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Frankfurt am Main und Mannheim - Tobias Reichmann sollte bei der EM diesmal dabei sein. Wie es um sein Verhältnis zu Christian Prokop bestimmt ist, erklärt der Rückkehrer im SPORT1-Interview.

"Tschausen, ihr Banausen".

Vor fast genau einem Jahr saß der Frust bei Tobias Reichmann tief.

Nachdem der Rechtsaußen kurz vor der Heim-WM der Handballer völlig überraschend aussortiert wurde, flog Reichmann kurzerhand in den Urlaub, ließ mit Posts auf Instagram durchblicken, was er davon hielt und sorgte damit zwischenzeitlich für großen Wirbel.

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2020 ist diese Episode weitestgehend abgehakt. Reichmann ist zurück im deutschen Nationalteam und darf sich nach dem Aus für Patrick Groetzki nun wirklich berechtigte Hoffnungen machen, diesmal dabei zu sein - auch wenn er sich noch nicht zu früh freuen will. Einen Spieler muss Bundestrainer Christian Prokop bis zum EM-Start (Handball-EM: Deutschland - Niederlande am Donnerstag um 18.15 Uhr im LIVETICKER) noch aus dem Kader streichen.

Im SPORT1-Interview spricht der Mann von MT Melsungen, der im Test gegen Island seine Stärke im Gegenstoß unter Beweis stellte, über sein Verhältnis zu Prokop, seine Ziele und seine fußballerischen Qualitäten.

SPORT1: Herr Reichmann, die WM im vergangenen Jahr haben sie auf den letzten Drücker verpasst. Sind Sie deswegen besonders motiviert, auch weil Sie durch 2016 bereits wissen, wie sich eine erfolgreiche EM anfühlt?

Tobias Reichmann: Die Lust ist riesengroß. Man arbeitet das ganze Jahr auf ein großes Ziel hin. Jeder, der dabei ist, will natürlich spielen und ist heiß darauf, eine Medaille zu gewinnen.

SPORT1: Ist diese Medaille denn trotz der vielen Ausfälle realistisch?

Reichmann: Ich glaube schon, dass wir zum Favoritenkreis zählen. Unser Anspruch muss sein, dass wir mindestens ins Halbfinale kommen, um zumindest ein bisschen zufrieden sein zu können. Aber natürlich will dann jeder mehr. Jeder tritt an, um eine Medaille zu gewinnen.

SPORT1: Wie ist Ihr Gefühl - sind Sie dieses Mal dabei?

Reichmann: (lacht) Sicher kann man sich nie sein. Sicherlich ist die Chance sehr hoch, weil wahrscheinlich nur einer rausfällt. Ich habe aus dem letzten Jahr gelernt, dass ich nicht mehr so verbissen bin, ob ich dabei bin oder nicht. Am Ende entscheidet der Trainer.

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"Prokop hat sich zum Positiven geändert"

SPORT1: Wie würden Sie denn ihr Verhältnis zu Christan Prokop und seine Entwicklung beschreiben?

Reichmann: Wir haben uns nach dem letzten Jahr ausgesprochen. Jeder weiß, wie er mit dem anderen umgehen soll. Das ist eigentlich kein Thema mehr. Seine Entwicklung ist sehr positiv. Am Anfang hatten wir ja schon bei der EM in Kroatien die ein oder andere Differenz innerhalb der Mannschaft. Da hat er sich sehr stark geändert, sich das zu Herzen genommen, was angesprochen wurde, was aufgearbeitet werden sollte. Da hat er sich stark zum Positiven geändert.

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SPORT1: Ein immer wieder aufkommendes Thema im Handball ist die Belastung...

Reichmann: Wenn man die Vorbereitungsspiele mit dazu zählt, könnten wir elf Spiele in 25 Tagen haben. Das ist schon viel, ein super hohes Pensum. Das geht schon an die Substanz. Aber wir haben das große Glück in Deutschland, dass wir einen super breiten Kader haben und gut durchwechseln können und die Belastung auf alle Schultern verteilen können.

Fußball? "Da habe ich zwei linke Beine"

SPORT1: Was machen Sie, um abzuschalten? Im letzten Jahr waren besonders die Darts-Scheibe und Siedler von Catan beliebt.

Reichmann: Man sieht mich eher vor der Darts-Scheibe. Aber sonst mache ich das, worauf ich Lust habe und was mir gut tut. Ich bin dann öfter mal spazieren draußen, gehe auch mal einen Kaffee trinken, um ein bisschen aus dem Hotel zu entfliehen.

SPORT1: Ein beliebter Teil des Aufwärmprogramms der Handballer sind Fußballspiele. Wie ist es um ihre Qualitäten bestimmt?

Reichmann: (lacht) Da habe ich glaube ich zwei linke Beine.

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