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Kim Naidzinavicius möchte mit dem DHB-Team zu Olympia
Kim Naidzinavicius möchte mit dem DHB-Team zu Olympia © Getty Images
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Kim Naidzinavicius träumt von der Olympia-Teilnahme im kommenden Jahr. Doch zuvor steht der Showdown gegen Südkorea an, der über das weitere Turnier entscheidet.

Bevor es im Showdown gegen Südkorea um den Gruppensieg geht, schmiss Kim Naidzinavicius wieder Netflix an.

"Mörder- und Kriminalgeschichten anschauen", sagte die Kapitänin der deutschen Handballerinnen am Donnerstag über ihr gemeinsames Ritual vor dem Einschlafen mit Zimmerpartnerin Antje Lauenroth.

"Das bringt uns auf andere Gedanken. Wir rätseln über den Täter und sprechen mal nicht nur über Handball", sagte Naidzinavicius. Das spezielle Abendprogramm, eine Idee von Lauenroth, im echten Leben Oberkommissarin, hat sich bei der WM bislang bewährt: Im letzten Vorrundenspiel am Freitag (Handball-WM: Deutschland - Südkorea ab 11 Uhr im LIVETICKER) geht es gegen Südkorea überraschend um den Gruppensieg.

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"Wir wollen das Spiel unbedingt gewinnen, dann würden wir auf jeden Fall mit zwei Punkten in die Hauptrunde starten. Das wäre eine sehr gute Ausgangslage", sagte Naidzinavicius. Gewinnt Dänemark am Freitag seine Partie gegen Frankreich, würde das DHB-Team, ein eigener Sieg vorausgesetzt, sogar die Optimalausbeute von vier Zählern mit in die nächste Turnierphase nehmen.

So ist die Ausgangslage für die Hauptrunde beim DHB-Team

Von vier Punkten für die Hauptrunde bis null: Vor dem Gruppenfinale ist noch alles drin. Denn in die nächste Phase werden die Punkte gegen die ebenfalls für die Hauptrunde qualifizierten Mannschaften aus der Vorrunde mitgenommen. Da die Südkoreanerinnen ebenfalls bereits sicher weiter sind, würde die DHB-Auswahl mit einem Sieg gegen die Asiatinnen zwei sichere Punkte mitnehmen.

Sollte sich obendrein auch noch Dänemark im Duell gegen Frankreich durchsetzen, würden die DHB-Frauen folglich sogar die Maximalausbeute von 4:0 Punkten mitnehmen, bei einem Weiterkommen der Französinnen wären es dagegen nur 2:2 Punkte. Bei einer Niederlage gegen Südkorea und einem Sieg Frankreichs könnte man aber auch mit 0:4 Punkten in die nächste Runde einziehen.

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"Natürlich schaut man mal und rechnet rum", sagt Naidzinavicius zu den vielen möglichen Konstellationen. Unterm Strich könne man aber nicht mehr machen, als sein Spiel zu gewinnen. "Das ist unser Ziel."

Von der Niedergeschlagenheit nach der ersten Turnier-Pleite gegen Frankreich (25:27) war am Donnerstag nichts mehr zu spüren. "Die Köpfe sind wieder oben", versicherte Naidzinavicius. Während viele ihrer Mitspielerinnen den WM-Ruhetag für einen Stadtbummel in Kumamoto nutzten, genoss die Spielmacherin die von Bundestrainer Henk Groener verordnete freie Zeit im Hotel.

Olympia "wäre das Größte"

Naidzinavicius befindet sich dieser Tage im Tunnel. Nach zwei schweren Knieverletzungen kämpft die Bietigheimerin wie keine Zweite für den Traum von einer Olympia-Teilnahme. "Es wäre das Größte, es zu schaffen", sagte die 28-Jährige.

Die Sommerspiele in Tokio, für deren Qualifikation ein Platz unter den ersten Sieben unabdingbar ist, würden für vieles entschädigen: entschädigen für die dramatisch verpasste Heim-WM, als Naidzinavicius sich schon nach 140 Sekunden des Auftaktspiels das Kreuzband riss und zuschauen musste. Entschädigen aber auch für die Nicht-Teilnahme an der EM im vergangenen Jahr, als sie wegen einer weiteren Knieverletzung passen musste.

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"Ich versuche nicht so oft dran zu denken. Dass es zwei bittere Jahre für mich waren, steht außer Frage", hatte Naidzinavicius unmittelbar vor der WM gesagt. Doch das rückt mit jedem Spiel in Kumamoto ein bisschen mehr in den Hintergrund.

Andere im Team wie Torhüterin Dinah Eckerle oder Torjägerin Emily Bölk sorgten bei der WM bisher zwar für mehr Spektakel, doch sie ist die Wichtigste. Keine Spielerin verfügt über die internationale Erfahrung von Naidzinavicius (105 Länderspiele), keine erzielte im DHB-Dress mehr Treffer (264 Tore). "Kim ist eine ganz, ganz wichtige Säule in meiner Mannschaft. Sie besitzt große Führungsqualitäten", sagte Coach Groener kürzlich über seine Regisseurin der Taz.

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