Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

Berlin - Am Montag trifft Deutschland auf Russland, 28 Stunden später ist bereits das Frankreich-Spiel vorbei. Für die DHB-Auswahl sind die Partien entscheidend.

Nach den souveränen Siegen gegen Korea und Brasilien steht für die deutschen Handballer bei der WM ein womöglich turnierentscheidender Doppelpack in nur 28 Stunden an.

Zunächst trifft die Mannschaft von Christian Prokop auf Russland (Deutschland – Russland ab 18 Uhr im LIVETICKER), ehe am Dienstagabend das Kracherduell mit Frankreich (Dienstag, Deutschland – Frankreich, 20.30 Uhr im LIVETICKER) steigt.

Mit einem Erfolg gegen Russland, das bislang einen Sieg und ein Unentschieden auf dem Konto hat, hätte das DHB-Team dank Brasiliens Sieg gegen Serbien das Ticket für die Hauptrunde sicher. Das anschließende Kräftemessen mit Frankreich könnte über den Gruppensieg entscheiden und damit auch darüber, ob man die Vorrunde verlustpunktfrei übersteht.

Anzeige

Deutschland trifft auf Teams auf Augenhöhe

"Wenn wir gegen Russland gewinnen, haben wir sechs Punkte. Dann schauen wir auf das Spiel gegen Frankreich. Wenn man da gewinnt, hat man acht Punkte", sagte Kreisläufer Jannik Kohlbacher.

Dann würde Deutschland mit vier Punkten in die Hauptrunde starten. Denn die Zähler aus der Vorrunde gegen die Teams, die ebenfalls weiterkommen, werden in die Hauptrunde mitgenommen.

"Jetzt kommen ganz andere Teams auf uns zu", sagte Kapitän Uwe Gensheimer in der ARD. In den Köpfen spielt bislang allerdings nur Russland eine Rolle, zumindest betonen das Trainer, Spieler und Vorstand.

Das muss es auch: Denn bei einem Patzer gegen Russland stünde man auf einmal gegen Frankreich bereits unter Druck – besonders mit Blick auf das Ziel Halbfinale.

Wolff und Gensheimer trumpfen auf

"Wir können nicht vorher sagen, gegen Frankreich spielen wir um den Gruppensieg", warnte Keeper Andreas Wolff.

DHB-Vize Bob Hanning sagte: "Wir tun gut daran, erst einmal die Aufgabe gegen die Russen zu erledigen." Doch klar ist: "Nach diesen beiden Spielen wissen wir, wo wir wirklich stehen."

ANZEIGE: Sichern Sie sich jetzt DHB-Fanartikel - hier geht es zum Shop

Der Start ins Turnier hat für die 28 Stunden der Wahrheit aber Mut gemacht. Die Abwehr steht, im Tor jagt Wolff den Gegnern Angst ein und vorne glänzt besonders Uwe Gensheimer. "Einen Uwe Gensheimer in Top-Form zu haben, ist immer gut", so Co-Trainer Alexander Haase.

Abgezockte Russen um Dibirow

Dazu setzt Wolff auf das Publikum ("Einfach geil"), das gegen Brasilien mit der Mannschaft eine Party feierte und in engen Spielen den Unterschied machen kann.

Gegen Russland müssen die Deutschen mit einer offensiven 5-1-Abwehr rechnen, in der Schlitzohr Timur Dibirow den vordersten Part übernimmt. Prokop beschreibt die einstige Handball-Macht zudem als "sehr diszipliniert".

"Russland ist sehr abgezockt. Wir wollen mit viel Kampf und Einsatz und einer harten Abwehr zwei Punkte holen", meinte Kohlbacher. Der 23-Jährige gibt die Devise vor: "Wir wollen mit 0 Minuspunkten weiterkommen."

Schnelle Regeneration gefragt

Für den doppelten Kraftakt wird nicht nur eine konzentrierte Teamleistung nötig sein. "Es geht darum, möglichst schnell zu regenerieren", so Kohlbacher. Neben Eisbad, Ergometer und Sauna sind hier besonders die Physiotherapeuten gefragt.

"Dass das alles nicht gesund ist", sagte Gensheimer kürzlich im Spiegel, "wissen wir". Doch für den WM-Traum nimmt man Schmerzen und Dauerstress gerne in Kauf.

-----

Lesen Sie auch:

Die Leidenschaften der DHB-Stars
Belastung: Gensheimer schlägt Alarm

Nächste Artikel
previous article imagenext article image