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Markus Baur will nicht von einer Wachablösung der HBL sprechen
Markus Baur (l.) will nicht von einer Wachablösung der HBL sprechen © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Imago
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München - Kann die HBL noch von sich behaupten, die beste Liga der Welt zu sein, oder sind inzwischen andere Nationen vorbei gezogen? SPORT1 analysiert die Situation.

"Stärkste Liga der Welt" - mit diesem Slogan wirbt die Handball-Bundesliga seit geraumer Zeit. Jahrelang überzeugte die HBL mit ihrer Stärke, vor allem international.

In diesem Jahr ist das anders. Im Final Four der Champions League befindet sich zum zweiten Mal in Folge kein einziger deutscher Klub, stattdessen führen die Mannschaften aus Frankreich die europäische Elite an.

"In der Spitze haben wir uns von den deutschen Klubs sicher mehr erhofft", kritisierte Bundestrainer Christian Prokop zuletzt in der Handballwoche.

Kann die HBL noch von sich behaupten, die stärkste Liga der Welt zu sein, oder sind inzwischen andere Nationen vorbeigezogen? (32. Spieltag der HBL ab 19 Uhr im LIVETICKER)

Für den früheren Nationalspieler Markus Baur hängt die Definition "stärkste Liga der Welt" nicht an den Ergebnissen eines Jahres. "In der Breite sind wir auf jeden Fall die beste Liga der Welt", sagte der Weltmeister von 2007 im SPORT1-Interview. Auch Bundestrainer Prokop teilt diese Meinung. (Bundesliga-Tabelle)

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Baur: "Keine Wachablösung"

Der Respekt vor der französischen Liga ist bei Baur dennoch groß. "Mit Paris, Montpellier und Nantes haben sie drei Teams im Final Four. Das spricht sicherlich für deren Qualität, wobei ich aber nicht glaube, dass dies eine Wachablösung ist", so der ehemalige Junioren-Nationaltrainer.

Vielmehr gibt es laut Baur international inzwischen genügend Mannschaften, die auf einem hohen Niveau mitspielen können: "Sie haben es häufig leichter, weil sie während der Saison weniger und vor allem leichtere Spiele absolvieren müssen. Diese Teams können sich auf die Champions League konzentrieren."

Ganz anders als bei Teams aus Ungarn, Kroatien oder Polen ist die Situation dagegen für die deutschen Vereine. Die HBL ist aktuell so spannend wie noch nie. Auch in der kommenden Saison wird ein heißer Titel-Kampf erwartet.

"Für die Champions League ist das schwierig, weil die Regenerationszeit für die einzelnen Spieler immer weniger wird. Wenn du Meister werden willst, kannst du dir keine Auszeiten erlauben", ist sich der 47-Jährige sicher. (Champions League: Spielplan und Ergebnisse)

Gründe für schlechtes Abschneiden

Für einen Erfolg in der Königsklasse kommt es demnach auf Kleinigkeiten an. Wer hat weniger Verletzte, wer einen guten Spielplan?

Doch genau an dieser Stelle lag in der vergangenen Saison das Problem. Nach einer unglücklichen Terminüberschneidung mussten die Rhein-Neckar Löwen an einem Tag sowohl zum Viertelfinal-Hinspiel der Champions League in Kielce als auch zum HBL-Spitzenspiel in Kiel antreten.

Die erste Mannschaft kassierte beim THW eine unglückliche Pleite, die zweite Garde hatte in Polen nicht den Hauch einer Chance. Das Aus in der Königsklasse war besiegelt.

"Das war ein Riesenschaden für den Handball und eine Katastrophe für uns", hatte Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter der Löwen damals gesagt. (Das neue Überteam der HBL)

Neue Saison: HBL-Teams wieder stärker

Derartige Probleme sollen in der neuen Saison vermieden werden. Der Spielplan rund um das Final-Four-Turnier im Mai 2019 wurde bereits entzerrt. Trotzdem schließt Markus Baur nicht aus, dass es wegen schlechter Kommunikation erneut zu Terminüberschneidungen kommen kann.

Unabhängig von Terminproblemen und fehlenden Pausen sieht der frühere Lemgo-Profi die Handball-Bundesliga dennoch ganz vorne. "Meiner Meinung nach haben wir immer noch die stärkste Liga der Welt, weil ich das nicht an ein oder zwei Mannschaften festmache", so Baur.

Der 47-Jährige ist sich außerdem sicher, dass die HBL im nächsten Jahr wieder einen Teilnehmer im Halbfinale der Königsklasse stellen wird.

Deutsche Klubs dominieren EHF Cup

Vielleicht kehrt dann sogar die einstige Dominanz der Bundesliga-Klubs in der Champions League zurück, die im EHF Cup auch in dieser Saison Bestand hat.

Mit dem SC Magdeburg, Frisch Auf Göppingen und den Füchsen Berlin kämpfen dieses Wochenende beim Final Four drei deutsche Teams um den Titel.

Bei 36 Ausgaben des Wettbewerbs gingen 22 Finalsiege nach Deutschland.

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