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Andreas Wolff wird mit dem THW Kiel in diesem Jahr wohl nicht unter den besten vier Teams landen
Andreas Wolff wird mit dem THW Kiel in diesem Jahr wohl nicht unter den besten vier Teams landen © Getty Images
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Kiel - Nach der Heimpleite gegen Flensburg wird Rekordmeister THW Kiel wohl erstmals seit 25 Jahren die Teilnahme am internationalen Wettbewerb verpassen.

Europacup ohne den THW Kiel? Was jahrzehntelang unvorstellbar war, dürfte in der kommenden Saison Realität werden.

Denn durch die schmerzhafte 25:29-Heimpleite im Nordderby gegen die SG Flensburg-Handewitt sind die Chancen des Rekordmeisters selbst auf den Trostpreis EHF-Cup-Teilnahme auf ein Minimum gesunken. Kurz vor dem Saisonende ist der THW am vorläufigen Tiefpunkt angelangt.

"Das war ein richtiger Dämpfer", sagte THW-Sportchef Viktor Szilagyi geknickt. Nach einer Saison voller Pleiten, Pech und Pannen und dem vorzeitigen Ende aller Titelträume in sämtlichen Wettbewerben wollte der Branchenprimus zumindest noch die 25. Europacup-Qualifikation in Serie retten. (SERVICE: Die Tabelle der HBL)

Doch das Unternehmen Rang vier, der aller Voraussicht nach zum Start im EHF-Pokal berechtigt, ist drei Spieltage vor dem Saisonende kaum noch zu realisieren.

Kiel hat nur noch wenig Hoffnung

Was den einstmals so stolzen Kielern bleibt, ist ein Rest Hoffnung. "Wir müssen den Blick nach vorn richten, unsere verbleibenden Spiele gewinnen und hoffen, dass die Konkurrenz so spielt, dass wir unser Saisonziel noch erreichen", sagte Szilagyi.

Zwei Punkte beträgt der Rückstand auf die Füchse Berlin, die allerdings noch zwei Spiele in der Hinterhand haben, drei Zähler sind es auf den Dritten SC Magdeburg. Und von hinten drückt Pokalfinalist TSV Hannover-Burgdorf, der nach Minuspunkten gleichauf mit dem THW liegt. (SERVICE: Spielplan und Ergebnisse der HBL)

Die Heimpleite gegen Flensburg legte die Kieler Probleme dieser Saison schonungslos offen. Zwar spielte das Team von Trainer Alfred Gislason phasenweise guten Handball, doch Fehlwürfe und Unkonzentriertheiten ließen die 10.285 Fans in der ausverkauften Sparkassen-Arena ein ums andere Mal verzweifeln.

Szilagyi: "Es tut weh"

"Es tut weh, der SG zu einem verdienten Sieg zu gratulieren", sagte Szilagyi und kritisierte indirekt die Einstellung seiner Mannschaft: "Wir haben es über 60 Minuten auch emotional nicht geschafft, uns richtig ins Spiel reinzukämpfen, dazu kamen die vielen Pfostentreffer. Es gibt solche Spiele, und ich bin wie die Mannschaft sehr, sehr enttäuscht."

Für die Aufarbeitung der Geschehnisse von Donnerstagabend haben die Kieler jetzt reichlich Zeit. Erst am 20. Mai geht es zum Auswärtsspiel beim TBV Lemgo, am 31. Mai folgt das letzte Heimspiel gegen Stuttgart. Eine (Europacup-)Party wird es dann wohl nicht geben.

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