RÜDIGER: Der Römer machte in der deutschen Dreierkette einen stabilen Eindruck, egal ob in der Mitte, auf halbrechts oder halblinks. Setzte seine Physis gekonnt ein. Ist schnell, robust und wird besser im Aufbauspiel. Spielt er eine gute Saison im Verein, dürfte Löw nicht auf ihn verzichten
MATTHIAS GINTER: Übernahm im Gruppenspiel gegen Chile die rechte Position in der Dreierabwehr und gab sie nicht mehr her. Gut im Stellungsspiel, stark in der Luft. Verzichtet im Passspiel auf Showeffekte. Spielt konzentriert das, was er kann. Muss das noch eine ganze Saison lang - womöglich in Mönchengladbach - bestätigen
SHKODRAN MUSTAFI: Stand nach seinem Patzer vor dem Gegentor beim Gruppenspiel gegen Chile schwer in der Kritik und schaute die folgenden beiden Partien nur von außen an. Kam im Finale zurück und zeigte eine überzeugende Leistung. Löw weiß, was er an ihm hat
NIKLAS SÜLE: Blieb nur im Halbfinale gegen Mexiko ohne Einsatz. In der Dreierkette auf jeder Position einsetzbar. Gut im Aufbauspiel, kompromisslos in Zwei- oder Luftkampf. Dazu ein selbst ernannter "Lebemann", ein Typ. Stünde der DFB-Auswahl in der Confed-Cup-Form auch nächstes Jahr gut zu Gesicht
EMRE CAN: Mit seinem massigen Körper war der Liverpooler Abrissbirne und Ballsicherer im defensiven Mittelfeld in einem. Seine 100 Prozent gewonnenen Zweikämpfe in der ersten Hälfte des Gruppenspiels gegen Chile waren ein Statement. Setzte auch offensive Akzente und damit die Arrivierten unter Druck
SEBASTIAN RUDY: Seine 434 Einsatzminuten in Russland werden nur von Joshua Kimmich übertroffen. Hervorragender Spielordner mit Gefühl für das richtige Tempo. Dazu laufstark, geschickt und technisch gut im Zweikampf. Verlieh der Mannschaft Ruhe und war daher einer der Unverzichtbaren. Muss sich aber jetzt in München bewähren
LARS STINDL: "Der Lars ist ein unheimlich schlauer Spieler“, sagt Löw über den 28-Jährigen. "Er ist eine Persönlichkeit, zeigt keine Nerven.“ Sucht und findet seine Nischen im deutschen Angriff, traf satte drei Mal in vier Einsätzen. Darunter war das Tor zum Turniersieg. Als Spielertyp einzigartig. Aber die Konkurrenz im Sturm ist stark
AUF DER KIPPE - BERND LENO: Setzte seine Bewährungschance gegen Australien in den Sand, indem er ein Gegentor verschuldete und beim anderen unglücklich aussah. Damit war die Torhüterrotation beendet. Ter Tegen ist ihm enteilt. Muss aufpassen, dass ihn Kevin Trapp, Timo Horn oder Ralf Fährmann nicht aus den Top drei verdrängen
MAVRIN PLATTENHARDT: Kam in Russland nur gegen Kamerun zu Einsatz und erledigte seinen Part solide. Da ein Backup für Jonas Hector auch 2018 auf jeden Fall benötigt wird, bleibt er im Rennen um ein WM-Ticket. Aber in erster Linie aus Mangel an Alternativen
BENJAMIN HENRICHS: Das Küken im deutschen Kader mit gerade 20 musste lange auf seine Chance warten, legte dann aber sowohl gegen Kamerun als auch Mexiko ein Tor auf. In der Defensivarbeit zahlte er hin und wieder Lehrgeld. Hat rechts vorne wohl zu starke Konkurrenz. Als Kimmichs Ersatz kommt er aber nach wie vor in Frage
JULIAN BRANDT: Startete gegen Australien mit einer Torvorlage stark ins Turnier, kam anschließend aber nur noch zu zwei Zwölf-Minuten-Einsätzen. Dabei aber immer eine Belebung des deutschen Angriffs. Unbestritten hochtalentiert. Braucht aber ein Jahr auf konstant hohem Niveau für eine WM-Nominierung
AMIN YOUNES: War der Feldspieler mit der geringsten Zahl an Einsatzminuten - ganze 19. Nutzte die allerdings zu einem Tor gegen Mexiko. Hat zumindest "sehr starke Charakteristika gezeigt“, meinte Bierhoff. Weil seine Stärke im Eins zu eins im deutschen Fußball einzigartig ist, bleibt er ein Kandidat für den nächsten Sommer
BLEIBEN WOHL ZUHAUSE - KEVIN TRAPP: Nach seinem starken Debüt in Dänemark wartete der PSG-Schlussmann als einziges Kadermitglied vergeblich auf einen Turniereinsatz. Er wird weiter mit Leno um den Platz hinter Neuer und ter Stegen kämpfen müssen. Weitere Top-Leistungen im Verein dürfen ihn hoffen lassen
KEREM DEMIRBAY: Der Hoffenheimer tat sich bei seinem einzigen Turnierauftritt gegen Kamerun lange schwer, erzielte aber dann mit dem rechten Fuß traumhaft schön das 1:1. Verschleppte zuvor oft unfreiwillig das Tempo, weil er den Ball nur mit links führt. Auf seiner Position hat Löw auch ohne Demirbay genug Alternativen
SANDRO WAGNER: Nach dem Gruppenauftakt gegen Australien verschwand Wagner aus der Startelf und war von da an bis zum Turnierende nicht mehr auf dem Platz. Muss auf einen Ausfall oder eine Formkrise von Mario Gomez hoffen, ist ihm als Spielertyp zu ähnlich, dass Löw beide mitnehmen würde
Diese Confed-Cup-Sieger müssen mit zur WM
Mit dieser Machtdemonstration hätten dann doch nicht viele gerechnet. Das deutsche B-Team gewinnt den FIFA Confederations Cup - und viele Spieler betreiben Eigenwerbung in Sachen WM 2018. SPORT1 beleuchtet, welche Sieger sich ein WM-Ticket verdient haben - und welche nicht
@SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images