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Dario Quenstedt (M.) hat sich gegen Kroatien für eine EM-Teilnahme empfohlen
Dario Quenstedt (M.) hat sich gegen Kroatien für eine EM-Teilnahme empfohlen ©
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München - Dario Quenstedt ist der Senkrechtstarter im deutschen Tor. Im Interview mit SPORT1 erklärt Weltmeister Henning Fritz die steile Entwicklung des Keepers.

Dario Quenstedt oder Silvio Heinevetter?

Es ist die Frage, die nicht nur Bundestrainer Christian Prokop, sondern auch viele Fans der deutschen Handball-Nationalmannschaft beschäftigt. Knapp zwei Monate vor dem EM-Start in Österreich, Schweden und Norwegen sorgt der Kampf ums deutsche Tor für die größte Spannung.

Mit der Nominierung für die Länderspiele in Kroatien hat Prokop THW-Keeper Quenstedt, der mit Kiel am Donnerstag im Topspiel der HBL bei den Löwen antritt (Rhein-Neckar Löwen - THW Kiel ab 19 Uhr im LIVETICKER), die Möglichkeit gegeben, sich für ein EM-Ticket zu bewerben.

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Auch Henning Fritz, Weltmeister von 2007, ist der Meinung, dass der DHB-Coach mit dieser Personalentscheidung ein Zeichen setzen wollte. "Denn die Spiele gegen Kroatien haben durchaus eine gewisse Aussagekraft", erklärte der 45-Jährige im Gespräch mit SPORT1.

Quenstedt rettet DHB den Sieg

Und Quenstedt hat seine Chance eindrucksvoll genutzt. Im ersten Länderspiel gegen Domagoj Duvnjak und Co. sah der Magdeburger bei einigen Bällen zwar noch unglücklich aus, im zweiten Test avancierte er aber zum Matchwinner und rettete dem DHB-Team in letzter Sekunde mit einem gehaltenen Siebenmeter den Sieg.

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"Insbesondere im zweiten Spiel hat sich Quenstedt in den entscheidenden Phasen sehr gut präsentiert", findet auch Fritz, der genau wie Quenstedt aus Magdeburg stammt.

Aber damit nicht genug: "Auch in seiner kurzen Zeit, die er nun in Kiel ist, konnte er mit vielen Spielanteilen und guten Leistungen glänzen. Dieser Wechsel, um sich in einem fremden Umfeld zu entwickeln, hat sich für ihn wirklich gelohnt. In Kiel ist die Erwartungshaltung schon eine ganz andere."

Quenstedt blüht bei Kiel auf

Quenstedt kam im Sommer vom SC Magdeburg nach Kiel und besticht seither mit starken Auftritten. An der Seite des dänischen Weltmeisters und Olympiasiegers Niklas Landin bekam der 30-Jährige erstaunlich viele Spielanteile und avancierte zum Senkrechtstarter der bisherigen Bundesliga-Saison.

Allein, dass eine Mannschaft wie der THW Kiel Interesse an Quenstedt hatte und er sich dort schon etabliert hat, spreche für sich, meint Fritz. Auch wenn er diese Tatsache so nicht erwartet habe. "Er hat mit Niklas Landin den wahrscheinlich besten Torwart als Partner. Das ist natürlich eine große Bürde."

Was dabei für Quenstedt spricht, sei seine Entwicklung und sein Selbstbewusstsein. Dass sein Trainer Filip Jicha ganz neu im Geschäft ist und in ihm das Potenzial sieht, könne möglicherweise ein Vorteil sein, so der ehemalige National-Torhüter. "Er nutzt die Chance, die er im Moment bekommt, und daran kann man wachsen."

Fritz: Quenstedt im perfekten Torhüteralter

Ein weiterer großer Vorteil sei sein Alter: "Er befindet sich mit seinen 30 Jahren im perfekten Torhüteralter. Wenn er den nächsten Schritt machen möchte, dann jetzt." Heinevetter hingegen ist fünf Jahre älter und hat die Blüte seiner Torhüterjahre bereits hinter sich.

Quenstedt macht unterdessen große Schritte in die richtige Richtung. "Seine Körpersprache ist deutlich besser geworden. Vor einigen Jahren war es noch so, dass seine Körpersprache nicht mehr so positiv war, wenn er nicht zu seiner Leistung gefunden hat oder seine Vorderleute ihn im Stich gelassen haben. Er hat sich manchmal seinem Schicksal ergeben", so Fritz.

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Auch sein Stellungsspiel von Außen und vom Kreis sei klar besser geworden. "Vor einigen Jahren hat er sich noch nicht so gut bewegt."

Fritz: Entscheidung noch nicht gefallen

Eine Entscheidung im EM-Casting ist wohl trotzdem noch nicht gefallen. Da ist sich auch Fritz sicher. "Wer am Ende mit zur EM fährt, ist reine Spekulation. Heinevetter und Quenstedt haben nun noch einmal etwa zwei Monate, sich in der Bundesliga zu präsentieren." Aber: "Dass der Bundestrainer Quenstedt für die beiden Spiele gegen Kroatien nominiert hat, war ein klares Signal."

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Die klare Nummer Eins im DHB-Tor bleibt hingegen Andreas Wolff. Doch während Wolff und Heinevetter bekanntlich nicht die besten Freunde sind, sieht Fritz "kein Problem, dass sich Wolff und Quenstedt nicht gut ergänzen würden."

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