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Erwin Feuchtmann, früherer Handball-Bundesliga-Profi, ist fassungslos, in Spanien bei Ademar León mit einer Maske spielen zu müssen
Erwin Feuchtmann, früherer Handball-Bundesliga-Profi, ist fassungslos, in Spanien bei Ademar León mit einer Maske spielen zu müssen © Credit: SPORT1-Grafik/Imago
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München - Die Handballer von Ademar León müssen in Spaniens 1. Liga mit Maske spielen. Ex-Bundesliga-Profi Erwin Feuchtmann wütet - und kündigt bei SPORT1 einen Boykott an.

Inzwischen kann er wieder ganz gut durchschnaufen. Doch noch immer könnte Erwin Feuchtmann vor Wut in Schnappatmung geraten, wenn er auf das vergangene Wochenende und die irren Auswüchse von Maßnahmen für den Profisport im Zuge der Corona-Pandemie zurückblickt.

Da musste der frühere Bundesliga-Handballer des TBV Lemgo und VfL Gummersbach, heute in Spaniens höchster Spielklasse ASOBAL in Diensten von Ademar León, während der Partie gegen BM Sinfin (31:23) Maske tragen.

"Leute, die so etwas entscheiden, das derart an der Realität vorbeigeht, sind einfach nur Idioten", wütet der Deutsch-Chilene Feuchtmann, als ihn SPORT1 telefonisch auf der iberischen Halbinsel erreicht.

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Sämtliche Akteure - einschließlich Schiedsrichter - waren kurz zuvor dazu verpflichtet worden, nur noch mit Mund-Nasen-Schutz aufzulaufen. Hintergrund ist ein Beschluss des spanischen Bundeslandes Castilla y León, der jede Hallensportart betrifft, in der es zu Körperkontakt mit dem Gegner kommt.

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Im SPORT1-Interview spricht Feuchtmann über das bizarre Erlebnis und die Folgen. Zugleich kündigt der 30 Jahre alte Rückraum-Shooter Widerstand und Protest an, sollte die Maßnahme ihn und sein Team erneut betreffen.

Feuchtmann über Handball mit Maske

SPORT1: Herr Feuchtmann, wie hat sich das angefühlt, mit einer Corona-Maske Handball spielen zu müssen? 

Erwin Feuchtmann: Es war unglaublich, einfach nur wie bei Idioten. Dümmer geht es einfach nicht. Wenn man nicht richtig atmen kann, dann kann man auch nicht spielen. Wie soll so etwas in einem Kontaktsport wie Handball denn funktionieren? Und stellen Sie sich außerdem mal vor, wie das ist, ständig im Gesicht die Maske zu richten mit Patte an den Händen (Harz, der im Handball verwendet wird, um dem Ball Grip zu verleihen, Anm. d. Red.).

SPORT1: Klingt verrückt...

Feuchtmann: Es ist Wahnsinn. Manchen Spielern blieb dann irgendwann auch die Luft weg, denen wurde schlecht, die waren kurz vorm Kollabieren. Ist ja logisch, wenn du die ganze Zeit deinen eigenen Kohlendioxyd einatmest. Das kann nicht gesund sein. Das war eine der dümmsten Entscheidungen der Politik. Leute, die so etwas entscheiden, das derart an der Realität vorbeigeht, sind einfach nur Idioten.

SPORT1: Je länger das Spiel dauerte...

Feuchtmann: ...umso irrer war das. In der zweiten Halbzeit ging fast nichts mehr, da haben die meisten die Maske fast schon ganz unten gehabt. Da haben wir uns gesagt: "Scheißegal - sollen wir ersticken!?"

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SPORT1: Wie werden Sie denn nun reagieren mit Blick auf die kommenden Spiele?

Feuchtmann: Wir werden das als Mannschaft kein zweites Mal mitmachen, wirklich nicht. Denn das alles macht keinen Sinn.

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SPORT1: Das klingt nach Widerstand und Boykott...

Feuchtmann: Wir hoffen, dass es kein zweites Mal geben wird. Dieser Beschluss geht an der Wirklichkeit vorbei und ist dumm. Wir beraten momentan innerhalb des Mannschaft. Aber klar ist: Das nehmen wir nicht hin! Vor einem Protest und Boykott schrecken wir jedenfalls nicht zurück, wir wehren uns. Und das Ganze betrifft ja nicht nur uns, sondern auch jeden Gegner.

SPORT1: Und den Schiedsrichter...

Feuchtmann: Der hatte seine Pfeife unter der Maske, da war dann auch überhaupt keine Kommunikation möglich, der konnte mit uns Spielern gar nicht sprechen. 

SPORT1: Wie ist das, wenn Sie auswärts spielen?

Feuchtmann: Das ist jetzt erst einmal eine Entscheidung, die für die Region León gilt, also nicht für Spanien insgesamt. Wenn wir also nach Katalonien fahren, um dort gegen den FC Barcelona zu spielen, dann könnten wir ohne Maske spielen. Es betrifft bei uns in León aber alle professionellen Hallensportarten mit Körperkontakt bis runter zur Dritten Liga. 

SPORT1: Dabei werden Sie als Handballer doch regelmäßig auf Corona getestet, heißt es.

Feuchtmann: Das stimmt, und zwar einmal die Woche. Dazu gibt es auch noch einen Bluttest alle zwei, drei Tage. Wir werden also sowieso ständig überprüft. Während der Saison-Vorbereitung hatten wir einen positiven Fall in der Mannschaft, sonst aber war nie etwas.

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