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Tiger Woods liegt vor dem letzten Tag der British Open auf dem geteilten fünften Platz
Tiger Woods liegt vor dem letzten Tag der British Open auf dem geteilten fünften Platz © Getty Images
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München - Tiger Woods erwischt bei "The Open" einen Sahnetag und darf vor der Schlussrunde vom ersten Major-Titel seit 2008 träumen. Die Euphorie um den Superstar ist zurück.

Der beste Tag bei einem Major-Turnier seit dem Masters 2011.

Die beste Runde bei "The Open" seit sogar zwölf Jahren.

Und sogar die erste Führung bei einem Major-Event seit 2013.

Superstar Tiger Woods hat sich vor dem Schlusstag der British Open (Sonntag im LIVETICKER) eindrucksvoll unter den Besten der Welt zurückgemeldet - und nicht nur die Golf-Welt steht Kopf.

"Tiger back!", twitterte NBA-Star Bradley Beal von den Washington Wizards kurz und knapp. Tiger ist zurück - genau das dachten am Samstagnachmittag englischer Zeit viele Sportfans auf der ganzen Welt.

Und ja: auch Woods selbst.

Woods bei The Open: "Habe eine Chance"

"Es ist ein paar Jahre her, dass ich mich so gefühlt habe", gestand er nach seiner 66er-Runde an Tag 3 der British Open in Carnoustie und stellte klar: "Ich bin voll dabei. Ich habe eine echte Chance - und das ist großartig."

Dabei hatte der 42-Jährige den vielleicht eindrucksvollsten Moment des Samstags sogar verpasst: Nach einem Birdie an der 14 stand vor dem Namen Tiger Woods zum ersten Mal seit fünf Jahren bei einem Major wieder die Nummer 1 auf dem Leaderboard.

"Ich wusste nicht, dass ich geteilter Erster war", sagte der US-Amerikaner, der an den ersten beiden Tagen zwei Mal Par gespielt hatte und sich durch seinen starken Samstag auf -5 verbesserte.

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US-Medien feiern Tiger Woods

Seine Führung hielt zwar nur ein paar Minuten - aber doch lange genug, um vor allem die US-amerikanischen Medien in Euphorie ausbrechen zu lassen.

"Tiger Woods hat eine echte Chance, die British Open zu gewinnen. Macht euch bereit für Sonntag!", titelte SB Nation. Sports Illustrated frohlockte: "Endlich bekommt Tiger Woods wieder eine Chance auf Major-Titel Nummer 15."

Langwierige Verletzungen, außereheliche Affären und sportliche Bedeutungslosigkeit: Seit seinem 14. und bis dato letzten Titel bei einem der vier größten Golf-Turniere bei den US Open 2008 ist Woods durch ein tiefes Tal gegangen.

Bernhard Langer stark, Kaymer schon raus

"Wenn man die letzten Jahre bedenkt, wusste ich selbst nicht, ob das jemals wieder passieren würde", sagte der einstige Golf-Dominator offen und ehrlich, "aber hier bin ich und habe an einem Sonntag noch eine Chance bei einem Major-Turnier. Das wird ein großer Spaß."

Bernhard Langer (v.) schob sich am Samstag dank einer 68er-Runde weit nach vorne
Bernhard Langer (v.) schob sich am Samstag dank einer 68er-Runde weit nach vorne © Getty Images

Nicht mehr erleben wird das der deutsche Top-Golfer Martin Kaymer (+4), der als geteilter 80. bereits am Freitag am Cut gescheitert war. Oldie Bernhard Langer (-1) dagegen überzeugte am Samstag mit einer 68er-Runde und verbesserte sich auf den geteilten 36. Platz.

Trio um Jordan Spieth in Führung

Vor Woods (-5) lagen nach Abschluss des dritten Tages insgesamt fünf Spieler: Platz eins teilen sich seine US-Landsleute Jordan Spieth, Xander Schauffele und Kevin Kisner (-9), dahinter folgen Kevin Chappell (USA/-7) und der Italiener Francesco Molinari (-6).

"Ich musste in Schlagdistanz bleiben, und fünf unter Par ist definitiv in Reichweite. Wir wussten, dass es zehn bis zwölf Jungs geben würde, die am Sonntag eine Chance auf den Sieg haben", erklärte Woods: "Und es stellt sich heraus, dass es genau so sein wird."

Dass Woods einer von ihnen ist - das ist die eigentliche Überraschung.

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