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München - Die Handball-Bundesliga biegt auf die Zielgeraden ein und im Nordderby fällt eine Vorentscheidung im Titelkampf. Daniel Stephan sieht einen Vorteil bei Kiel.

Das heißeste Derby der Handball-Bundesliga birgt diesmal eine ganz besondere Brisanz.

Wenn am Sonntag (Handball, Bundesliga: THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt ab 14.30 Uhr im LIVETICKER) der THW Kiel den Nordrivalen SG Flensburg-Handewitt in der Ostseehalle empfängt, könnte in der Meisterschaft eine Vorentscheidung fallen. 

Vier Spieltage vor Schluss liegt Kiel zwei Zähler hinter Tabellenführer Flensburg, der allerdings noch ein Spiel mehr in der Hinterhand hat. Sollten die Kieler vor eigenem Publikum verlieren, wäre der Meisterschaftszug wohl endgültig abgefahren. 

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"Kiel hat natürlich mehr Druck als Flensburg. Aber Kiel geht es jetzt nicht mehr primär um die deutsche Meisterschaft. Sie wollen einfach Flensburg besiegen. Wenn Kiel gegen Flensburg auf der Platte ist, zählt nur der Sieg", erklärte der ehemalige Welthandballer Daniel Stephan bei SPORT1 die Ausgangslage vor dem brisanten Derby.

Stephan sieht gute Vorzeichen für Kiel

Laut Stephan stehen die Vorzeichen für den THW gar nicht schlecht, weil "Flensburg hat sichtlich auch viel Kraft gelassen in den Champions-League-Spielen gegen Veszprém."

Allerdings konnte sich die Mannschaft von Trainer Maik Machulla seither ausruhen, während die Kieler am Donnerstagabend noch bei der HSG Wetzlar (27:23) antreten mussten. Dafür spricht die Bilanz im Nordderby aber klar für die Mannschaft aus der Landeshaupt Schleswig-Holsteins. 58 Mal ging der THW im Derby als Sieger vom Feld, während die Flensburger nur 35 Siege einfahren konnten. Fünf Spiele endeten mit einem Remis. 

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Sollten die Kieler gewinnen, läge der Druck bei Flensburg, die sich in den verbliebenen Partien gegen Melsungen, Bittenfeld und die Füchse Berlin keine Niederlagen mehr erlauben dürften. Andernfalls wären beide Kontrahenten punktgleich, wobei die Kieler die bessere Tordifferenz aufweisen.

"Das hätte auch anders ausgehen können"

Mit erst einer Niederlage spielt die SG eine überragende Saison und muss trotzdem noch um die Meisterschaft zittern. "Sie hatten in der Hinserie bei drei oder vier Spielen erst in der letzten Sekunde den Sieg festgemacht. Das hätte auch anders ausgehen können", blickte Stephan auf die bisherige Saison der Flensburger zurück.

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Dennoch habe man einen "super Kader mit Rasmus Lauge, als Denker und Lenker, einen gut besetzten Rückraum und das stärkste Team im Gegenstoß." Daher stehe das Team auch "verdient oben", fügte der 45-Jährige an. Bei einer Flensburger Niederlage im Derby "hat man natürlich Druck und muss die Nerven in den Griff bekommen", meinte Stephan.

Gislason träumt von siebter Meisterschaft 

Auch bei einer Niederlage wäre für den früheren Weltklasse-Spieler Flensburg "der Favorit, weil sie so konstant gespielt haben." 

Doch in Kiel glaubt man an seine Chance und stichelt in Richtung des Nord-Rivalen. "Ein Sieg im Derby würde den Druck auf Flensburg erhöhen", sagte Kiel-Coach Alfred Gislason, der seine siebte Meisterschaft mit dem THW gewinnen könnte, bevor er sein Amt an Nachfolger Filip Jicha abgibt.

Für den Isländer würde sich ein Traum erfüllen: "Noch eine zum Abschluss - das wäre schön." Seine Mannschaft wird alles versuchen, um ihm den perfekten Abschied zu ermöglichen und dem Nordrivalen die Saison so richtig zu vermiesen.

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