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Hideki Matsuyama hat als erster Japaner das US Masters gewonnen
Hideki Matsuyama hat als erster Japaner das US Masters gewonnen © Imago
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München - Hideki Matsuyama versetzt mit seinem Masters-Triumph Japan in Ekstase. Auch Tiger Woods ist begeistert. Dabei fühlt sich der neue Star im Rampenlicht nicht wohl.

In seinem Heimatland hat der Japaner Hideki Matsuyama mit dem Gewinn des Masters eine wahre Golf-Hysterie ausgelöst.

Bei einem Fernsehkommentator flossen die Tränen, als der erste Triumph eines Japaners bei einem Golf-Major perfekt war. An der Börse in Tokio schossen golfbezogene Aktien in die Höhe, Premierminister Yoshihide Suga sprach gar von einem Lichtblick in der Coronakrise - und selbst Tiger Woods realisierte die Bedeutung des Erfolges.

"Du machst Japan stolz, Hideki", twitterte der Superstar, der nach seinem schweren Autounfall nicht antreten konnte. Dieser "historische Masters-Sieg" werde "die gesamte Golf-Welt beeinflussen".

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Japaner lässt Golf-Elite hinter sich

Innerhalb weniger Tage hat sich der 29-Jährige, den die breite Sport-Öffentlichkeit bislang kaum wahrgenommen hat, in den Olymp seines Sports gespielt.

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Auf dem legendären Parcours von Augusta ließ er die komplette Golf-Elite hinter sich. Als Nummer 25 der Welt ins Turnier gestartet, hatte er sich vor der letzten Runde einen komfortablen Vorsprung von vier Schlägen auf seine schärfsten Verfolger erspielt.

Einen Schlag davon rettete er nach dem letzten Loch ins Ziel – und durfte sich anschließend, wie es Tradition ist, das grüne Sieger-Jackett überstreifen lassen.

Matsuyama will ein Pionier im Golf sein

Dieser Triumph kam auch deswegen so überraschend, weil er seit 2017 kein Turnier mehr gewinnen konnte. Damals klopfte er nach seinem zweiten Platz bei den US Open schon einmal an der Spitze seines Sports an, war vorübergehend Zweiter der Weltrangliste.

Der Triumph beim Masters aber stellt alle seine bisherigen Erfolge in den Schatten. Nun sei klar, "dass ein japanischer Spieler gewinnen kann", sagte Matsuyama, der ein "Pionier" sein will.

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Er sprach von einer "Menge junger Leute in Japan", die in seine Fußstapfen treten und auf der Weltbühne spielen könnten. Er selbst ist in seiner Heimat spätestens seit dem Masters-Sieg so populär wie Tennis-Star Naomi Osaka oder die berühmten Baseballer.

Neuer Golf-Star meidet Rampenlicht

Dabei ist er kein Sportler, der das Rampenlicht sucht. Da zu stehen, sei "immer noch schwierig", gibt er zu. Dass die Öffentlichkeit noch nicht allzu viel über ihn wusste, verrät ein kleines Detail aus einem Interview vor dreieinhalb Jahren.

Da überraschte er die versammelten Reporter mit der Nachricht, dass er erstens schon seit Monaten verheiratet sei und er zweitens mit seiner Frau Mei Inui eine gemeinsame Tochter habe.

Auf die Frage, warum er diese privaten Sachen so lange geheim gehalten habe, antwortete er: "Es hat mich nie jemand danach gefragt."

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Matsuyama mit Vorliebe für Reisschnaps

Auch die Tatsache, dass er sehr gerne den in Japan beliebten Reisschnaps Sake trinkt, war bislang nur einer Minderheit bekannt. Wenn er zwischen den Turnieren mal eine längere Pause hat, genehmige er sich schon einmal das eine oder andere Gläschen, sagte er einmal.

Schaden tut es seiner Leistung auf dem Golfplatz und seiner Popularität in seiner Heimat offensichtlich nicht. In Japan werden sogar schon Forderungen laut, er solle bei der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio das Olympische Feuer tragen.

Hatsuyama reagierte voller Stolz, aber gewohnt bescheiden: "Wenn der Zeitplan klappt, ich in Japan bin und sie mich fragen, was für eine Ehre wäre das."

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mit Sport-Informationsdienst (SID)

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