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Bundestrainer Christian Prokop verpasste mit seinem Team das EM-Halbfinale
Bundestrainer Christian Prokop verpasste mit seinem Team das EM-Halbfinale © Getty Images
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München - Muss Handball-Bundestrainer Christian Prokop gehen? Liga-Präsident Uwe Schwenker äußert sich vielsagend - und widerspricht seinem Geschäftsführer.

Muss Bundestrainer Christian Prokop nach der missratenen EM gehen?

Diese Frage beschäftigt Handball-Deutschland - und womöglich noch für längere Zeit.

Uwe Schwenker, Präsident der Handball-Bundesliga, fordert jedenfalls Geduld bei der Entscheidung über die Zukunft des angeschlagenen Coachs. Anders als der Geschäftsführer der Liga, der zuvor Eile gefordert hatte.

Schwenker: Meinung der Liga ist "komplex"

"Wir sind alle gut beraten, uns die Zeit zu nehmen, die notwendig ist, um möglichst ein Gesamtbild zu haben", sagt Schwenker der Nachrichtenagentur SID: "Ich würde das jetzt nicht an Tagen und Wochen festmachen wollen, sondern ich sage einfach: Gut geht vor schnell."

Zuvor hatte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann in der Sport Bild gefordert, dass "eine Entscheidung über eine Weiterbeschäftigung von Christian Prokop deutlich eher" fallen müsse, als von Hanning veranschlagt.

Uwe Schwenker beurteilt den Fall Christian Prokop anders als Frank Bohmann
Uwe Schwenker beurteilt den Fall Christian Prokop anders als Frank Bohmann © imago

Nach dem Ausscheiden in der Hauptrunde der EM in Kroatien ist der Gegenwind für Prokop (39) erheblich. DHB-Vizepräsident Bob Hanning hatte zuvor eine umfangreiche Analyse in den nächsten vier bis sechs Wochen angekündigt.

Dies stößt bei Schwenker - anders als bei Bohmann - auf Zustimmung. "Wir werden uns die Zeit nehmen, die wir brauchen. Da werde ich mich auch von niemandem unter Druck setzen lassen", sagte der frühere Geschäftsführer des THW Kiel.

Schwenker trägt am Freitag im Rahmen des Allstar Games in Leipzig bei einer turnusmäßigen Präsidiumssitzung des Deutschen Handballbundes (DHB) die Haltung der Liga zum Thema Prokop vor. Jene sei laut Schwenkers Angaben "komplex".

Prokops Problem: die Menschenführung

Dass es bei den Gesprächen der Liga und des Verbandes um Prokops Qualitäten als Trainer gehen soll, verneinte Schwenker.

"Es wird in keinem Falle um die sportfachliche Kompetenz gehen, sondern was es da an atmosphärischen Störungen gegeben hat. Das ist einfach auch zutage getreten, das hat auch jeder gemerkt. Das werden wir jetzt aufarbeiten", sagte der 58-Jährige.

Prokop war vor allem für seine Nicht-Nominierung von Abwehrchef Finn Lemke vor der EM und einige taktische Entscheidungen kritisiert worden. Zudem soll es innerhalb der Mannschaft zu Unstimmigkeiten mit dem Trainer gekommen sein.

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