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Handball: Andy Schmid vor Deutschland - Schweiz im Interview über Löwen
Andy Schmid spricht bei SPORT1 über die das Duell Deutschland gegen Schweiz
Lesedauer: 5 Minuten
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München - Andy Schmid trifft gegen Deutschland auf viele bekannte Gesichter. Vorab spricht er bei SPORT1 über das Duell, sein Karriereende und die Belastung im Handball.

Für die deutsche Handball-Nationalmannschaft steht in Düsseldorf am Samstag der erste Test nach der Heim-WM an (Handball, Länderspiel: Deutschland - Schweiz, ab 13.55 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Mit Andy Schmid haben die Gäste aus der Schweiz dabei einen der torgefährlichsten Spielmacher der Bundesliga in ihren Reihen.

Für den 35-Jährigen ist es ein besonderes Duell. Mit Jannik Kohlbacher, Patrick Groetzki und Steffen Fäth trifft Schmid auf gleich drei deutsche Kameraden von den Rhein-Neckar Löwen.

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Im Interview mit SPORT1 spricht er über die Bedeutung des Duells. Außerdem verrät Schmid, was er von der Belastungsdebatte im Handball hält und wie er über sein Karriereende denkt.

SPORT1: Am Wochenende treffen Sie im Testspiel mit der Schweiz auf Deutschland. Welche Bedeutung hat das Testspiel für Ihr Team?

Andy Schmid: Es ist ein Freundschaftsspiel, daher geht es nicht um wichtige Punkte. Aber für uns als Schweiz ist es immer besonders, gegen Deutschland zu spielen. Speziell für die jungen Spieler ist es ein besonderes Erlebnis in der großen Halle vor so vielen Fans zu spielen. Für uns ist es auch ein wichtiger Test für die Qualifikationsspiele im April gegen Belgien.

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SPORT1: Gegner Deutschland hat einige Spieler im Vergleich zur WM ausgetauscht. Auf wen muss man besonders achten?

Schmid: Wir tun gut daran, uns auf uns zu fokussieren. Wir werden das Spiel nutzen, um einige Dinge zu testen im Hinblick auf die Qualifikationsspiele. Es ist egal, wer bei Deutschland auf der Platte steht, das sind alles gestandene Bundesliga-Spieler. Diese wurden mit jungen Spielern und Debütanten ergänzt. Es wird kein Spieler besondere Beachtung bekommen, denn sie verfügen über ein richtig gutes Team.

Schmid: Schön, gegen Freunde zu spielen

SPORT1: Im DHB-Team werden einige Spieler der Löwen auflaufen. Ist es daher ein besonderes Spiel für Sie?

Schmid: Es ist immer schön, gegen Freunde zu spielen, aber ich werde mich deswegen nicht besonders vorbereiten. Ich probiere, so zu spielen, wie ich in den letzten Jahren immer gespielt habe.

SPORT1: Heiß diskutiert wird im Handball aktuell die Belastung der Spieler. Was ist Ihre Meinung dazu?

Schmid: Ich glaube, es geht in die richtige Richtung. Die Kommunikation zwischen der Handball-Bundesliga und den Spielern hat sich verbessert. Vereine und Spieler werden miteinbezogen. Ich habe schon immer gesagt, dass die Anzahl der Spiele nicht das Problem ist, sondern dass wir die einzige Sportart sind, die von Mitte August bis Mitte Juni spielt. Man hat kaum Regenerationsphasen im Sommer, um sich zu erholen. Die Sommerpause ist viel zu kurz. Die Spieler von Vereinen, die europäisch spielen und im Nationalteam spielen, werden extrem belastet. Das wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern.

SPORT1: Macht es Sinn die Bundesliga zu verkleinern?

Schmid: Das macht keinen Sinn, weil die EHF die Champions League auch eher aufblähen will, als zu verkleinern. Zusätzlich gibt es die Länderspiele. Man muss das Ganze etwas komprimieren, um im Sommer mehr Raum für die Regeneration der Spieler zu schaffen.

Andy Schmid ist der Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen
Andy Schmid ist der Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen © Getty Images

"Bundesliga ist das einzig Wahre"

SPORT1: Viele Stars verlassen die Handball-Bundesliga wegen der Belastung. War das für Sie auch einmal ein Thema?

Schmid: Für mich gab es diese Überlegung nie. Die Handball-Bundesliga ist das Nonplusultra, obwohl vielleicht in der Spitze etwas Substanz verloren ging. Die Spitzenvereine in Europa sind der Bundesliga-Spitze aktuell einen Schritt voraus. Aber das wird sich wieder regulieren, denn die europäischen Topklubs sind meist finanziell von ein oder zwei Menschen abhängig. Auf lange Sicht wird die Bundesliga auch wieder die stärkste Liga der Welt sein. Für mich ist die Bundesliga das einzig Wahre. Aber ich verurteile deswegen nicht Spieler, die diesen Schritt machen.

SPORT1: Wie willkommen sind angesichts der Belastungen mit den Vereinen die Lehrgänge mit der Nationalmannschaft?

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Schmid: Die Belastung ist auch bei Testspielen gegeben. Aber genervt ist man davon nicht, denn man bekennt sich zur Nationalmannschaft. Daher muss man auch die Lehrgänge absolvieren. Man kann nicht nur die Rosinen picken. Klar wäre es schön gewesen, eine Woche Pause zu haben. Aber für die Schweiz stehen die wichtigsten Spiele seit Jahren an, daher ist dieser Lehrgang wichtig, um sich einzuspielen.

SPORT1: Mit 35 Jahren befinden Sie sich im letzten Drittel ihrer Karriere. Wie sehen ihre Planungen danach aus?

Schmid: Mein Vertrag läuft noch bis 2022 - ich denke, danach ist Schluss. Das Trikot der Rhein-Neckar Löwen ist das letzte, was ich in meiner aktiven Karriere tragen möchte. Danach würde ich gerne dem Handball erhalten bleiben. Ob als Funktionär oder als Trainer wird die Zeit zeigen. Aber Handball ist meine Leidenschaft und ich möchte der Sportart gerne erhalten bleiben.

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