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München - Der Streit zwischen Silvio Heinevetter und Bob Hanning gerät immer mehr zur Schlammschlacht. Im SPORT1-Interview reagiert der Füchse-Boss auf die Kritik.

"Lügen haben kurze Beine."

Mit diesem Satz hob Schauspielerin Simone Thomalla den Streit zwischen Torwart Silvio Heinevetter und Füchse-Boss Bob Hanning auf eine ganz neue Stufe.

Am Wochenende hatte die Lebensgefährtin des Nationaltorhüters via Instagram gegen Hanning geschossen und eine Fotomontage mit dem Kommentar versehen: "Mehr habe ich dazu nicht zu sagen! Manchmal braucht man halt zehn Jahre, um zu verstehen."

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Im exklusiven Gespräch mit SPORT1 antwortete Hanning bestimmt: "Ich will das Thema nicht kommentieren, weil auf dieser Niveau-Ebene schlägt sie mich zu 100 Prozent."

Auch dass sich die Schauspielerin in die beruflichen Angelegenheiten des Torhüters einmischt, kann Hanning nicht nachvollziehen. "Sie müssen das in ihrer Beziehung klären. Ich bin kein Paartherapeut. Jeder muss für sich entscheiden, ob er sich dazu äußert", stichelte Hanning.

Hanning widerspricht Heinevetter

Der Streit zwischen dem 34-Jährigen und seinem Noch-Klub, bei dem er seit zehn Jahren unter Vertrag steht, entwickelt sich immer mehr zur Schlammschlacht.

Grund für die Streitigkeiten: Heinevetters Wechsel zur MT Melsungen und die dazugehörigen Vertragsverhandlungen. Via Bild hatte der Keeper Hanning ein falsches Spiel vorgeworfen und die Aussagen des 51-Jährigen als "absurd" bezeichnet.

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Zudem erklärte der Torhüter, dass ihm der Füchse-Boss nahegelegt habe, "gegen eine Ablöse die Füchse bereits zur nächsten Saison zu verlassen." Diese Darstellung bestreitet Hanning energisch.

Hanning erklärt Vertragsangebot

"Wir haben Gespräche geführt und ich habe Silvio, obwohl er noch über ein Jahr Vertrag hat, angeboten, den Vertrag noch einmal um ein Jahr zu verlängern. Unter der Voraussetzung, dass wir im nächsten Jahr europäisch spielen, denn nur dann sind wir in der Lage, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf Dauer stabil zu halten", erklärte der 51-Jährige.

Zudem habe er Heinevetter angeboten, dass er, wenn er bleiben will, als Nummer zwei auch über 2021 hinaus beim Klub spielen darf. Voraussetzung dafür: deutlich geringere Bezüge.

"Silvio ist der teuerste Spieler, den wir im Verein haben. Und eines ist klar: ich nehme nicht das Geld aus meinem Jugendetat, um gegebenenfalls die Löcher zu stopfen, die wir durch einen Ausfall von Europa hätten", verdeutlichte Hanning die finanziellen Hintergründe und fügte an: "Es ist nicht mein Interesse, die Fernbeziehung von ihm zu lösen, sondern ich muss die Gesamtheit des Vereins im Blick behalten."

Füchse denken über neuen Keeper nach

Dazu gehört es auch, den Markt nach anderen Torhütern zu sondieren. "Ich würde weder ausschließen, dass er nächste Saison bleibt, noch dass er geht. Wir sind mit vielen Vermittlern im Gespräch. Es wurden uns zum jetzigen Zeitpunkt rund 50 Torhüter nationaler und internationaler Klasse angeboten. Wir werden eine Entscheidung treffen, die für uns die richtige ist", ließ er die Zukunft von Heinevetter bei den Füchsen offen.

Fakt ist: der 34-Jährige hat in Berlin noch einen Vertrag bis zum Ende der nächsten Saison – erst dann erfolgt der Wechsel nach Melsungen.

"Wenn er sagt, dass er von mir kein schriftliches Angebot gehabt hat, dann hat er natürlich Recht, denn es lag ihm nicht schriftlich vor. Wenn er sagt, dass der Vertrag nur im Falle von Europa zustande kommt, dann hat er auch Recht. Dann ist es auch sein Recht, sich für einen anderen Verein zu entscheiden."

Hanning: Umgang mit Heinevetter "sachlich"

Dass Heinevetter auf das Angebot der Füchse mit der Annahme des Angebots aus Melsungen reagiert hat, ist für Hanning ein legitimer Vorgang.

Über viele Jahre arbeiteten Silvio Heinevetter und Bob Hanning gemeinsam bei den Füchsen Berlin
Über viele Jahre arbeiteten Silvio Heinevetter und Bob Hanning gemeinsam bei den Füchsen Berlin © Getty Images

Die Schlammschlacht nach Bekanntgabe der Trennung ärgert den DHB-Vizepräsidenten dagegen sehr. "Man hätte das nicht nur vermeiden können, man hätte das vermeiden müssen. Dafür trage ich aber überhaupt keine Verantwortung", stellte er klar.

Trotz der Unstimmigkeiten haben Hanning und Heinevetter am Montag telefoniert. Der Umgang sei "wie immer sehr sachlich" gewesen, stellte der Füchse-Boss fest. Ob das Heinevetter-Lager das auch so sieht, bleibt abzuwarten.

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