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Handball: Flensburg-Handewitt bezahlt Lehrgeld in Champions League, Flensburg-Trainer Maik Machulla führt mit seinem Team die Bundesliga an
Maik Machulla führte Flensburg-Handewitt gleich im ersten Jahr als Chefcoach zum Titel © Getty Images
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Die SG Flensburg-Handewitt ist endlich am Ziel. Nach fünf Jahren unter Ljubomir Vranjes führt dessen Ex-Assistent Maik Machulla das Team zur Meisterschaft.

Mitten im Jubeltrubel um den neuen deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt  vergaß Maik Machulla seinen Vorgänger nicht, ausdrücklich nicht.

"Ich habe von Ljubomir Vranjes eine Topmannschaft übernommen. Ich freue mich auch für ihn", sagte der SG-Coach mit wohlwollendem Blick auf seine Schützlinge, die auf der Feierbühne vor der Flens-Arena feucht-fröhlich sangen und tanzten. (SERVICE: Abschlusstabelle der HBL)

Und doch hat natürlich auch der 41-Jährige, erst seit einem Jahr auf der Flensburger Kommandobrücke, einen großen Anteil an der zweiten Meisterschaft für die Schleswiger nach einer langen Wartezeit von 14 Jahren.

"Maik hat es geschafft, alle Spieler ins Team zu integrieren und damit unberechenbarer und variabler spielen zu lassen", formulierte Bundestrainer Christian Prokop sein Lob an den Vereinskollegen.

Schwieriger Start in den Umbruch

Allerdings mit einer problematischen Auftaktphase, denn das Team wusste mit der längeren Leine, an der Machulla anders als der autoritärere Vranjes seine Profis laufen ließ, zunächst nicht immer etwas anzufangen. 

Daraus machte der in Vorpommern geborene Ex-Nationalspieler auch gar kein Geheimnis: "Am Anfang lief das System noch nicht rund, der Saisonstart war schwierig. Da war es ganz gut, dass wir in dieser Umbruchphase nicht den ganz großen Druck hatten."

Das wird ganz anders sein, wenn Machulla sein Team am 16. Juli in der Marineschule Mürwik zum ersten Training nach der sechswöchigen Sommerpause bittet. Denn erneut verlässt ein halbes Dutzend Leistungsträger den Klub, sechs neue Spieler wurden verpflichtet, darunter zwei Torhüter. Aber ab sofort ist der Rekord-Vizemeister als aktueller Champion die von allen Konkurrenten gejagte Mannschaft.

Vranjes feiert in der Ferne mit

Angst davor hat Machulla, der fünf Jahre als Assistent von Vranjes an der Förde arbeitete, nicht. "Das sind alle tolle Handballspieler, die wir da bekommen", sagte er, schränkte aber auch ein: "Nicht alle kennen unsere Bundesliga."

Doch junge, talentierte Akteure aus den skandinavischen Nachbarländern Dänemark, Schweden und Norwegen zu rekrutieren, war schon immer das bevorzugte Geschäftsmodell der Flensburger.

Machulla setzt da nur eine lange Vereinstradition fort. Die auch unter Vranjes zwar zum Gewinn der Champions League führte, der deutsche Meistertitel indes blieb dem Schweden mit serbischen Wurzeln in seinen knapp sieben Trainerjahren bei der SG versagt. Mittlerweile in Ungarn tätig, feierte der 44-Jährige aber auch der Ferne mit: "Ich köpfe eine Flasche Champagner."

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