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Korea schickt zur Handball-WM eine vereinte Nationalmannschaft
Korea schickt zur Handball-WM eine vereinte Nationalmannschaft © Imago
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International betrachtet spielt das DHB-Team beim WM-Eröffnungsspiel fast nur die Nebenrolle. Die vereinte Korea-Mannschaft sorgt für viel Aufmerksamkeit.

Wenn der Bundespräsident und der Herr der Ringe gemeinsam auf der Tribüne sitzen, geht die Bedeutung des Spiels über den Sport hinaus. (Alle Infos zur Handball-WM 2019)

Frank-Walter Steinmeier und Thomas Bach wollen beim Eröffnungsspiel der Handball-WM am Donnerstag (Handball-WM: Deutschland - Korea, ab 18.15 Uhr im LIVETICKER) unbedingt Zeuge eines historischen Ereignisses sein: Ein vereintes Team aus Nord- und Südkorea tritt gegen die deutsche Nationalmannschaft an. Eine Friedensmission im ehemals geteilten Deutschland, in der Mauerstadt Berlin.

"Mit dem Fall der Mauer ist man den Weg des Friedens gegangen. Deshalb möchten wir als gemeinsames Team zeigen, dass wir als Koreaner auch diesen Weg gehen können", sagt Koreas Cheftrainer Cho Young-Shin. DHB-Vizepräsident Bob Hanning bekommt bei dem Gedanken Gänsehaut: "Dieses Spiel ist geschichtsträchtig und bringt viel Aufmerksamkeit für unsere Sportart."

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Nord- und Südkoreaner "in Freundschaft verbunden"

Vor Millionen TV-Zuschauern und 14.800 Fans in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof wollen die Spieler aus den politisch verfeindeten Bruder-Nationen zeigen, dass der eingeschlagene Weg der Annäherung der richtige ist.

Seit dem 21. Dezember bereiten sie sich in Deutschland sportlich und zwischenmenschlich auf die WM vor. "Beim ersten Treffen haben wir noch etwas gefremdelt", gab Kapitän Jung Su-Young zu. Sein nordkoreanischer Teamkollege Ri Song-Jin erzählte aber mit leuchtenden Augen von einem Kennenlernabend, "seitdem sind wir in Freundschaft verbunden".

Spielerisch sind die 16 Südkoreaner den vier Spielern aus dem Norden wohl überlegen. Lediglich bei der Schuhwahl zeigen die Nordkoreaner Flagge: In blau-rot-weißen Tretern flitzten sie beim öffentlichen Training übers Parkett.

Koreanisches Eishockey-Team als Vorbild

Hauptinitiator der Aktion war von Beginn an Weltverbands-Präsident Hassan Moustafa.

Der machtbewusste Ägypter erlebte, wie sich IOC-Boss Bach und andere Funktionäre bei den Olympischen Winterspielen als Friedenshelfer initiieren durften. Das vereinte koreanische Eishockey-Frauenteam war trotz des letzten Platzes eine der großen Attraktionen in Pyeongchang. 

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Als sich die Handballer Südkoreas fast zeitgleich als Dritte der Asienmeisterschaft für die WM qualifizierten, forcierte Moustafa die sportliche Vereinigung in der Sportart. Als einzige Mannschaft des Turniers darf Korea mit 20 statt mit 16 Spielern starten. Korea wird mit dem Länderkürzel COR und der weiß-blauen Flagge, die das vereinte Land symbolisiert, antreten.

Prokop und Heinevetter warnen vor Korea

Bundestrainer Christian Prokop hatte anfangs Probleme, Videomaterial von den Nordkoreanern zu bekommen. Er warnt: "Sie spielen einen schnellen Ball und sind taktisch diszipliniert. Das wird ein echter Prüfstein für uns." Auch Torhüter Silvio Heinevetter weiß aus Erinnerung an ein Spiel gegen Südkorea vor vielen Jahren: "Das ist schon extrem unangenehm. Diese kleinen schnellen Jungs sind nicht so schlecht, wie man denkt."

Der Weltverband IHF lud auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Nordkoreas Diktator Kim Jong-un zum Eröffnungsspiel ein, doch die Hoffnung auf eine Zusage zerschlug sich schnell.

In seiner Neujahrsansprache ging Kim zwar nicht auf die Handball-WM ein, er zeigte sich gegenüber Südkorea aber weiter versöhnlich. Kein Wunder, schließlich wollen sich Nord- und Südkorea gemeinsam um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2032 bewerben.

Auch deswegen gehen Koreas Handballer bei der Weltmeisterschaft auf Friedensmission.

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