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Sven-Sören Christophersen (r.) ist sportlicher Leiter bei der TSV Hannover-Burgdorf
Sven-Sören Christophersen (r.) ist sportlicher Leiter bei der TSV Hannover-Burgdorf © SPORT1-Montage: Marc Tirl/Imago
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München - Hannover-Burgdorf grüßt vor dem Topspiel gegen Flensburg von der Tabellenspitze. Bei SPORT1 spricht der sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen über die Gründe.

Sechs Siege aus sechs Spielen, der beste Saisonstart der Vereinsgeschichte: Der TSV Hannover-Burgdorf thront als einziges ungeschlagenes Team an der Tabellenspitze der HBL.

"Das ist eine schöne Momentaufnahme. Die Jungs freuen sich darüber, das Selbstvertrauen wird nicht weniger, die Mechanismen greifen ineinander", lobt der sportliche Leiter Sven-Sören Christophersen im Gespräch mit SPORT1. "Wir drehen nicht durch, aber es hilft der Mannschaft, Selbstvertrauen zu entwickeln."

Vor dem überraschenden Topspiel gegen Meister SG Flensburg-Handewitt am Donnerstag schiebt der Ex-Nationalspieler die Favoritenrolle aber weit von sich (HBL: Hannover-Burgdorf - Flensburg ab 19 Uhr im LIVETICKER)

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"Flensburg war zuletzt zweimal Deutscher Meister, spielt sehr konstant und hat einen breiten Kader. Bis auf Hampus Wanne können sie aus dem Vollen schöpfen. Die Mannschaft ist sehr gefestigt und hat die Abgänge gut kompensiert", erklärt Christophersen. Chancenlos sieht er die "Recken" aber keineswegs. "Das ist ein Heimspiel, Flensburg ist in der Favoritenrolle. Wir werden versuchen, es so schwer wie möglich zu machen und sie im Idealfall zu ärgern." (DATENCENTER: Die Tabelle)

Durchdachte Transferstrategie und starker Teamgeist

Auch Trainer Carlos Ortega kann seine Vorfreude nicht verbergen. Natürlich sei es grundsätzlich ein "schweres Spiel". Aber, "für uns ist es einfach, wir brauchen keine Motivation. Wir sind gut in Form."

Beim Unternehmen Überraschungssieg will Hannover wieder auf seinen starken Teamgeist bauen, der auch dank einer durchdachten Transferstrategie mit charakterlich einwandfreien Neuzugängen entwickelt wurde.

"Es ist immer leichter, wenn man sich mit den Jungs versteht. Man kann versuchen, eine Struktur in die Mannschaft zu bekommen, in der man das Gefühl hat, dass man einen gesunden Konkurrenzkampf hat, ohne dass der eine dem anderen die Spielzeit neidet", erklärt der 34-jährige Christophersen. "Das ist auch unserer Altersstruktur geschuldet, wir haben auf einigen Positionen einen erfahrenen mit einem jungen Spieler kombiniert. Die haben sich dann gut ergänzt."

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Dabei profitiert Hannover auch davon, dass in den ersten sechs Spielen die Top-Gegner noch nicht auf dem Spielplan standen.

"Dass wir die Qualität haben, diese sechs Mannschaften zu schlagen, stand für mich vor der Saison außer Frage. (…) Es war jetzt noch keine Mannschaft da, die Top-5-Ambitionen hat", bestätigt auch Christophersen im SPORT1-Interview.

Olsen glänzt als Torschütze und Leader

Motor des TSV-Spiels ist Regisseur Morten Olsen. Der dänische Olympiasieger und Weltmeister befindet sich in bestechender Form und ist mit 38 Treffern bester Feldtorschütze der Liga.

"Er macht es herausragend und fühlt sich einfach wohl. Er will noch ein gutes letztes Jahr in Deutschland spielen und sich gebührend verabschieden. Das macht er sehr gut und ich hoffe, dass er das in den anstehenden Topspielwochen konservieren kann", meint sein Chef Christophersen anerkennend.

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Neben Olsen überzeugen auch der neue Torhüter Domenico Ebner sowie Youngster Ivan Martinovic.

"Er ist ein positiver Typ und ein Mannschaftsspieler, der das Publikum mitnehmen kann. Auch die Kombination mit Urban Lesjak ist erfrischend. Man braucht ein Torhütergespann, das funktioniert, sonst wird es auf diesem Niveau schwer, Spiele zu gewinnen", erklärt Christophersen zu Keeper Ebner.

Christophersen bleibt auf dem Boden

"Ivan Martinovic hat den Schwung von der U21-WM mitgenommen, bei der er MVP wurde. Das ist keine einfache Situation: Er ist später zum Team gestoßen, wurde aber super aufgenommen und ist ein sehr bodenständiger Typ. Er hat schon Spiele gehabt, wo man sein enormes Potenzial sehen konnte."

Auch der dritte Neuzugang Alfred Jönsson "kann auf dem Spielfeld explodieren und bringt eine neue Qualität rein."

Trotz des momentanen Höhenflugs bleiben die Recken allerdings auf dem Boden.

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"Es sind noch 28 Spiele zu spielen und wir wollen am Saisonende mit mehr als zwölf Punkten dastehen. Wir wollen weitermachen und die Erfolgswelle, auf der wir reiten, gerne noch ein Stück weit weiterreiten", erklärt der Sport-Chef bei SPORT1.

"Wenn man sich in der oberen Hälfte platziert und wir einen Tabellenplatz erreichen, der am ersten Drittel anklopft, dann wäre das aus meiner Sicht eine sehr erfolgreiche Saison", stapelt der Ex-Nationalspieler tief.

Hannover will "das Beste rausholen"

Die Top 6 der Liga seien "in der Qualität und der Kaderbreite zu stark", Hannover wolle "aus den wirtschaftlichen Möglichkeiten das Beste rausholen."

Dennoch ist dem Team auch gegen Titelverteidiger Flensburg eine Überraschung zuzutrauen.

"Wir werden in jedem Spiel alles daran legen, um da oben bestehen zu können. Dann schauen wir mal, was dabei rumkommt."

In Hannover hätte sicher niemand etwas dagegen, wenn der Höhenflug des letztjährigen Tabellen-13. noch weiter anhält.

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